30. April 2020
VdK-Zeitung Archiv

Heiteres Vogelkino

Mit dem Projekt „Alle Vögel sind schon da“ kommt die Natur in bayerische Senioreneinrichtungen

Vögel zu beobachten, bereitet vielen Menschen Freude. Doch wie lässt sich dieses Erlebnis genießen, wenn man nicht mehr selbstständig und beweglich ist? Vor knapp drei Jahren kam der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) auf die Idee, das Vogelkino zu Heimbewohnerinnen und -bewohnern zu bringen. Mit großem Erfolg.

Jede Menge Spaß: Eine Betreuungsfachkraft (links) in einem Pflegeheim im mittelfränkischen Landkreis Roth übt mit einer Bewohnerin spielerisch, welche gefiederten Gäste sich gern am Futterplatz blicken lassen. | © LBV/Tschapka

Es ist Frühling. Endlich erwacht die Natur. Die Kirsch- und Apfelbäume stehen in voller Blüte. Die fröhliche Vogelschar tiriliert und zwitschert aus vollen Kehlen. Wie in dem Volkslied „Alle Vögel sind schon da“, das dem LBV-Projekt seinen Namen gibt. Kathrin Lichtenauer leitet die Initiative und ist sich sicher: „Vogelkino macht Freude und hält körperlich und geistig fit.“

Davon profitieren nicht nur die Seniorinnen und Senioren, berichtet die Expertin. Auch die Angehörigen und das Pflegepersonal freuen sich, wenn sie sehen, mit wie viel Begeisterung sich die betagten Menschen mit der Vogelwelt beschäftigen. Das Projekt startete Ende 2017 und steht unter der Schirmherrschaft der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml. Medien wie der BR haben darüber berichtet.

Wie gut das Angebot ankommt, zeigen die Reaktionen: „Die Plüschvögel sind so putzig und lieb, dass wir damit auch die bettlägerigen Bewohner erreichen und diese reagieren“, schreibt ein Teilnehmer im Gästebuch auf der Webseite des LBV. Dabei hält sich der Aufwand in Grenzen: Wenn Lichtenauer ein Pflegeheim besucht, hat sie neben einer Futterstation spielerische Angebote zur Vogelbestimmung im Gepäck, darunter bunte Schautafeln, Plüschvögel mit authentischen Vogelstimmen und ein Begleitbuch. Einmal ins Heim gebracht, wird das Projekt zum Selbstläufer.

Erinnerungen wecken

„Es ist in erster Linie ein Projekt für die Menschen“, betont die Vogelkennerin. „Es ist immer wieder schön, die Freude bei den Heimbewohnerinnen und -bewohnern zu sehen, wenn ich ihnen die einzelnen Singvögel vorstelle.“ Wenn die Runde dann gemeinsam Vogellieder singt, fällt Lichtenauer auf, wie textsicher viele Seniorinnen und Senioren sind. Überhaupt werden bei den älteren Menschen frühe Erinnerungen wach. „So mancher in sich gekehrte Demenzkranke regt sich wieder, spricht sogar, wenn er die Vögel hört oder sieht.“

Das Angebot des LBV richtet sich an vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Wer teilnimmt, holt das faszinierende Schauspiel vors Fenster und regt die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner an, sich beim Vogelkino zu treffen und auszutauschen. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt begleitet das Projekt wissenschaftlich, um zu untersuchen, inwieweit das Naturerlebnis die Gesundheit und das Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren fördert. Die Zwischenbilanz ist positiv. Endgültige Forschungsergebnisse werden im Herbst erwartet.

Die Idee spricht darüber hinaus alle Generationen an. Enkelkinder und Großeltern können gemeinsam dem Betrieb am Vogelhäuschen zusehen. Diese Möglichkeit fällt seit der Corona-Krise leider weg. Kathrin Lichtenauer bleibt optimistisch: „Trotz der Krise bewerben sich noch Heime.“ Bei vielen teilnehmenden Einrichtungen habe das Vogelkino einen festen Platz im Heimalltag gefunden. Die Projektleiterin ist froh, dass sie bayernweit schon mehr als 65 Heime ausgestattet hat. Jetzt, da keine Besuche von Angehörigen erlaubt sind, haben die Menschen noch einen Lichtblick.

Info

Die Teilnahme ist für vollstationäre Pflegeeinrichtungen kostenfrei. Die finanzielle Förderung des Projekts übernehmen die beteiligten Pflegekassen. Bewerbungen sind möglich unter: www.lbv.de/allevoegel

Elisabeth Antritter

Schlagworte Vogelkino | Vögel | Seniorenheim

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