29. April 2020
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Abstand halten und dennoch zusammenhalten

Nachbarschaftshilfe für Ältere und Kranke: Wie sich VdK-Mitglieder während der Corona-Krise helfen und stützen

In Krisen zeigt sich, worauf es wirklich ankommt: Rücksicht nehmen, nicht wegschauen, an andere denken und ihnen Hilfe anbieten. All das haben VdK-Mitglieder in den vergangenen schweren Wochen getan. Während sich die Corona-Pandemie jeden Tag weiter ausbreitet, gestalten sie das alltägliche Leben solidarisch, mitfühlend und menschlich. Genau diese Werte, für die der Sozialverband VdK einsteht, haben sich in diesen schweren Zeiten bewährt.

© VdK

In vielen VdK-Ortsverbänden haben sich innerhalb weniger Tage nach dem Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen Menschen zusammengefunden, um Hilfsangebote zu starten. Hier war es ein großer Vorteil, dass es beim VdK Strukturen gibt, die es erleichtern, schnell zu helfen. Denn in der Regel treffen sich die VdK-Mitglieder regelmäßig und tauschen sich aus. Beim VdK weiß man, wer allein ist und Hilfe braucht.

Beim VdK hilft man sich

„Einigen fällt bestimmt die Decke auf den Kopf“, sagt Klementine Rehm, Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Tutzing in Bayern. Sie und ihr Stellvertreter Christian Gärtner versuchen, ihren Mitgliedern Unterstützung zu bieten. Zurzeit ist viel zu tun: Kontakte pflegen, Besorgungen erledigen, Unterstützung bei allen möglichen Tätigkeiten.

Edelgard Dietrich, Vorsitzende des Ortsverbands Lippe-Nord in Nordrhein-Westfalen greift in diesen Tagen öfter zum Telefon, um zu erfahren, wie es denen geht, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. „So habe ich auch veranlasst, dass ein älterer Herr ins Krankenhaus gebracht wird“, erzählt die Ortsverbandsvorsitzende. Das sei eben ein Vorteil in kleineren Städten und auf dem Land: Hier kennt man sich noch und passt aufeinander auf.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Barntrup hat der VdK in Lippe-Nord die Aktion „Gemeinschaftliche Nächstenhilfe“ ins Leben gerufen. Andrea Garthe aus Dortmund hilft bei der Pflege ihrer Mutter und unterstützt Nachbarn. „Das habe ich vorher schon gemacht. Gerade bei meiner Mutter ist der Zusammenhalt im Haus super“, lobt das 51-jährige VdK-Mitglied. Andrea Garthe ist sich sicher: Wer vorher schon ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn hatte, der kommt auch gut durch diese Krisenzeiten.

So ist es auch in der Nachbarschaft von Sabrina Kremer. Die 33-Jährige macht zurzeit im Berufsförderungswerk Köln eine Umschulung und wohnt im Internat. „Ich frage meine älteren Nachbarn mindestens einmal in der Woche, ob es ihnen gut geht und sie etwas brauchen“, so das engagierte VdK-Mitglied. Wenn sie einkaufen gehe, dann versorge sie eben auch die Nachbarn mit, damit die zu Hause bleiben können.

Helga Töpfer ist ehrenamtlich im VdK tätig und darüber hinaus als Senioren- und Nachbarschaftsstifterin in Gelsenkirchen aktiv. „Ich bin da, wenn Menschen meine Hilfe brauchen. Es macht mir auch sehr viel Spaß, zu helfen“, schreibt das VdK-Mitglied. Im VdK-Ortsverband Gelsenkirchen gehe es generell nach der Devise: „Wir lassen keinen allein.“

Auch beim VdK Baden-Württemberg gibt es Hilfsangebote. Im VdK-Kreisverband Tauberbischofsheim waren VdK-Mitglieder zum Beispiel sofort für andere Menschen einsatzbereit. Sie organisieren Einkaufshilfen, erledigen Botengänge und helfen bei der Versorgung von Haustieren. „Auch Solidarität ist ansteckend“, ist VdK-Kreisverbandsvorsitzender Kurt Weiland überzeugt.

In den vergangenen Wochen hat Otto Pühl viel mehr Zeit mit Telefonieren verbracht als sonst. Der Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Nieder-Eschbach in Hessen koordiniert gemeinsam mit der Sozialbezirksvorsteherin die Hilfsaktion in der Gemeinde. Schon wenige Tage, nachdem die Aktion ins Leben gerufen wurde, meldeten sich die ersten Hilfebedürftigen, die Unterstützung beim Einkaufen brauchten. „Vielen hilft es schon, zu wissen, dass im Fall der Fälle jemand da ist, der sich kümmert“, so Otto Pühl.

Auch beim VdK-Ortsverband Eisenach in Thüringen hat der Vorstand sofort gehandelt und eine Anzeige in der Presse geschaltet. Darin heißt es: „Wir VdK-Mitglieder unterstützen uns in dieser schweren Zeit gegenseitig. Hilfe suchende Menschen, die wegen der Corona-Krise keine andere Wahl haben und zu Hause bleiben müssen, können sich vertrauensvoll an den Vorstand unseres Ortsverbands wenden.“ Vorsitzender Mario Schinköth ist froh, so viele Mitstreiter zu haben. „Neben den alltäglichen Dingen, wie Einkaufen oder Medikamente aus der Apotheke holen, wollen viele auch einfach mal nur reden“, sagt er.

Nähmaschinen surren

Ob gemeinsam mit anderen Akteuren oder in Eigenregie: Bundesweit waren und sind VdK-Mitglieder in der Corona-Krise aktiv und kreativ. Rund 20 Masken am Tag stellt Marianne Estner, Vorsitzende des oberbayerischen VdK-Kreisverbands Bad Tölz, her. Ob bunt, gepunktet oder gestreift: „Man soll sie gern anziehen“, sagt die 68-Jährige.

Auch zwei Mitglieder des VdK-Kreisverbands Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg nähen fleißig für einen Kindergarten. „Die Nachfrage nimmt zu. Es gibt kaum geeignetes Material, selbst Gummibefestigungen oder ähnliches sind schwer zu bekommen“, erzählt Gerd Bork, VdK-Kreisvorsitzender in Oberspreewald-Lausitz. Kristin Enge aus Potsdam folgte dem Aufruf einer Klinik und näht Mundschutz aus Baumwollstoffresten. Auch im VdK-Ortsverband Gotha in Thüringen surrten in den vergangenen Wochen die Nähmaschinen.

Roger Biczkowski aus Euskirchen in Nordrhein-Westfalen freut sich, dass beim VdK so viele Hilfsaktionen aus dem Boden gestampft wurden. „So schlimm diese Pandemie auch für uns alle ist, es wird hierdurch deutlich, dass Menschlichkeit Bestand hat. Allein der Zusammenhalt wird dazu beitragen, diese Krise zu meistern“, ist das VdK-Mitglied überzeugt. Der VdK trage erheblich dazu bei, dass dies gelingen kann. „Ich bin stolz, VdK-Mitglied zu sein“, so Roger Biczkowski.

Ines Klut

Schlagworte Nachbarschaftshilfe | Corona | VdK-Mitglieder helfen

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