2. Juli 2021
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Roboter als Ausweg aus dem Pflegenotstand?

Münchner Kammerspiele widmen sich mit „Who Cares“ ernstem Thema

Nach sieben Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie haben die Münchner Kammerspiele zur Wiedereröffnung gleich ein ernstes sozialpolitisches Thema aufgegriffen: den Pflegenotstand.

Schauspieler auf der Bühne
Aufführung von „Who Cares – Können Roboter pflegen?“ in den Münchner Kammerspielen. | © Simon Hegenberg/Kammerspiele München

„Who Cares – Können Roboter pflegen?“ Diese beiden Fragen beziehen sich auf eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Wer kümmert sich um die Pflegebedürftigen, und können Roboter dies tun? Wissenschaftliche Studien dazu laufen bereits. Die englische Frage „Who cares?“ ist zudem doppeldeutig zu verstehen. Denn man kann diese zwei Wörter auch mit „Wen interessiert das schon?“ übersetzen. Auf all diese Aspekte geht die rund 90-minütige Inszenierung des Regisseurs Christoph Frick ein.

Am Anfang tritt ein Mann, dargestellt von Martin Weigel, mit einem Koffer auf die Bühne. Er bleibt stehen, öffnet den Koffer, entkleidet sich, steigt in eine Windel, zieht sich einen Pyjama über. Er wird zum Pflegebedürftigen, den niemand richtig beachtet. In der Folge treten die anderen vier Charaktere auf, gespielt von Johanna Eiworth, Nancy Mensah-Offei, Erwin Aljukic und Christian Löber. Sie stehen für Angehörige, Pflegekräfte, die Politik – die gesamte Gesellschaft.

Es stellt sich die Frage, wer den steigenden Pflegebedarf bewältigt. Einer der vier Akteure sagt: „Dann muss man doch so ehrlich sein und sagen, ja gut, dann lasst uns doch Assistenzsysteme entwickeln, sodass es zumindest einfacher wird! Es löst nicht alle Probleme, aber es wird einfacher.“

Robotermodell
Martin Weigel spielt eindrücklich einen älteren, pflegebedürftigen Mann. Auf Videoleinwänden am Rande der Bühne werden verschiedene Robotormodelle vorgestellt. | © Simon Hegenberg/Kammerspiele München

In Videoprojektionen, rechts und links von der Bühne, werden verschiedene Roboter-Modelle gezeigt. Die vier zählen die Stärken und Schwächen des jeweiligen Modells auf, während der Pflegebedürftige einsam auf seinem Rollator sitzend seine Kreise zieht. Es wird deutlich, Roboter können zwar viel, aber sie können nie menschliche Pflegekräfte ersetzen.

Autorin Gesine Schmidt sprach mit Technikerinnen und Technikern, Ethikerinnen und Ethikern sowie Pflegekräften. Sie schrieb ihre Aussagen zusammen, und Regisseur Frick entwickelte daraus das Bühnenstück, das alles andere als leichte Kost ist. Denn es macht das große Problem des Umgangs mit pflegebedürftigen Menschen deutlich. Das Ensemble erntete zu Recht großen Applaus.

Weitere Aufführungen von „Who Cares – Können Roboter pflegen?“ sind für Samstag, 10., und Sonntag, 11. Juli, jeweils um 20 Uhr, im Werk­raum der Münchner Kammerspiele geplant. Infos im Internet unter www.muenchner-kammerspiele.de und telefonisch unter (089) 233 966 00.

Sebastian Heise

Schlagworte Kammerspiele | Pflegenotstand | Pflegeroboter

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