27. Januar 2020
VdK-Zeitung Archiv

Inklusiv, vielfältig und erfolgreich

Studie belegt: Gemischte Teams zahlen sich für Arbeitgeber aus – VdK sieht aus eigener Erfahrung nur Vorteile

Arbeitgeber sind nicht nur gesetzlich verpflichtet, schwerbehinderte Menschen einzustellen. Es zahlt sich für sie auch aus. Dies hat eine Studie der Universität St. Gallen im Auftrag eines deutschen Autoherstellers ergeben. Der Sozialverband VdK kann die positiven Ergebnisse nur bestätigen.

Weiblich und männlich, jung und alt, mit und ohne Behinderung: Vielfältig besetzte Arbeitsgruppen sind für Arbeitgeber ein Gewinn. | © Sozialverband VdK Deutschland


Inklusion ist für Betriebe ein Gewinn, auch wirtschaftlich. Der Spitzenverband der Arbeitgeber, BDA, erklärt: „Gleiche Chancen für Menschen mit Behinderung, sich durch Leistung am Arbeitsplatz zu bewähren, sind nicht nur eine sozialpolitische Aufgabe, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll und Bestandteil gelebter Betriebskultur.“ Doch leider gibt es in Deutschland immer noch mehr als 40.000 Betriebe mit 20 Beschäftigten oder mehr, die trotz gesetzlicher Verpflichtung keine schwerbehinderte Menschen einstellen und lieber eine Ausgleichsabgabe bezahlen. Dabei belegen Untersuchungen, dass es sich in mehrfacher Hinsicht lohnt, Menschen mit Behinderung einzustellen.

Zehn Vorteile

Unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Böhm hat ein Team der Universität St. Gallen bei einem deutschen Autohersteller eine Untersuchung gemacht und kam zu dem Ergebnis: „Inklusion ist ein Erfolgsfaktor.“ Die Forscher führen zehn Vorteile für Betroffene, die Gesellschaft und die Unternehmen aus. So verbessern sich die Gesundheit und das Wohlbefinden der Betroffenen ebenso durch den Arbeitsplatz wie die gesellschaftliche Stellung. Die sozialen Sicherungssysteme werden entlastet, die Gesellschaft wird gerechter und lebenswerter.

Unternehmen bekommen durch inklusive Teams ein besseres Verständnis für ihre Kunden, da diese ebenfalls vielfältig sind und auch Behinderungen haben. Diverse Arbeitsgruppen zeichnen sich durch eine gesteigerte Innovationskraft aus. Und schließlich werden mit der Anstellung von Schwerbehinderten nicht nur die gesetzlichen Forderungen erfüllt, sondern Inklusion gehört auch zur gesellschaftlichen Verantwortung eines Betriebs (Corporate Social Responsibility).

Unternehmen, die auf der Suche nach Fachkräften sind, können auf ein deutlich größeres Potenzial
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückgreifen, wenn sie ihre Arbeitsplätze für Kolleginnen und Kollegen mit einer Behinderung anpassen. Gerade im Zuge einer älter werdenden Gesellschaft ist dies für Betriebe ein Wettbewerbsvorteil. Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Führungsverhalten für den Inklusionserfolg von „sehr hoher Bedeutung“ ist.

Gehen Vorgesetzte ohne Vorurteile und mit Engagement ihre Aufgabe an, wirkt sich das der Studie zufolge positiv auf Zufriedenheit, Gesundheit und Leistung der Belegschaft aus. Schließlich bringt die Digitalisierung zunehmend Vorteile für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und fördert die Entwicklung hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt.

Selbstverständlichkeit

Für den Sozialverband VdK ist Inklusion am Arbeitsplatz eine Selbstverständlichkeit, wie Dorothee Czennia, Referentin in der Abteilung Sozialpolitik, betont. Auf allen Ebenen, sowohl im Ehren- als auch im Hauptamt, arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, und der Verband sieht darin nur Vorteile. Allgemein ist festzustellen, dass es in Betrieben, in denen die Belange schwerbehinderter Menschen berücksichtigt werden, eine höhere Sensibilität für Prävention und Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz gibt, was wiederum allen Beschäftigten und dem Arbeitgeber zugutekommt, beispielsweise durch geringere krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Prof. Dr. Stephan Böhm schreibt in seiner Studie: „Ein inklusives Klima nutzt die Stärken und Besonderheiten des Einzelnen und vermittelt gleichzeitig ein starkes Wir-Gefühl, wodurch Konflikte abnehmen und die Leistungsfähigkeit aller steigt.

Sebastian Heise

Schlagworte Inklusion | Inklusion am Arbeitsplatz

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