24. September 2021
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„Warum werde ich im Alter bestraft?“

Im Zuschauer-Chat der VdK-Aktionsveranstaltungen wurde lebhaft kommentiert und gefragt

Bei der VdK-Veranstaltungsreihe zur Bundestagswahl „Sozialer Aufschwung JETZT!“ hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer während der Live-Übertragung im Internet die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Kampagnenmotiv Sozialer Aufschwung JETZT! Megafon mit Sprechblase: VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2021 Gute Rente JETZT!

Der Chat, also die Fragefunktion auf der Internetseite, wurde bei allen acht Veranstaltungen in Bayern lebhaft genutzt. Top-Themen waren Rente und Altersarmut. Hier wurde mehrfach nach der Zukunft der Mütterrente gefragt: „Warum werden vor 1992 geborene Kinder in der Rentenberechnung schlechter bewertet als ab 1992? Da früher keine Teilzeitverträge angeboten wurden und es keine Kinderkrippen gab, musste ich meine Stelle kündigen. Ich fühle mich benachteiligt“, schrieb eine Zuschauerin. Die CSU will eine Finanzierung der Mütterrente komplett aus der Rentenkasse, die SPD sieht das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und fordert eine Steuerfinanzierung. Im CSU-Wahlprogramm steht, dass die Mütterrente bei Regierungsbeteiligung der Union sogar gegen den Widerstand der Schwesterpartei CDU durchgesetzt werden soll.

Der Rat zur privaten Altersvorsorge, der aus den Reihen der FDP und der Unionsparteien häufig zu hören war, empörte viele: „Wozu spare ich, wenn ich als Rentnerin jetzt auf eine mit meinem Arbeitgeber abgeschlossene Versicherung Kranken- und Pflegeversicherung zahlen muss und obendrein noch Steuern?“, hieß es während der Veranstaltung in Deggendorf. Ebenfalls aus Niederbayern kam der dringende Appell an die Politik: „Weg mit den 450-Euro-Jobs! Damit erreicht man keine Rente und nicht einmal die Beitragsjahre für die Grundrente.“ Das Dilemma der Armutsrenten wegen Erwerbsminderung sprach in Bamberg eine 58-jährige ehemalige Altenpflegekraft an: „Ich habe mir meine Krankheiten nicht ausgesucht, versuche, so gesund wie möglich zu leben. Warum werde ich im Alter bestraft?“

Die VdK-Forderung nach einem Umbau des Rentensystems nahm ein Online-Zuschauer aus Oberbayern auf: „Warum sieht man sich nicht die Systeme in der Schweiz oder Österreich an?“

Armut bekämpfen

Grundsätzlich wird in vielen Beiträgen die Enttäuschung über die unzureichend empfundene Bekämpfung von Armut deutlich: „Am Ende des Geldes muss mehr Monat übrig sein“, stand als ironische Mahnung an die Politik im Traunsteiner Chat. Und in München nannte es ein anderer eine „Verhöhnung“, dass der Hartz-IV- Regelsatz ab 2022 nur um drei Euro angehoben wird. Den Mindestlohn deutlich zu erhöhen, wie SPD, Grüne und Linke es vorschlagen, wurde begrüßt.

Die trotz gegenteiliger Versprechen mangelhafte Barrierefreiheit in Bayern sorgte für viel Kritik. In Traunstein spitzte das jemand auf diese Frage zu: „Wo muss aus Sicht der Politik mehr investiert werden: beim Aufzug für den Bahnhof Übersee oder beim Ausbau der A8?“ Der Mangel an bezahlbarem barrierefreiem Wohnraum wurde ebenfalls beklagt sowie die fehlende Inklusion in der Arbeitswelt.

Über die finanzpolitischen Vorschläge der Parteien entzündeten sich manche Online-Diskussionen. Eine „Luftnummer“ nannte ein Memminger die von der CSU vorgeschlagene Idee, Armut durch höhere Freibeträge zu bekämpfen: „Was hilft der Freibetrag bei null zu versteuerndem Einkommen, wie bei Arbeitslosen?“ In Zeil am Main berichtete ein Rentner von zweijährlich steigenden Beiträgen zur privaten Pflegeversicherung, die ihn und seine Frau in die Alters­armut treiben: „Hier muss es eine Änderung geben“, also eine Pflegeversicherung für alle.

Auch zur Gesundheitsversorgung fehlten manchen Usern überzeugende Konzepte. Jemand vermisste „zählbare Ergebnisse“ der Landarztoffensive im Landkreis Rhön-Grabfeld und in vielen weiteren ländlichen Gebieten.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Vdk-Aktionsveranstaltung | Zuschauer-Chat

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