23. Februar 2021
VdK-Zeitung Archiv

In München steigt die Armutsgefährdung

Negative Entwicklung bei Grundsicherungsempfängern in Oberbayern

Die Armutsgefährdungsquote in Bayern ist weiter gestiegen. Besonders betroffen sind Senioren, Alleinstehende sowie ältere Frauen. In Oberbayern liegt die Armutsgefährdungsquote unter dem Landesschnitt. Es gibt aber auch hier negative Entwicklungen.

© Unsplash

Den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2019 zufolge waren 14,7 Prozent der bayerischen Bevölkerung armutsgefährdet. Das waren 0,2 Prozent mehr als 2018. In Oberbayern lag der Wert mit 11,4 Prozent zwar am niedrigsten. Der bevölkerungsreichste Bezirk Bayerns weist bei der Armutsgefährdung aber große regionale Unterschiede auf. So hatte der Großraum München mit 10,7 Prozent eine bayernweit geringe Quote. Betrachtet man jedoch nur die Zahlen für das Stadtgebiet, so liegt die Armutsgefährdung dort mit 13,5 Prozent weitaus höher. Der Wert hat sich in einem Jahr um 1,1 Prozentpunkte verschlechtert.

In ganz Bayern haben Menschen ab 65 Jahren das größte Risiko, in der Armut zu landen. Für sie lag die Armutsgefährdungsquote bei 22 Prozent. Diese Zahl steigt seit 2007 kontinuierlich an. Vor allem ältere Frauen verfügen oft nur über ein geringes Einkommen. Mit einer Quote von 24,8 Prozent war 2019 jede vierte Seniorin in Bayern armutsgefährdet. 2007 war es noch etwa jede Fünfte.

Hohe Quote bei Rentnern

Auch Alleinstehende, die in einem Ein-Personen-Haushalt leben, müssen oft jeden Cent umdrehen, insbesondere ältere Frauen. Ihre Armutsgefährdungsquote lag 2007 bei 22,9 Prozent. Bis 2019 stieg sie auf 25,9 Prozent. Ebenfalls zur Gruppe der Armutsgefährdeten zählen die Menschen im Ruhestand. Betrug ihre Quote 2007 noch 16,9 Prozent, so waren es im Jahr 2019 schon 23,1 Prozent. Würden nur die Rentnerinnen und Rentner eingerechnet und nicht auch noch die Pensionäre, wäre die Quote noch höher.

Die Zahl der Menschen in Oberbayern, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bekommen, ist in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gestiegen. Waren es 2007 noch 29031 Empfänger, so nahmen diese Sozialleistung 2019 bereits 45833 Menschen in Anspruch. Das entspricht einer Zunahme um 58 Prozent. Die durchschnittliche Rentenhöhe in Bayern betrug im Jahr 2019 1221 Euro für Altersrentner und 735 Euro für Altersrentnerinnen. Sowohl die Männer als auch die Frauen in Oberbayern liegen mit 1236 Euro beziehungsweise 778 Euro damit über dem bayerischen Durchschnitt.

Erwerbsminderungsrentner in Oberbayern bekamen 2019 im Schnitt 879 Euro im Monat. Bei den Frauen waren es 854 Euro. Im Durchschnitt betrug die Erwerbsminderungsrente in Bayern zuletzt bei Männern 883 Euro und bei Frauen 848 Euro. Die Verbesserungen bei der Mütterrente, die der VdK immer wieder gefordert hat, führten zu deutlich höheren Frauenrenten. Dadurch und wegen der Rentenerhöhung stieg der durchschnittliche monatliche Zahlbetrag im gesamten Freistaat von Ende 2018 bis Ende 2019 um 54,73 Euro (Männer: plus 41,82 Euro). In Oberbayern betrug das Plus bei den Frauenrenten 52,26 Euro (Männer: plus 41,34 Euro).

A. Liebmann/S. Heise

Schlagworte Armutsgefährdungsquote | Altersarmut

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