24. Februar 2021
VdK-Zeitung Archiv

Auf kaltes Wasser reagiert der Körper mit Wärme

Die Lehre des Pfarrers Sebastian Kneipp hilft bis heute vielen Menschen dabei, gesund zu werden oder zu bleiben

Vor 200 Jahren wurde Sebastian Kneipp geboren. Und immer noch ist seine Lehre aktuell. Davon zeugen beispielsweise auch die vielen öffentlichen Wassertret- und Armbadebecken in Bayern. Im Freistaat sind laut Wikipedia derzeit 148 öffentliche Kneipp-Anlagen erfasst.

Natürlich findet man an der bekanntesten und längsten Wirkungsstätte Kneipps, in Bad Wörishofen, besonders viele Möglichkeiten, mit nackten Füßen und Beinen durch kaltes Wasser zu waten oder die Arme in das kühle Nass zu tauchen. Sei es im Kneipp-Museum, im Kurpark, im sowie am Kurhaus, an der Erlöserkirche oder im Ostpark, um nur ein paar der mehr als 20 öffentlichen Anlagen in dem berühmten Kneippkurort zu nennen.

Im dortigen Kloster der Dominikanerinnen wirkte Kneipp ab 1855 als Pfarrer und verbreitete sein ganzheitliches Gesundheitskonzept, mit welchem er Kranke heilte und dadurch große Berühmtheit erlangte. Es basiert auf fünf Elementen: Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und innere Ordnung. Seine Forschung hat der Geistliche zwar schon vor rund 150 Jahren betrieben, doch sie ist heute nicht weniger aktuell – gerade in stressigen Zeiten, in denen es mehr denn je darauf ankommt, Achtsamkeit walten zu lassen.

Ein gut funktionierendes Immunsystem, körperliche Fitness und Stressresistenz sind nicht nur wichtig für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, sondern auch für die Widerstandsfähigkeit. Und die lässt sich in Corona-Zeiten auch gut zu Hause stärken. Ines Wurm-Fenkl lehrt an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen und erklärt, wie man mit kaltem Wasser Krankheitserreger erfolgreich abwehren kann: „Auf Kaltwasserreize reagiert der Körper mit der Produktion von Wärme und mehr Abwehrstoffen, die durch eine verbesserte Durchblutung gleich dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.“

Augen auf! Einen Tipp für müde Homeoffice-Augen hat sie auch: „Die geöffneten Augen zehn bis 20 Sekunden lang in eine Schüssel mit kaltem Wasser halten, die Augen hin- und herrollen und mit den Lidern klappern.“ Praktischer Nebeneffekt: Die Übung hilft auch den Abwehrkräften der oberen Atemwege.

Eine einfache Anwendung für die eigenen vier Wände ist das Wechselfußbad. Dafür benötigt man zwei Eimer, in denen jeweils beide Füße bequem Platz haben sollten. Der eine Eimer wird mit möglichst kaltem (bis 18 Grad Celsius), der andere mit warmem Wasser (36 bis 38 Grad Celsius) gefüllt. Nun hält man die Füße zunächst fünf Minuten in das warme Wasser und taucht sie danach für zehn bis 15 Sekunden in das kalte Wasser. Anschließend wird die Anwendung einmal wiederholt und mit dem kalten Wasser beendet. Danach sollten die Füße gut abgetrocknet und wieder erwärmt werden, zum Beispiel mittels dicker Socken oder einer Massage. Die Anwendung soll die Durchblutung fördern, das Immunsystem stärken sowie bei Schlafstörungen, gegen Kopfschmerzen, gegen chronisch kalte Füße und gegen niedrigen Blutdruck helfen.

Zum 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp gibt es in diesem Jahr in ganz Deutschland viele regionale Veranstaltungen. Die zentralen Feierlichkeiten mit Vorträgen, Konzerten, Festen und Gottesdiensten finden – falls es das aktuelle Infektionsgeschehen zulässt – rund um Kneipps Geburtstag am 17. Mai in Bad Wörishofen statt. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.kneipp2021.de/veranstaltungen

Übrigens: Heute beherbergt das Kloster, in dem Kneipp wirkte, ein Hotel, in dem die Gäste sich nach allen Kneipp-Regeln erholen können. Die „KurOase“ ist auch Ziel von Reisen im Rahmen der VdK-Erholungsfürsorge.

Mirko Besch

Schlagworte Sebastian Kneipp | Wassertreten | Kneipp-Museum | Bad Wörishofen | Wechselfußbad

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