26. Oktober 2021
VdK-Zeitung Archiv

Drei Jahre vom Antrag bis zur Rente

VdK erreicht 34.000 Euro Nachzahlung für Erwerbsminderungsrentnerin

Oft dauert es sehr lange, bis die Rentenversicherung einer Erwerbsminderungsrente zustimmt. Wie im Fall von Linda Weiß* aus Büchelberg im Landkreis Weißen­burg-­­Gunzenhausen. Sie ist an Polyarthrose erkrankt, eine der häufigsten Ursachen für Berufs­unfähigkeit. Mithilfe des VdK bekam sie vier Jahre, nachdem sie aufhören musste zu arbeiten, ihre erste Rentenzahlung.

Frau am Computer
Wer im Büro arbeitet, muss viel mit den Händen machen. Mit einer Polyarthrose in den Fingergelenken ist das nicht mehr möglich. | © janeb13/Pixabay

Die Büroangestellte war 48 Jahre alt, als ihr der Arzt 2016 eröffnete, dass sie eine entzündlich aktivierte Poly­arthrose in den Fingergelenken beider Hände hat. Bei der als „Gelenkverschleiß“ bekannten Erkrankung wird der Gelenkknorpel zerstört, sodass die Knochen dauerhaft geschädigt werden. Der Mediziner sagte ihr voraus, dass sie aufgrund des schnellen Voranschreitens ihren Beruf bald nicht mehr werde ausüben könne, und riet ihr, sich sofort an den Sozialverband VdK zu wenden. Das machte sie auch und beantragte mithilfe des VdK einen Schwerbehindertenausweis.

Mitte 2017 waren die Schmerzen in beiden Händen so stark, dass Linda Weiß arbeitsunfähig wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Finger bereits stark verformt. Weiß hatte kaum noch Kraft in den Händen und große Mühe, ihre Finger zu beugen. In den folgenden Monaten wurde sie operiert und bekam zwei künstliche Fingergelenke. Sie machte im Frühjahr 2018 eine medizinische Reha. Im Entlassungsbericht attestierte ihr der Arzt, sie könne noch bis zu sechs Stunden täglich arbeiten. Bereits im Juni 2018 stellte das VdK-Mitglied einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Dieser wurde mit dem Verweis auf den Entlassungsbericht der Rehaklinik abgelehnt.

Im November 2018 war das Krankengeld abgelaufen, und Weiß bezog Arbeitslosengeld. „Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Diese Situation hat mich psychisch sehr belastet“, erinnert sie sich. Die Agentur für Arbeit schickte sie zu einer Fortbildung, obwohl sie sich sicher war, dass sie mit ihren erkrankten Händen keine neue Beschäftigung finden würde. Im Sommer 2019 stellte sie erneut einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Dieser wurde im März 2020 abgelehnt. Daraufhin legte der VdK Widerspruch ein. Mittlerweile war auch das Arbeitslosengeld abgelaufen, und Weiß musste auf ihre Ersparnisse zurückgreifen und sich freiwillig krankenversichern.

Im August 2020 teilte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) mit, ein weiteres Gutachten sei notwendig. „Erst sollte Linda Weiß zu einem Arzt nach Augsburg fahren, dann zu einem nach Ulm. Das wäre wegen ihrer Erkrankung aber nicht möglich gewesen, weil sie nicht so lange Auto fahren kann. Auch eine längere Zugreise hätte sie nicht durchgestanden“, sagt VdK-Kreisgeschäftsführerin Andrea Estner, die den Fall bearbeitet hat. „Dann sollte unsere Mandantin nochmals vom gleichen Arzt begutachtet werden wie beim ersten Mal. Dagegen haben wir protestiert.“

Nach längerem Hin und Her gelang es der DRV schließlich, einen Mediziner in Ansbach zu finden. Dieser bestätigte, was die mittlerweile 52-Jährige die ganze Zeit gesagt hatte: Ihre Erkrankung war so weit vorangeschritten, dass sie nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten.

Bewegung ins Verfahren

Mit dieser Bewertung kam endlich Bewegung in das Verfahren. Im Februar bewilligte die DRV die Erwerbsminderungsrente und stellte Weiß zwei Termine für den Rentenbeginn zur Auswahl: entweder ab dem Reha-Antrag im Februar 2018 oder ab dem zweiten Rentenantrag im Juli 2019. Weiß entschied sich für den früheren Termin und erhielt eine Rückzahlung von knapp 34.000 Euro. Abzüglich der zwischenzeitlich bezogenen Leistungen blieben ihr rund 14.000 Euro. Außerdem bekam sie von der Krankenkasse 13 Monatsbeiträge in Höhe von rund 2500 Euro zurück.

„Wir waren überrascht, dass es dann plötzlich schnell ging. Offensichtlich waren die Unterlagen aussagekräftig genug“, sagt Estner. Weiß ist froh, dass sie sich an den Sozialverband gewandt hat: „Der VdK hat wirklich ganz viel für mich erreicht. Dafür mache ich gerne Werbung.“

* Name von der Redaktion geändert

Annette Liebmann

Schlagworte So hilft der VdK | Erwerbsminderungsrente

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