24. März 2020
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Wettervorhersagen werden immer genauer

Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst erklärt seinen Traumberuf

Wetterhäuschen und Bauernregeln – schön und gut. Doch nichts geht über die moderne Meteorologie. Wettervorhersagen werden dank Computer, Satelliten, Radar und komplizierter Rechenmodelle immer genauer. Ein Beispiel: Die Fünf-Tage-Prognose ist 2020 so präzise wie 1980 der Wetterbericht für den nächsten Tag.

Symbolfoto: Wolken am blauen Himmel

Sonnenschein, Wolken, Regen, Schnee, Sturm oder Gewitter werden heutzutage mithilfe von Hochleistungsrechnern vorausgesagt. „Immer mehr Wissen steckt in den Computern“, weiß Andreas Friedrich, Meteorologe, Pressesprecher und Tornadobeauftragter beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Wenn er erklärt, wie das Wetter berechnet wird, spürt man die Ehrfurcht vor mathematischen, physikalischen und chemischen Gesetzen.

„Man benötigt Anfangsdaten, um in die Zukunft blicken zu können“, betont Friedrich. Und diese Anfangsdaten werden dank guter Arbeit weltweit immer besser. Folglich können die schnellsten Supercomputer mit immer neuem Material gefüttert werden. „Wettersatelliten, Wetterradarsysteme, Blitzerfassungssysteme – all diese Informationen gehen in die Analyse ein. In ihrem Wettermodell legen Meteorologen ein Gitternetz über die ganze Erde. Und an jedem Gitterpunkt wird das Wetter berechnet: Temperatur, Luftdruck, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit“, sagt Friedrich.

Weltweit gebe es Abermillionen von diesen Gitterpunkten. In Deutschland beträgt der Abstand der Gitterpunkte 2,8 Kilometer. Der ganze Globus – vom Boden bis in etwa 75 Kilometer Höhe – besteht aus dem Gitternetz. Aber nicht alle Arbeit erledigen die Computer. Sie liefern nur Wahrscheinlichkeiten. Um zu bewerten, welche Modelle für die aktuelle Wetterlage am besten passen, braucht es immer noch erfahrene Meteorologen. Inzwischen ist eine seriöse Wettervorhersage für bis zu zehn Tage möglich. Damit können sich Behörden beispielsweise besser auf Extremwetter vorbereiten.

Pioniere und Erfinder

Rückblick: Als der Mensch sesshaft wurde, war die Kenntnis der Wetterabläufe für die Aussaat und Ernte überlebenswichtig. Das erste richtige Lehrbuch der Wetterkunde schrieb der Grieche Aristoteles um 350 vor Christus. Er nannte es „Meteorologica“, also die „Lehre von den Himmelserscheinungen“. Bis über das Mittelalter hinaus bestand die Wetterkunde nur aus Beschreibungen und Bauernregeln, die auf eine genaue Naturbeobachtung und lange Erfahrung gründeten.

Seit der Antike gibt es die Wetterfahne zur Bestimmung der Wind richtung und den Regenmesser. Das Jahr 1592 brachte mit der Erfindung des Thermometers durch den Physiker Galileo Galilei einen wichtigen Fortschritt. Dessen Schüler Evangelista Torricelli baute dann 1643 das erste Barometer. Diese beiden Instrumente konnten erstmals die Temperatur und den Luftdruck messen, zwei wichtige physikalische Größen der Wetterküche. Barometer sind etwa auch die kleinen Schwarzwald- Wetterhäuschen.

1826 veröffentlichte der Physiker und Astronom Heinrich Wilhelm Brandes (1777 bis 1834) die ersten Wetterkarten. Damit begründete er die moderne Wetterkunde. Heute betreibt allein der Deutsche Wetterdienst (DWD), der 1952 gegründet wurde, 180 hauptamtliche Wetterwarten und knapp 1800 ehrenamtlich betreute Messstationen. Das Observatorium Hohenpeißenberg, das in der Hand des DWD ist, war einst die älteste Bergwetterstation der Welt. 1780 hatten dort Mönche das Wetter aufgezeichnet. Damals gab es nur einfache Quecksilberthermometer.

Wetterphänomene haben Menschen schon immer fasziniert. Dass Andreas Friedrich Meteorologe werden wollte, stand früh fest: In der vierten Klasse gab es bei seiner Erdkundelehrerin eine Woche Wetterkunde. Es wurde ein Windmast gebastelt und das Wetter beobachtet. „Das hat mich damals so begeistert, dass ich bald viele Messinstrumente im Garten hatte und meine eigenen Wetteraufzeichnungen machte“, erinnert sich Friedrich.

Er studierte Meteorologie und trat 1984 seinen Job beim DWD an. Meteorologen arbeiten in der Forschung, programmieren Computermodelle oder stehen im Fernsehen vor der Kamera. Und trotz allen Fortschritts ist eines gleichgeblieben: „Die Leute wollen gerne wissen, ob am Wochenende die Sonne scheint.“

Petra J. Huschke

Schlagworte Meteorologie | Wettervorhersagen

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