30. April 2020
VdK-Zeitung Archiv

Skypen mit dem Handy der Pflegerin

Moderne Kommunikationsmittel sind in Heimen eher die Ausnahme

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen können wegen des Coronavirus keinen Besuch empfangen. Politiker und Experten raten zu anderen Kommunikationsformen wie Videotelefonie. Doch nur wenige Heime bieten diese Möglichkeiten. Oft gibt es nicht mal ein Telefon.

Bundespräsident, Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten haben immer wieder betont, dass die Angehörigen in den Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht besucht werden dürfen. „Das reißt uns das Herz entzwei. Und doch gilt gerade hier: Halten wir Abstand, um sie zu schützen! ... Aber zeigen wir ihnen, dass wir ihnen nahe sind“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer seiner Videobotschaften.

Der eine oder andere Ministerpräsident sprach von der Möglichkeit der Videotelefonie oder eines Podcasts vom Enkel oder der Enkelin. Bisher bieten nur wenige Einrichtungen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern moderne Kommunikationsgeräte. „Die wenigsten Pflegeheime haben Tablets oder ähnliches“, berichtet Yvonne Knobloch. Sie leitet das kostenlose Beratungstelefon „Pflege und Wohnen“ des Sozialverbands VdK Bayern und hat immer wieder Kontakt zu Menschen, die nicht wissen, wie sie in Zeiten von Corona mit ihren Angehörigen kommunizieren können.

„Wir hatten unter anderem einen Anruf einer verzweifelten Frau, deren Mutter im Pflegeheim nicht einmal ein Telefon auf dem Zimmer hat“, berichtet Knobloch. Dies sei leider bei vielen Bewohnern in Pflegeheimen so, die Hilfe zur Pflege erhalten. Es gebe aber auch positive Entwicklungen. So hätten manche Heime Tablets angeschafft, damit die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Angehörigen sprechen und sehen können, erzählt die Leiterin des Ressorts „Leben im Alter“ beim VdK Bayern.

Immer wieder helfen Pflegekräfte auch mit ihren privaten Smartphones aus, wie Angehörige im Radio oder Fernsehen mit großer Dankbarkeit berichten. Vielleicht sorgt die Corona-Krise ja dafür, dass die Pflegeeinrichtungen künftig verstärkt digitale Techniken anbieten.

Videochats und Podcasts

Wer mehr als nur telefonieren möchte, braucht ein internetfähiges Gerät: Dies kann ein PC, ein Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone sein. Für Videotelefonie ist es natürlich schöner, wenn der Bildschirm größer ist und so die Angehörigen auch besser zu sehen sind. Bei einem Laptop oder Tablet ist dies von vornherein der Fall. Es gibt aber auch Smartphones, die größere Displays haben.

Das bekannteste Programm für Video-Telefongespräche ist Skype. Dieses kann sowohl im Internet-Browser unter www.skype.com (zum Beispiel auf dem PC) oder im App Store/Google Play Store (Smartphone/Tablet) heruntergeladen werden. Nachdem man ein Skype-Konto eingerichtet hat, kann man sich mit einem Nutzernamen und einem Kennwort anmelden. Um mit anderen skypen zu können, muss diese Person auch einen eigenen Zugang haben und online sein.

Videofunktionen bieten außerdem der Facebook-Messenger und WhatsApp sowie Google mit Duo und Hangouts. Wer einen Zugang hat, kann über die Chatfunktionen des Programms eine Videounterhaltung starten. So wählt man die Nutzerin oder den Nutzer aus, die oder den man anrufen will, und wie bei Skype startet man das Gespräch mit dem Kamera-Symbol.

Alternativ zu einem Gespräch können Angehörige Video- oder Audio-Botschaften (Podcasts) versenden. Für beides eignen sich Kurznachrichtendienste wie WhatsApp oder Telegram. Wie bei einer geschriebenen Nachricht wählt man die Person aus, der man die Botschaft schicken will, dann drückt man auf das Mikrofon-Symbol für eine Sprachnachricht oder auf die Kamera für ein Video, nimmt die Nachricht auf und schickt sie ab.



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28.04.2020

Sebastian Heise

Schlagworte Videochats | Podcasts | Videotelefonie | Corona | Pflege | Pflegeheime

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