23. Februar 2021
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Endlich wieder krankenversichert

Mit Sachverstand und Überredungskunst: VdK Main-Spessart hilft Sänger aus einer Lebenskrise

Die Corona-Pandemie trifft Künstler besonders hart. VdK-Mitglied André Carswell ist einer von ihnen, die sich in existenzieller Not befinden. Der Sozialverband half ihm dabei, sein Leben, das schon vorher turbulent war, wieder auf die Reihe zu bekommen. Der VdK überzeugte ihn in Beratungsgesprächen, Hartz IV zu beantragen – auch um Probleme mit der Krankenversicherung zu regeln.

André Carswell
Soul, Pop und Rock gehören zum Repertoire des Sängers André Carswell. Seine Stimme umfasst vier Oktaven. Hier bei einem Auftritt mit dem Pianisten Michel Hauck. | © Harald Reuther

Der 53-Jährige ist Sänger und war immer ein Freigeist. Die Musik ist sein Leben. Schon vor der Corona-Krise lebte er von Auftritt zu Auftritt und konnte sich finanziell immer gerade so über Wasser halten. Dem Staat wollte er nie auf der Tasche liegen. Doch Corona änderte das. Die Schulden wuchsen und wuchsen. Das VdK-Mitglied ließ sich in der Kreisgeschäftsstelle Main-Spessart beraten und ist heute froh, dass er diesen Schritt gegangen ist.

VdK-Sachbearbeiter Kai Kellershohn sorgte dafür, dass er jetzt sorgenfreier in die Zukunft blicken kann. Für Carswell ist vor allem wichtig: Er ist jetzt endlich krankenversichert und hat mit Arbeitslosengeld II, sprich Hartz IV, für seine Verhältnisse ein geregeltes Einkommen. „Wir sind froh, Herrn Carswell helfen zu können. Denn nun muss er sich über Krankenkassenbeiträge erst mal keine Gedanken mehr machen und kann seinen Lebensunterhalt bestreiten“, sagt VdK-Kreisgeschäftsführerin Aurica Gruber.

Carswells Problem begann schon vor vielen Jahren, weil er aus der Künstlersozialkasse rausfiel: Er konnte die Beiträge nicht bezahlen. Und somit war er bald auch nicht mehr krankenversichert. Der Künstler kam am 23. Oktober 2018 zum ersten Mal zum VdK. Er sagte damals, dass er seit 2008 keine Sozialversicherungsbeiträge mehr zahlt. „Wir haben ihm hier bereits geraten, einen Antrag auf Sozialleistungen beim zuständigen Jobcenter zu stellen, was er jedoch ablehnte“, erzählt sein Sachbearbeiter Kai Kellershohn. Damals dachte er, seine Probleme noch selber lösen zu können. Aber das war ein großer Irrtum.

Ausweglose Situation

Schon bald sah sich Carswell in einer ausweglosen Situation und suchte erneut die VdK-Kreisgeschäftsstelle auf. Kellershohn: „Bei einem weiteren Termin am 14. Oktober 2020 legte er uns eine Forderung der Agentur für Arbeit in Höhe von 2703,43 Euro vor. Diese Forderung bezog sich auf Bescheide aus dem Jahr 2010. Außerdem sagte Herr Carswell, dass er Beitragsschulden bei der AOK in Höhe von circa 30.000 Euro hat, und dass er am 28. Oktober 2020 an der linken Schulter operiert wird.“

Das waren Neuigkeiten, die es in sich hatten. Kellershohn machte sofort eine Sachstandsanfrage beim Arbeitsamt und forderte bei der AOK eine Aufstellung über die Höhe der Beitragsschulden an. Es sah nicht gut aus. Der VdK-Sachbearbeiter musste Überzeugungsarbeit leisten. Carswell erklärte sich schließlich dazu bereit, einen Antrag auf Sozialleistungen beim Jobcenter zu stellen. „Seine finanzielle Situation war maximal angespannt, da er als Künstler aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 kaum Einnahmen erhalten hat“, erklärt Kellershohn.

Mit Bescheid vom 17. November 2020 wurden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts rückwirkend ab 1. Oktober 2020 in Höhe von 206,08 Euro vom Jobcenter bewilligt. Doch damit war noch lange nicht alles bereinigt, wie Kellershohn weiter schildert: „Am 19. November 2020 gab uns Herr Carswell ein Schreiben von der AOK, in dem ausgeführt wird, dass seine Krankenhauskosten für die stationäre Schulter-Behandlung vom 28. Oktober 2020 bis zum 1. November 2020 nicht übernommen werden.“ Denn Carswell war aufgrund der Beitragsschulden nur notversichert.

Dieses Problem konnte der VdK schnell klären, da Carswell ja nun seit 1. Oktober 2020 Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts vom Jobcenter erhält und damit auch regulär krankenversichert ist. „Die Krankenhauskosten wurden mittlerweile übernommen“, so Kellershohn.

Werbung für den VdK

Carswell lebt derzeit in einer Kellerwohnung. Dort steht ihm nur das Nötigste zur Verfügung. Er ist froh, die Probleme mit der AOK bereinigt zu haben und endlich wieder krankenversichert zu sein. „Ich mache überall Werbung für den VdK. Die haben mir so schnell geholfen. Es gibt so viele Gesetze, mit denen ich mich nicht auskenne. Aber die haben alles gemacht, schnell Rückmeldung gegeben und mir immer zugehört.“ Carswell weiter: „Alles, was für mich negativ war, wurde besser.“ Jetzt habe sich seine Lage etwas entspannt. Und wenn es wieder Auftritte für ihn gibt, kann es nur noch bergauf gehen.

Petra J. Huschke

Schlagworte So hilft der VdK | Sozialrechtsberatung

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