26. Januar 2022
VdK-Zeitung Archiv

Badekur auf Rezept: Rückkehr einer Tradition

Krankenkassen übernehmen die Kosten wieder – Nachfrage in VdK-Geschäftsstellen noch verhalten

Die ambulante Badekur ist wieder Pflichtleistung der Krankenkassen. Darunter fallen Maßnahmen der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation – alles Maßnahmen, die Gesundheit erhalten oder wiederherstellen sollen. Das besagt das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung vom 11. Juli 2021.

Eine Frau erhält eine Kopfmassage
Der Gesundheitsaufenthalt in Kurorten ist Kassenleistung. Das beinhaltet auch Massagen. | © Pixabay

Nachfragen wegen Kuren gibt es in den VdK-Geschäftsstellen zurzeit coronabedingt wenig, werden aber voraussichtlich nach Abklingen der Pandemie steigen. Das vermutet Daniel Overdiek, Leiter der Rechtsabteilung beim VdK Bayern. „Gerade in Bayern kann von dieser Möglichkeit aufgrund der vielen Heilbäder und Kurorte gut Gebrauch gemacht werden“, betont er. Inhalte einer Badekur sind etwa medizinische Bäder, Krankengymnastik, Massagen, Elektrotherapie, Inhalationen, Bewegungs- oder Entspannungsübungen.

Ein Arzt muss die ambulante Badekur verordnen, damit diese wahrgenommen werden kann. Dieser reicht den Antrag bei der Krankenkasse ein, wenn er sie für medizinisch notwendig hält. „Bei der ambulanten Badekur quartiert man sich selbst in einem staatlich anerkannten Kurort ein“, sagt Overdiek. „Normalerweise dauert sie drei Wochen.“ Auch wenn die Bezeichnung als „ambulante Badekur“ etwas irreführend ist, findet die Kur meistens nicht am eigenen Wohnort, sondern in einem anerkannten Kurort statt.

Overdiek erklärt: „Die Grundlagen der medizinischen Vorsorgeleistungen sind im Sozialgesetzbuch V unter Paragraf 23 geregelt.“ Ein Anspruch auf eine Vorsorgekur bestehe grundsätzlich für alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen sowie für mitversicherte Ehepartner, Jugendliche ab 18 Jahren und Rentner. „Eine ambulante Badekur kann normalerweise alle drei bis vier Jahre beantragt werden“, so Overdiek. Bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit könne sich der Zeitraum auch verkürzen.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel 100 Prozent der kurärztlichen Behandlungskosten sowie 90 Prozent der Therapie-Kosten. Overdiek: „Für die Kurmaßnahmen muss also nur die gesetzliche Zuzahlung von zehn Prozent selbst bezahlt werden – außer es liegt eine Befreiung vom Eigenanteil vor. Darüber hinaus kann je nach Krankenkasse ein Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe von bis zu 16 Euro pro Tag gewährt werden.“

Ein Aspekt, der Menschen betrifft, die noch im Berufsleben stehen: Arbeitnehmer müssen sich keinen Urlaub für die Badekur nehmen, wenn ein gesundheitliches Attest vom Arzt vorliegt. Dann kann der Zeitraum der Vorsorgekur als Krankheitsfall gewertet werden, es gehen also keine Urlaubstage verloren. Der Arbeitgeber sollte allerdings frühzeitig über die geplante Badekur in Kenntnis gesetzt werden. Es gibt außerdem die Möglichkeit, zusammen mit dem Lebenspartner eine Badekur zu beantragen und bei beidseitiger Bewilligung gemeinsam zur Vorsorgekur zu fahren.

Meistens schlägt der behandelnde Arzt eine Vorsorgekur vor, wenn dadurch die Verschlimmerung einer behandlungsbedürftigen Krankheit vermieden werden kann. Die VdK-Kreisgeschäftsstellen informieren ihre Mitglieder gerne zu den Badekuren.

Das Infoblatt „Ihr Weg zur Kur“, können Sie hier herunterladen:

Das Infoblatt in weiteren Sprachen finden Sie auch in unserem Download-Center:

Mitgliedschaft
Beratungsgespräch
Sie wollen sich über das Dienstleistungsangebot des VdK Bayern informieren? Hier können Sie die Broschüren, Flugblätter und Publikationen über den VdK auf Ihren Computer herunterladen. | weiter

Petra J. Huschke

Schlagworte Kur | Badekur

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Artikel liegt in unserem Archiv und ist daher möglicherweise veraltet.

Zur Startseite mit aktuellen Inhalten gelangen Sie hier:

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 690.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.