20. Februar 2020
VdK-Zeitung Archiv

Kaffee und Krimi bei Edgar

VdK-Pflegebegleiterin Margit Heßdörfer sorgt durch ihre regelmäßigen Besuche für Abwechslung

VdK-Pflegebegleiterinnen und -begleiter entlasten pflegende Angehörige emotional und organisatorisch in ihrem häuslichen Pflegealltag. Zugleich stellen sie auch für die Pflegebedürftigen eine Bereicherung dar, weil sie sich gezielt Zeit nehmen und für Abwechslung sorgen. So wie Margit Heßdörfer, VdK- Pflegebegleiterin beim VdK-Kreisverband Würzburg.

Margit Heßdörfer liest Edgar Nestmeier aus einem Krimi vor. | © Birgitta Merk

„Wir haben schon einige Sebastian-Fitzek-Krimis zusammen gelesen und jetzt bereits den dritten Krimi von Andreas Gruber. Die sind so schön spannend und auch gut zum Vorlesen geeignet“, sagt Margit Heßdörfer. Die 68-jährige ehemalige Krankenschwester besucht einmal pro Woche Edgar Nestmeier, der nach einem Herzinfarkt und mehreren nachfolgenden Komplikationen seit neun Jahren mit starken Einschränkungen lebt und zu Hause gepflegt wird.

Mitten aus dem aktiven Arbeitsleben als stellvertretender Geschäftsführer der Rot-Kreuz- Geschäftsstelle Würzburg gerissen, änderte sich für den damals 55-Jährigen alles – und damit auch für seine Familie. Seitdem pflegt Rita Nestmeier ihren Mann, der inzwischen Pflegegrad 5 hat. „Mit der Zeit haben wir alle Leistungen der Pflegeversicherung zur Unterstützung der Pflege zu Hause eingebaut. Aber nicht alles funktioniert“, sagt Rita Nestmeier.

„Zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim geht Edgar nicht mehr. Das haben wir mal für eine Woche gemacht, weil ich eine Auszeit brauchte.“ Edgar Nestmeier zeigt seine Abneigung, indem er das Gesicht verzieht. Auf der Suche nach etwas Abwechslung für ihren Mann und zusätzliche Entlastung für sie selbst stieß Rita Nestmeier Mitte 2015 auf das Angebot der VdK-Pflegebegleiter im Kreis Würzburg. Seitdem kommt Margit Heßdörfer dienstagnachmittags auf einen Kaffee und einen Krimi zu Edgar Nestmeier, während sich dessen Ehefrau um den Haushalt kümmert oder Erledigungen im Dorf oder in Würzburg macht.

„Mit zwei Stunden Zeit kann man schon was anfangen“, meint Rita Nestmeier. „Genau das war einer der Gründe, warum wir dieses Ehrenamt ins Leben gerufen haben: Entlastung zu schaffen für pflegende Angehörige“, erklärt Birgitta Merk, Referentin Leben im Alter beim VdK Bayern. In Bayern gibt es bereits seit zehn Jahren VdK-Pflegebegleiter, und das Angebot wird immer größer.

„Das liegt auch daran, dass dieses Ehrenamt für diejenigen, die sich engagieren, eine große persönliche Bereicherung darstellt“, sagt Merk. „Anderen helfen zu können, tut der eigenen Seele gut und ist sehr befriedigend.“ Das kann Margit Heßdörfer, die nach dem Berufsleben auch weiterhin etwas Sinnvolles machen wollte, nur bestätigen.

Einen Wunsch hat sie an den VdK: „Lasst doch interessierte Mitglieder mal in dieses tolle Ehrenamt reinschnuppern.“ Diese Anregung greift Birgitta Merk gerne auf. Bereits zu den nächsten Kursterminen in Würzburg lädt sie diejenigen ein, die Interesse haben und sich über das Ehrenamt noch genauer informieren wollen.



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Mirko Besch

Schlagworte VdK-Pflegebegleiter

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