24. März 2022
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Ein Stück Lebensqualität

Pflegekasse genehmigt Aufstehbett für MS-krankes VdK-Mitglied

Hans-Jürgen Krause* aus Alzenau in Unterfranken kann endlich wieder selbst vom Bett aufstehen. Mithilfe des VdK Aschaffenburg hat er erreicht, dass er ein Pflegebett mit Aufstehfunktion finanziert bekommt. Für ihn und seine Frau ist das eine große Erleichterung.

Frau im Rollstuhl vor einem Bett
Ohne Hilfe in oder aus dem Bett zu gelangen, ist für viele Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unmöglich. Ein Aufstehbett kann ein eigenständigeres Leben ermöglichen. | © Pixabay

Krause ist seit mehr als 30 Jahren an Multipler Sklerose (MS) erkrankt. Ohne Hilfe kommt er nicht in sein Bett und kann nicht mehr daraus aufstehen. Jahrelang musste ihn seine Frau dabei unterstützen – für sie war es jedes Mal ein körperlicher Kraftakt. Um sie zu entlasten, hat Krause viele Stunden im Internet recherchiert und ist 2016 schließlich auf das Pflegebett gestoßen.

Das Bett ist mit einer Fernsteuerung bedienbar und hievt die Nutzerin oder den Nutzer in die Liegeposition beziehungsweise wieder in die Sitzposition an den Bettrand, sodass sie oder er bequem aufstehen kann. Es verfügt über eine Hilfsmittelnummer und kann von den Kassen übernommen werden. Krause war begeistert und stellte einen Antrag bei seiner Krankenkasse. Dem Schreiben fügte er ein Attest seines Hausarztes bei, in dem dieser bescheinigt, dass sich der Gesundheitszustand des Patienten verschlechtert hätte.

Neuer Kostenträger

Doch die Krankenkasse stellte sich quer und lehnte den Antrag ab. Daraufhin wandte sich Krause an den VdK. „Wir haben Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt“, berichtet VdK-Kreisgeschäftsführerin Kerstin Wilson. Zwischenzeitlich hatte Krause aber auch einen Pflegegrad beantragt, der bewilligt worden war. Mit Pflegegrad 2 war nicht mehr die Krankenkasse als Kostenträgerin für die Antragstellung zuständig, sondern die Pflegekasse. Also wurde der Widerspruch zusammen mit einem weiteren Attest des behandelnden Neurologen an die Pflegekasse weitergeleitet.

Im Attest heißt es unter anderem: „Aus neurologischer Sicht ist solch ein Bett dringend medizinisch notwendig zum Erhalt der Selbstständigkeit und Teilhabe am sozialen Leben.“ Der Arzt weist außerdem darauf hin, dass mit diesem Hilfsmittel eine Heim­einweisung vermieden werden könne. Außerdem sei sein Patient in der Vergangenheit schon ein paar Mal aus dem Bett gestürzt. Dank des neuen Attests ging alles sehr schnell: „Am 12. Januar 2017 hatten wir Widerspruch eingereicht. Am 25. Januar kam schon die Bewilligung“, erzählt Wilson.

„Dieses Bett ist eine tolle Sache“, betont Krause. „Es gibt mir ein Stück Lebensqualität zurück. Zuvor war ich darauf angewiesen, dass mir jemand die Beine aus dem Bett hebt und mich aufrichtet. Das macht das Bett nun ganz von selbst.“ Mithilfe von zwei Stöcken gelingt es ihm dann, vom Bettrand aus allein aufzustehen, erzählt er.

Hans-Jürgen Krause möchte über seinen Fall berichten, weil er glaubt, dass viele Menschen solche Hilfsmittel nicht kennen oder nicht wissen, dass diese von den Kranken- beziehungsweise Pflegekassen übernommen werden. Auch er habe nur durch Zufall davon erfahren. Für Krauses Frau ist das Pflegebett ebenfalls eine große Entlastung im gemeinsamen Alltag: „Ich bin sehr froh, dass wir es haben“, sagt sie.

Erhalt der Mobilität

Und VdK-­Kreisgeschäftsführerin Kerstin Wilson bekräftigt: „Wenn es um den Erhalt der Mobilität und Selbstständigkeit unserer Mandanten geht, freuen wir uns jedes Mal, wenn die Kassen notwendige Hilfsmittel schließlich doch genehmigen.“

*Name von der Redaktion geändert

Annette Liebmann

Schlagworte So hilft der VdK | Aufstehbett | Multiple Sklerose | Krankenkasse | Pflegekasse | Hilfsmittel | Pflegebett

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