29. Januar 2021
VdK-Zeitung Archiv

VdK rät zu Antrag auf Grundsicherung im Alter

Deutliche finanzielle Verbesserung durch neuen Freibetrag möglich – Berechnung auf der VdK-Webseite

Mit der Einführung der Grundrente zum Jahresbeginn trat auch der Freibetrag in der Grundsicherung im Alter in Kraft. Während die Grundrente laut Deutscher Rentenversicherung einen Zuschlag von durchschnittlich 75 Euro brutto bringen wird, kann sich ein Antrag auf Grundsicherung für Freibetragsberechtigte durchaus lohnen. Bis zu 223 Euro zusätzlich könnten in der Geldbörse ankommen. Der VdK empfiehlt deshalb, einen Antrag auf Grundsicherung im Alter beim Sozialamt zu stellen.

Symbolbild: Geldbörse mit Geldscheinen, drumherum stehen Rentner-Figürchen
© Wilfried Pohnke / pixabay.de

Für einen möglichen Anspruch auf den neuen Freibetrag gilt wie für einen eventuellen Grundrentenzuschlag: Berechtigte müssen mindestens 33 Jahre sogenannte Grundrentenzeiten vorweisen. Berücksichtigt werden in dieser Berechnung zum Beispiel Zeiten aus Berufstätigkeit, aber auch Zeiten von Kindererziehung und Pflege. Schon jetzt ist klar: Der Grundrentenzuschlag wird in vielen Fällen überschaubar bleiben.

Aber durch den neuen Freibetrag könnte sich die finanzielle Situation von Beziehern kleiner Renten deutlich verbessern. Während die Grundrente automatisch berechnet und ausgezahlt wird, müssen allerdings Personen, die von diesem neuen Grundrentenfreibetrag in der Grundsicherung profitieren wollen, einen Antrag auf Grundsicherung im Alter stellen.

Viele Rentenbezieher werden trotz eines Grundrentenzuschlags mit ihrem Alterseinkommen weiter unterhalb des Grundsicherungsbedarfs bleiben. Für diese Personengruppe könnte sich der Antrag auf Grundsicherung lohnen. Denn: Während bislang die gesetzliche Rente komplett mit der Grundsicherung verrechnet wurde, kann der Freibetrag bis zu 223 Euro mehr Alterseinkommen bedeuten.

Seit Beginn des Jahres gilt Folgendes: Ein Betrag von 100 Euro der monatlichen Bruttorente wird nicht angerechnet. Vom restlichen Betrag der Bruttorente werden 30 Prozent ermittelt, die zusammen mit diesen 100 Euro den Gesamtfreibetrag bilden. Insgesamt können so derzeit maximal 223 Euro Freibetrag zusammenkommen (= maximal 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung).

Antrag beim Sozialamt

Wenn es wahrscheinlich ist, dass man zum Kreis der Anspruchsberechtigten gehört, rät der Sozialverband VdK, direkt beim Sozialamt Grundsicherung im Alter zu beantragen. Um einen möglichen Anspruch auf Grundsicherung zu prüfen, empfiehlt sich vor der Antragstellung ein Blick auf die Webseite des Sozialverbands VdK. Dort lässt sich mithilfe eines Grundsicherungsrechners ein eventueller Anspruch ermitteln (siehe Hinweis im Service-Kasten). Der VdK begrüßt, dass sich durch den Freibetrag langjährig Beschäftigte mit niedrigen Löhnen im Alter finanziell verbessern können. Der Sozialverband kritisiert aber die Ausarbeitung des Gesetzes und die rechtliche Situation, in der sich die Anspruchsberechtigten befinden.

Denn die Situation ist kompliziert: Für die Berechnung des Freibetrags benötigen die Ämter die Zahlen der Grundrentenzeiten von der Rentenversicherung. Und die hat angekündigt, dass sie frühestens ab Sommer dieses Jahres Daten bereitstellen kann. Deshalb werden die Grundsicherungsbescheide zunächst ohne einen möglichen Freibetrag berechnet. Solange die Daten der Deutschen Rentenversicherung nicht vorliegen, verschicken viele Sozialämter zunächst Ablehnungsbescheide, auch wenn eine Freibetragsberechtigung vorliegt.

Erst wenn die Daten über die Grundrentenzeiten ermittelt sind, ist das Sozialamt in der Lage, den Freibetrag zu berücksichtigen. Deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen möglichst früh einen Antrag stellen, um ihre Rechte zu wahren. Der Sozialverband VdK berät Sie im Fall einer Ablehnung.

Service

Mit dem Grundsicherungsrechner auf unserer VdK-Webseite können Sie ermitteln, ob Sie möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben. Dazu fragt der Rechner etwa nach der Höhe Ihrer Wohnkosten und der Höhe Ihrer Rente. Bitte beachten Sie, dass das Ergebnis eine Orientierung darstellt und keine rechtssichere Auskunft bietet. Selbstverständlich ist der Datenschutz gewährleistet. Besteht ein Anspruch, sollten Sie beim Sozialamt einen Antrag auf Grundsicherung stellen.

Zum Grundsicherungs-Rechner: www.vdk.de/grundsicherungsrechner

Jörg Ciszewski

Schlagworte Grundsicherung | Grundsicherungsrechner

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