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"Die Eisenbahn ist und bleibt ein Sympathieträger"

Zum Boom der Modelleisenbahnen in der Corona-Pandemie sprach die VdK-Zeitung mit Prof. Dr. Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg.

Prof. Dr. Karin Falkenberg mit einer historischen Spielzeug-Lokomotive der Nürnberger Firma BING. Die Firma war vor dem Ersten Weltkrieg der größte Spielzeughersteller weltweit.
Prof. Dr. Karin Falkenberg mit einer historischen Spielzeug-Lokomotive der Nürnberger Firma BING. Die Firma war vor dem Ersten Weltkrieg der größte Spielzeughersteller weltweit. | © Spielzeugmuseum/Berny Meyer

Wie erklären Sie sich den aktuellen Boom der Modelleisenbahnen? Und in wieweit hat das mit der Corona-Krise zu tun?
Mitten im Digitalisierungs-Hype geht der Trend beim Spielzeug stärker zur Haptik. Spielzeug, das man anfassen kann, war interessanterweise bereits seit 2019, also im Jahr vor der Corona-Pandemie, gefragt. Ab 2020 ging der Trend enorm nach oben. Puzzle-Hersteller verzeichnen zum Beispiel über 60 Prozent Umsatzplus. Auch Gesellschaftsspiele, Konstruktionsspielzeug und Plüschtiere erleben steigende Verkaufszahlen.

Modelleisenbahnen sind die klassischen, anspruchsvollen technischen Spielzeugwelten, die unsere Welt in klein darstellen. Modelleisenbahnen waren nie völlig außer Mode, aber sie sind nun mal kein Thema, über das man in Gesellschaft sofort plaudert – nach dem Motto: „Ich spiele abends am liebsten mit meiner Modelleisenbahn im Keller – und Sie?“ Die Modelleisenbahn-Fans führen ihr glückliches Leben eher individuell und im Geheimen oder in ihrer Modelleisenbahn-Fachfreunde-Blase.

Welche Trends gibt es bei den Modelleisenbahnen?
Die Nürnberger Spielwarenmesse 2021 findet dieses Jahr erst vom 20. bis 24. Juli statt, daher sind Trends für 2021 schwerer auszumachen. Eisenbahnen gehören zu den Spielzeugklassikern und Modelleisenbahnen sind und bleiben Weltspielzeug.

Wenn man mit anderen Spielwaren vergleicht, wie stehen Modelleisenbahnen da? Steigen die Umsätze bei den Eisenbahnen stärker?
In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Modellbahnen etwas zurückgegangen. Dass sie jetzt wieder boomen, hat mit der Sehnsucht nach unserer kleinen, heilen Welt zu tun. Menschen, Tiere, Natur und eine kleine Eisenbahn in einer perfekten Spielzeug-Landschaft, gekoppelt mit der Herausforderung, die Technik in Gang zu setzen, die Signale richtig zu platzieren, Zug-Kollisionen zu vermeiden – das ist ein lebendiges, aufregendes Vergnügen, während draußen der Lockdown sogar die Bahnhöfe leerfegt.

Wie werden sich Modelleisenbahnen in Zukunft entwickeln/verkaufen?
Die Eisenbahn ist und bleibt ein Sympathieträger, egal wie viele Verspätungen die echte Deutsche Bahn manchmal hat. Sie wird trotzdem heiß geliebt. Menschen, die bei der Eisenbahn arbeiten, identifizieren sich sehr stark mit ihrem Unternehmen. Das hat eine Untersuchung der SRH-Hochschule in Berlin herausgefunden. Das sind Gründe, weshalb ich auch der Modelleisenbahn-Welt eine weiterhin prickelnde Zukunft voraussage. Menschen, die mit Modelleisenbahnen sind glückliche Individuen. Und Glück wird nicht aussterben, weder im Keller noch auf dem Dachboden.

Zum Artikel: Modelleisenbahnen: Wieder entdeckte Leidenschaft www.vdk.de/permalink/81547

Fragen: Sebastian Heise

Schlagworte Eisenbahn | Modelleisenbahn | Spielwaren | Spielzeug | Boom | Corona-Pandemie | Karin Falkenberg | Nürnberg | Spielzeugmuseum

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