25. Mai 2021
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Rolling Stones

VdK-Mitglieder erzählen, wie sie bemalte Steine wandern lassen

Liniert oder gesprenkelt, grau oder beige, kugelrund oder flach, glatt oder rau: Wie faszinierend Natursteine sind, ist noch aus Kindheitstagen in Erinnerung. Wer derzeit einen Spaziergang macht, entdeckt vielleicht sogar einen bunt angemalten Stein. Dreht die Finderin oder der Finder ihn um, liest sie oder er wahrscheinlich den Namen einer Facebook-Gruppe – und kann in Kontakt mit der großen Stein-Community treten.

Diesen Kiesel mit einem Motiv von Donald Duck hat VdK-Mitglied Markus Preckwinkel aus Niederbayern bemalt.
Donald Duck am Wegesrand: Diesen Kiesel hat VdK-Mitglied Markus Preckwinkel aus Niederbayern bemalt. Wer einen Wanderstein findet, postet ihn in der jeweils angegebenen Steingruppe auf Facebook. | © privat

Wenn VdK-Mitglied Herbert Schwab aus Nürnberg wandern geht, ist er immer mit einem großen Rucksack unterwegs, der auf dem Weg schwerer und schwerer wird. Er sucht nach Steinen, die er zu Hause bunt anmalt. „An der Donau bei Ingolstadt habe ich einmal 150 Steine gesammelt, die etwa acht Kilo wogen“, erzählt der 59-Jährige.

Stein kam bis Texas

Herbert Schwab ist Mitgründer der etwa 600 Mitglieder zählenden Face­book-Gruppe „NorisStones“ (https://www.facebook.com/groups/2319968494745641/). Gemeinsam mit seiner Partnerin Mony Netscheporenko hat er mittlerweile 3300 Steine bemalt. „Man muss kein Albrecht Dürer sein. Jeder kann malen“, ist er überzeugt.

Darum geht es bei den deutschlandweit rund 850 Steingruppen: Die kleinen Kunstwerke sollen Freude schenken, mit dem Finder weiter wandern und an einen neuen öffentlichen Ort wie Park, Spielplatz oder Wanderweg gebracht werden. Manche Kiesel sind auf diese Weise schon weit herumgekommen: „Einer unserer Steine hat es bis nach Australien geschafft, ein anderer ist in Texas gelandet und einer sogar in Thailand wieder aufgetaucht“, berichtet der Mittelfranke. Woher er das weiß? „Die Steine wurden uns in unserer Face­book-Gruppe von Urlaubern gemeldet.“ Wenn jemand den Fundort des „Rolling Stones“ mit Foto postet, sei das ein bisschen wie der Lohn für den Maler. Einen Stein zu behalten, sei aber ebenso erlaubt. Schönes Beispiel: „Einen solchen farbigen Gegenstand erkennt auch ein demenzkranker Mensch und freut sich, wenn er den Stein mitnehmen, immer wieder betrachten und in die Hand nehmen kann“, weiß Herbert Schwab.

Unter den Stein-Freunden haben sich trotzdem ein paar Regeln durchgesetzt. Die Community rät zu wasserverdünnbaren Acrylfarben. Und damit das Kunstwerk erhalten bleibt, wird es am besten mit lösungsmittelfreiem Klarlack lackiert. Wackelaugen oder aufgeklebte Zettel dagegen sind nicht zu empfehlen, damit Tiere sie nicht versehentlich fressen.

In den Stein-Communities begegnen sich Menschen, die sich ohne ihr gemeinsames Hobby nie kennengelernt hätten. So teilt Markus Preckwinkel aus Bogen ein Erlebnis mit, das ihn heute noch berührt. Der Niederbayer leitet die Facebook-Gruppe „Donaukies on Tour“ (https://www.facebook.com/groups/407223813473402/). „Als ich im März 2020 schwer an Covid-19 erkrankte, informierte ich noch die Community, bevor ich in die Klinik musste“, berichtet das VdK-Mitglied. Kurz darauf lag er zehn Tage auf der Intensivstation im künstlichen Koma und wurde beatmet.

Eine Kerze für Markus

Auf diese Nachricht wurde damals Susanne Koller aus dem Landkreis Regensburg aufmerksam. Die Oberpfälzerin ist täglich stundenlang auf der 17.000 Mitglieder großen Facebook-Gruppe „#Wandersteine (das Original)“ (https://www.facebook.com/groups/391681131681513/) aktiv. „Ich arbeite als Arzthelferin im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg. In der Krankenhauskirche zündete ich jeden Morgen eine Kerze für Markus an“, erzählt die 40-Jährige. Markus Preckwinkel erfuhr davon, als er wieder zu Hause war. „Ich war sprachlos. Dass ein fremder Mensch an mich gedacht hat, erfüllt mich mit Dankbarkeit“, sagt der 48-Jährige.

Elisabeth Antritter

Schlagworte Steine bemalen | Hobby | Generationen | Community | Steingruppen | Wandersteine | Facebook | Kiesel

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