24. März 2021
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VdK setzt Erwerbsminderungsrente durch

Oberpfälzer erleidet 2014 Herzstillstand mit schlimmen Folgen und kann nicht mehr arbeiten

Der 11. Juli 2014 ist ein schicksalhafter Tag für Thomas Romburger*. Der damals 34-Jährige erleidet einen Herzstillstand – es kommt zu einer Unterbrechung der Sauerstoffversorgung für mehrere Minuten. Das hat gravierende Folgen für die Gesundheit: eine Beeinträchtigung der geistigen und psychischen Leistungsfähigkeit und eine halbseitige Lähmung. Seinen Beruf auszuüben, ist dem jungen Mann aus der Oberpfalz, der zwei Jahre vorher zum ersten Mal Vater geworden war, nicht mehr möglich. Er und seine kleine Familie stehen vor einer ungewissen Zukunft.

© VdK

VdK erhebt Widerspruch

Thomas Romburger beantragt am 1. September 2015 bei der Deutschen Rentenversicherung Rente wegen Erwerbsminderung. Diese lehnt den Antrag mit Bescheid vom 2. November 2015 ab. Zwar wurde bei ihm teilweise Erwerbsminde rung ab dem 11. Juli 2014 festgestellt, allerdings waren die Vorversicherungszeiten zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt. Was tun? Romburger wendet sich in seiner Not an die VdK-Kreisgeschäftsstelle Schwandorf. Dort erhebt man Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid. Dieser wird zurückgewiesen. Der VdK klagt daraufhin gegen den Widerspruchsbescheid.

Thomas Romburger lebt eine Zeit lang von seinen Ersparnissen, diese sind aber schnell aufgebraucht, und er muss seinen Lebensunterhalt von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) bestreiten. Auch ist er aus finanziellen Gründen wieder bei seinen Eltern eingezogen, nachdem die Ehe auseinandergegangen war. Seine angespannte Situation belastet ihn auch deshalb besonders, weil er seinem kleinen Sohn oft Wünsche abschlagen muss. Das VdK-Mitglied setzt seine ganze Hoffnung darauf, dass endlich Fahrt in das Verfahren kommt und er vielleicht doch noch eine Erwerbsminderungsrente bewilligt bekommt.

Den Grund, weshalb das Verfahren sich so lange hinzieht und so kompliziert ist, erklärt VdK-Sozialrechtsvertreter Clemens Uhl damit, dass das VdK-Mitglied vor dem Herzstillstand angestellt und später selbstständig war. Uhl: „Als Mitarbeiter im Angestelltenverhältnis war Thomas Romburger zunächst pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung und damit auch gegen den Fall der Erwerbsminderung abgesichert. Aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen beim Arbeitgeber wurde dieses Angestelltenverhältnis, welches zu diesem Zeitpunkt befristet war, nicht verlängert und endete zum 31. März 2008.“

Nach mehreren erfolglosen Bemühungen, eine neue Anstellung zu bekommen, habe sich Thomas Romburger dazu entschieden, sich ab dem 1. April 2008 hauptberuflich im Bereich Solaranlagen und Solarthermie selbstständig zu machen. Diese Tätigkeit übte er dann aus, bis es 2014 zu dem verhängnisvollen Ereignis kam.

Akribisch eingearbeitet

Sein Sozialrechtsvertreter Uhl arbeitet sich akribisch in den Fall ein, bleibt hartnäckig und findet Wege, um vor Gericht erfolgreich zu sein. Insbesondere wegen der ehemaligen Selbstständigkeit des VdK-Mitglieds ist der VdK-Jurist gefordert. Thomas Romburger erhält die Möglichkeit, Pflichtversicherungsbeiträge nachzuzahlen und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente zu schaffen.

Uhl berichtet: „Nach einer erneuten Prüfung der medizinischen Voraussetzungen wurde von der gesetzlichen Rentenversicherung schließlich ein Anerkenntnis abgegeben mit Gewährung der vollen Erwerbsminderungsrente rückwirkend ab dem 1. August 2014 auf Dauer.“ Ein großer Erfolg für den VdK und sein Mitglied, das wegen der durchgesetzten Erwerbsminderungsrente nun auch wieder in der Lage ist, eine eigene Wohnung zu unterhalten. „Ohne den VdK hätte ich längst aufgegeben. Ihr habt Großartiges geleistet“, sagt Thomas Romburger. Auch Clemens Uhl ist glücklich, dass er mit seiner Arbeit helfen konnte.

* Name von der Redaktion geändert

Petra J. Huschke

Schlagworte So hilft der VdK | Vdk-Rechtsberatung | Erwerbsminderungsrente

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