23. März 2020
VdK-Zeitung Archiv

Appell für bessere Teilhabe am Arbeitsmarkt

Tagesseminar in München: VdK, Dimetria, ZBFS und Arbeitsagentur werben für Inklusion in den Betrieben

Bei einem VdK-Tagesseminar für Inklusionsbeauftragte von bayerischen Arbeitgebern haben sich die Referentinnen und Referenten dafür stark gemacht, Menschen mit Behinderung bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben.

Organisator Jan Gerspach (links), Ressortleiter „Leben mit Behinderung“ beim VdK Bayern, mit den Referentinnen und Referenten des Seminars (von links): Maike de Vries, Bundesagentur für Arbeit, stellvertretender VdK-Landesgeschäftsführer Herbert Lochbrunner, Anna von Eisenhart Rothe, Dimetria-VdK gGmbH, Martin Pfitzenmaier, Bundesagentur für Arbeit, Felix Novak, ZBFS-Inklusionsamt Oberbayern, und Dr. Manuela Sirrenberg, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. | © Sebastian Heise

Der stellvertretende VdK-Landesgeschäftsführer Herbert Lochbrunner verwies bei seiner Begrüßung darauf, dass schwerbehinderte Personen von der zuletzt guten konjunkturellen Lage lange nicht so profitieren wie der übrige Teil der Bevölkerung. Bei den über 55-jährigen Menschen mit Behinderung ist die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen zehn Jahren sogar um 50 Prozent gestiegen. Lochbrunner warb bei den Personalverantwortlichen und Inklusionsbeauftragten der Arbeitgeber dafür, Menschen mit Behinderung den Einstieg oder die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu ermöglichen und zu erleichtern.

Florian Novak, Leiter des Inklusionsamts Oberbayern beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), bestätigte, dass schwerbehinderte Menschen nicht im gleichen Maß wie alle anderen von einem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Die Ausgleichsabgaben, die Arbeitgeber zahlen müssen, wenn sie keine oder zu wenig Schwerbehinderte oder Gleichgestellte beschäftigen, hätten in den vergangenen Jahren in Bayern sogar zugenommen, sagte Novak. 2019 seien es im Freistaat etwa 100 Millionen Euro gewesen. Etwa die Hälfte davon entfiel auf den Bezirk Oberbayern. Mit diesem Geld unterstützen die Inklusionsämter Arbeitgeber dabei, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Maike de Vries von der Bundesagentur für Arbeit erklärte, dass mehr als ein Viertel der bayerischen Betriebe keine einzige schwerbehinderte Person beschäftigt. Der Freistaat Bayern als Arbeitgeber erfüllt zwar die Pflichtquote von mindestens fünf Prozent. Es gab aber zuletzt 266 öffentliche Arbeitgeber, die keine Frau oder keinen Mann mit Behinderung beschäftigten.

Unterstützungsangebote

Neben den Inklusionsämtern bieten auch die Arbeitsagenturen umfangreiche Hilfen für Unternehmen an, um Schwerbehinderten Arbeitsplätze zu bieten, wie Martin Pfitzenmaier von der Bundesagentur für Arbeit erläuterte. Diese reicht von Ausbildungszuschüssen über die Möglichkeit der von der Arbeitsagentur bezahlten Probebeschäftigung sowie fachliche und finanzielle Teilhabebegleitung bis hin zu verschiedenen Maßnahmen zur Wieder eingliederung.

Anna von Eisenhart Rothe, Personalreferentin bei der VdK-Tochter Dimetria, berichtete über die Chancen und Herausforderungen eines Inklusionsunternehmens. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, darunter vor allem psychische Einschränkungen, gehören zu den Zielen ihres Betriebs die Schaffung von Chancengleichheit, der Abbau von Vorurteilen, Aufklärungsarbeit sowie die persönliche Förderung der Belegschaft.

Dr. Manuela Sirrenberg vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sprach sich dafür aus, bei der Digitalisierung des Berufslebens auch die Gesundheit des Personals im Blick zu behalten. Wichtig sei zum Beispiel, mögliche Belastungen wie Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Stress zu berücksichtigen.

Jan Gerspach, Organisator des Tagesseminars und Leiter des Ressorts „Leben mit Behinderung“ beim Sozialverband VdK Bayern, zitierte zum Abschluss der Veranstaltung aus Studien, nach denen Inklusion ein Gewinn für die Betriebe ist.

Sebastian Heise

Schlagworte Teilhabe | Inklusion | Inklusionsbeauftragte

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.