7. Mai 2020
VdK-Zeitung Archiv

Entlastung für die Eltern

Ein Kind mit Behinderung zu pflegen, ist eine Herausforderung – Auf welche Leistungen man Anspruch hat

Die Pflege eines schwerbehinderten Kindes bestimmt den Alltag der gesamten Familie. Oft müssen die Angehörigen ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken. Es gibt eine Reihe von Leistungen, die die hohe Belastung verringern sollen. Einige davon werden in diesem Artikel vorgestellt.



Wie beantragt man einen Pflegegrad für ein Kind?

Auch Kinder und Jugendliche können pflegebedürftig sein. Auch sie haben einen Anspruch auf Unterstützung bei der Pflege. Wie diese aussieht und was Eltern brauchen, wenn sie bei der Pflegekasse einen Pflegegrad für ihr Kind beantragen wollen, zeigen wir in unserem Beitrag.


Bei der Feststellung des Pflegegrads wird ein Kind mit Behinderung mit gleichaltrigen Kindern ohne Behinderung verglichen. In den ersten eineinhalb Lebensjahren ist eine Einstufung schwierig. Die Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) gehen davon aus, dass in dieser Zeit ohnehin ein hoher Pflegebedarf besteht. Entscheidend ist also die über das Normalmaß hinausgehende notwendige Hilfe bei der Ernährung, Körperpflege und Mobilität. Dabei werden pflegebedürftige Kinder bis 18 Monate immer pauschal einen Pflegegrad höher eingestuft.

Pflegegeld und mehr

Wird das Kind zu Hause gepflegt und hat mindestens Pflegegrad 2, können die Eltern zwischen Pflegegeld, Pflege sachleistung und einer Kombination aus beidem wählen. Von Pflegesachleistung ist die Rede, wenn ein ambulanter Pflegedienst ins Haus kommt und bestimmte Aufgaben, wie beispielsweise die Körperpflege, übernimmt. Pflegegeld erhalten Eltern, wenn sie das Kind selbst versorgen. Beides lässt sich miteinander kombinieren. Hinzu kommt ein monatlicher Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro.

Dieser Betrag kann beispielsweise für Familienunterstützende Dienste (FUD), Familienentlastende Dienste (FED) oder Fachdienste für Offene Hilfen verwendet werden. Deren Träger sind Wohlfahrts- oder Behindertenverbände, die beispielsweise Fahrdienste, Unterstützung bei der Betreuung und bei pflegerischen Tätigkeiten sowie Freizeitaktivitäten anbieten und die Eltern so entlasten. Auch Krankenkassen, Pflegekassen, Sozialhilfeträger oder die Eingliederungshilfe können einen Teil der Kosten übernehmen. Den Restbetrag muss die Familie meist selbst tragen.

Wenige Plätze für Kinder

Wird ein Eltern teil krank, finanziert die Pflegekasse eine Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. Diese kann nicht nur im Krankheitsfall in Anspruch genommen werden, sondern auch, wenn die Eltern einen Urlaub oder eine Auszeit brauchen. Für Kinder stehen jedoch nur wenige Pflegeplätze zur Verfügung, da sich die Mehrzahl der Pflegeeinrichtungen auf Senioren spezialisiert haben und Jugendhilfeeinrichtungen zumeist nicht auf pflegebedürftige Kinder ausgerichtet sind.

In der Ferienzeit sind die begehrten Plätze leider oft schon belegt. Alternativ kann auch eine Ersatzpflegeperson aus der Verwandtschaft, Nachbarschaft oder von einem Pflegedienst die Pflege zu Hause übernehmen. Die Pflegekasse übernimmt für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege insgesamt 2418 Euro pro Jahr. Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne in allen Fragen rund um die Pflege bei einer Behinderung. Fragen Sie einfach bei Ihrer Geschäftsstelle nach.

Annette Liebmann

Schlagworte Pflege | Kinder | Pflegegrad | Schwerbehinderung | Familienunterstützende Dienste | Familienentlastende Dienste | Verhinderungspflege | Kurzzeitpflege

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