23. Februar 2021
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Die Corona-Maschen der Trickbetrüger

Wie Kriminelle die Ängste und Sorgen der Menschen in der Pandemie ausnutzen

Das Telefon klingelt, ein Arzt ist dran. Er erklärt, der Sohn liege mit einer Covid-19-Erkrankung im Koma und benötige dringend ein teures, noch nicht zugelassenes Medikament. Eine Mitarbeiterin würde vorbeikommen und das Geld dafür abholen. Anrufe wie diese kommen zurzeit häufiger vor. Trickbetrüger haben ihre Maschen an die Pandemie angepasst – und sind damit sehr erfolgreich.

© Unsplash

Die Zahl der Trickbetrüge hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Täter sind meist gut geschult und wissen genau, wie sie die Verunsicherung und die Sorgen der Menschen während der Corona-Krise für ihre Zwecke nutzen können. „Die Betrüger passen sich an“, erklärt Wera Engelhardt von der Pressestelle des Bayerischen Landeskriminalamts.

Zu den neuen Maschen gehören Schockanrufe wie der oben geschilderte. Sie zielen darauf ab, das Opfer mit einer erschreckenden Situation zu konfrontieren, sodass es unüberlegt Geld aushändigt. Auch der Enkeltrick wurde an die Corona-Pandemie angepasst. Beispielsweise steckt der vermeintliche Enkel in Quarantäne und braucht dringend Geld. Neu sind auch diese Tricks:

  • Die Betrüger geben sich am Telefon als Mitarbeiter einer Apotheke aus und drehen dem Opfer teure Arzneimittel an. Oder ein falscher Arzneihändler behauptet, Corona-Impfstoff besorgen zu können – natürlich zu einem horrenden Preis.
  • Vermeintliche Bankmitarbeiter rufen an und erklären, der TAN-Generator müsse überprüft werden. Dabei wird der Angerufene gebeten, seine Bankdaten preiszugeben. Oder die angeblichen Mitarbeiter behaupten, das kürzlich abgehobene Bargeld sei mit dem Coronavirus infiziert und müsse deshalb abgeholt werden.
  • Falsche Mitarbeiter des Gesundheitsamts klingeln an der Haustür und geben an, sie wollten einen Corona-Test machen oder kontrollieren, ob die Hygienevorschriften eingehalten würden. Oder die Betrüger geben sich am Telefon als Mitarbeiter des Gesundheitsamts aus und fordern, man müsse einen Corona-Test zum Preis von mehreren Tausend Euro durchführen.
  • Auch die Nachbarschaftshilfe wird für Betrug missbraucht: Die vermeintlichen Helfer geben vor, Einkäufe zu erledigen, und fordern dazu auf, Geld und einen Einkaufszettel vor die Tür zu legen.
  • Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist derzeit eine E-Mail mit einer „Corona-Karte“ im Umlauf, auf der angeblich in Echtzeit Corona-Infektionen registriert werden. In Wahrheit handelt es sich aber um eine Schadsoftware, die Passwörter und Zugangsdaten am PC ausliest.

So verhalten Sie sich richtig

Betrüger geben sich oft als Polizisten, Handwerker oder als Mitarbeiter der Stadtwerke oder einer Bank aus. Stehen sie unangemeldet vor der Tür und verlangen Zutritt zur Wohnung, ist gesundes Misstrauen angebracht. „Es ist nicht unhöflich, jemanden nicht hereinzulassen“, sagt Wera Engelhardt. „Lassen Sie sich den Dienstausweis zeigen“, rät sie. Wer sich unsicher ist, kann beim vermeintlichen Arbeitgeber anrufen. Unbekannten sollte man nie Geld oder Wertgegenstände übergeben – selbst, wenn es angeblich Polizisten sind. „Die echte Polizei würde das nie einfordern“, betont Engelhardt.

Viele Trickbetrüger nutzen das Telefonbuch, um gezielt nach Opfern zu suchen. Im Telefongespräch gehen sie psychologisch äußerst geschickt vor. „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen“, empfiehlt Engelhardt. „Legen Sie im Zweifelsfall einfach auf.“ Am Telefon sollte man keine privaten Daten und schon gar nicht seine Bankdaten herausgeben. Ebenfalls ratsam ist es, E-Mails mit Anhang von unbekannten Absendern nicht zu öffnen. Außerdem sollte man unbekannten Anrufern niemals Zugang zu seinem Rechner gewähren. Wer dennoch auf einen Trickbetrug hereingefallen ist, dem rät Engelhardt, die Polizei zu informieren. So besteht nicht nur die Chance, sein Geld wiederzubekommen, sondern auch, dass die Täter gefasst werden.

Annette Liebmann

Schlagworte Trickbetrug | Trickbetrüger | Corona | Enkeltrick

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