15. Juli 2021
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Freier Zugang zur Altstadt

Füssener VdK-Berater für Barrierefreiheit erreichen, dass Durchgangsweg freigegeben wird

In Füssen im Allgäu hat der VdK einen großen Erfolg erreicht: Der Durchgang, der die Innenstadt mit dem Lechufer verbindet, wird für die Öffentlichkeit freigegeben. Der barrierefreie Privatweg erspart Senioren und Menschen mit Behinderung große Umwege.

Der barrierefreie Privatweg, der die Innenstadt mit dem Lechufer verbindet, wird für die Öffentlichkeit freigegeben. | © Annette Liebmann

Schon lange hatten die VdK-Berater für Barrierefreiheit Christine Halaby und Reiner Schweiger dafür gekämpft, dass der Weg, der vom Lechufer über ein Klinikgelände in die Altstadt führt, öffentlich nutzbar wird. Für die Anwohner ist er die schnellste Möglichkeit, in die Stadt zu kommen. Die anderen Strecken sind bis zu einem Kilometer länger. Vor allem der Weg über die Lechhalde hoch zur Altstadt hat es in sich: Mit einer Steigung von über 13 Prozent ist er für viele Senioren und Menschen mit Behinderung nicht begehbar. Im Juli vergangenen Jahres haben Halaby und Schweiger eine Ortsbegehung durchgeführt und das Protokoll an den Ersten Bürgermeister Maximilian Eichstetter übergeben.

Der Durchgang, der die Innenstadt mit dem Lechufer verbindet, war während der Baumaßnahmen am Krankenhaus von 2017 bis 2020 geschlossen worden. Nach Abschluss der Arbeiten wurde er für kurze Zeit geöffnet und im Winter gleich wieder gesperrt. Der Grund: Zwar wird der Weg in der kalten Jahreszeit regelmäßig geräumt, doch die Klinik konnte nicht sicherstellen, dass das auch an den Wochenenden der Fall sein würde. Sie wollte im Falle eines Unfalls keine Haftung übernehmen.

Halaby und Schweiger hielten dagegen: Man könne auch ein Schild mit „Privatgrund – Betreten auf eigene Gefahr“ anbringen. Ohnehin ist der 185 Meter lange Weg nicht komplett barrierefrei. Im Bereich der Feuerwehrzufahrt hatte die Klinik statt eines Straßenpflasters über 90 Meter Länge und vier Meter Breite ein Rasengitter verlegen lassen, damit geriatrische Patientinnen und Patienten – da­runter auch Demenzkranke – das Krankenhausgelände nicht verlassen. An Rollstuhlfahrer, Rollator-­Nutzer und Familien mit Kinderwagen wurde nicht gedacht.

Bürgermeister Maximilian Eich­stetter hat sich nach der Ortsbegehung durch die VdK-Berater für Barrierefreiheit der Sache angenommen. Mittlerweile wurde eine Lösung gefunden – und die ist ganz im Sinne des VdK: Der Weg wird grundsätzlich wieder ganzjährig geöffnet. Der Zugang erfolgt über das breitere Tor zum Lechuferweg. Die Stadt lässt den Übergang befestigen und übernimmt die Kosten für die Schilder, die auf die Gefahren und das richtige Verhalten auf dem Privatgelände hinweisen: „Radfahren und Inlineskaten verboten“, „Eingeschränkter Winterdienst – Benutzen auf eigene Gefahr“ sowie „Bitte Ruhe – Krankenhausgelände“.

Weiterhin finanziert die Stadt einen Spiegel an der unübersichtlichen Kreuzung zum Lechuferweg. Die Kosten für einen 1,50 Meter breiten Pflasterweg durch das Rasengitter sowie die Randsteinabsenkungen zwischen dem Parkplatz und dem neuen Eingangsbereich übernimmt die Klinik. Bei der Umgestaltung des Rasengitters sollen der Krankenhaus-Förderverein und die VdK-­Berater für Barrierefreiheit einbezogen werden.

Schnell und unbürokratisch

Ich freue mich, dass wir für die Bürgerinnen und Bürger eine schnelle, unkomplizierte und unbürokratische Lösung finden konnten“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter. Er bedankte sich bei Halaby und Schweiger für ihre Unterstützung.

Die Stadt Füssen hat mehr als 15000 Einwohnerinnen und Einwohner. Etwa jede/r Fünfte ist über 60 Jahre alt. Dieser Anteil wird weiter zunehmen. 2121 Bürgerinnen und Bürger haben eine Behinderung, davon sind 1426 schwerbehindert.

Nicht nur wegen der Bevölkerungsstruktur spielt Barrierefreiheit in Füssen eine große Rolle. Auch die zahlreichen Touristen, die aus aller Welt anreisen, machen es notwendig, dass die Stadt für alle Menschen zugänglich ist. Und nicht zuletzt nutzt Barrierefreiheit auch vielen anderen Menschen, etwa Familien mit Kinderwagen und Reisenden mit schwerem Gepäck.


Die VdK-Berater/innen für Barrierefreiheit setzen sich aktiv für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft ein. In Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Gemeinde können sie einen wichtigen Beitrag zum Abbau mancher Barrieren leisten. | weiter

Annette Liebmann

Schlagworte Barrierefreiheit | VdK-Berater

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