24. September 2019
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Die Gesundheitsvorsorge im Freistaat

Ministerin Huml stellt den ersten bayerischen Präventionsbericht vor

Das bayerische Gesundheitsministerium hat erstmals einen Präventionsbericht vorgelegt. Er analysiert die Gesundheitsvorsorge und will eine Übersicht über deren Strukturen in Bayern geben. Konkrete Ziele oder Visionen, was der Freistaat im Bereich der Prävention erreichen möchte, enthält er jedoch nicht.

© AOK-Mediendienst

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml dient der Bericht als Basis, um die Gesundheitsförderung und Prävention gezielt auszubauen. „Besonders wichtig ist mir, die Gesundheitskompetenz zu stärken und noch mehr Menschen dazu zu motivieren, gesundheitsbewusst zu leben“, sagt sie. Noch nie zuvor war die Lebenserwartung der Menschen in Bayern so hoch: Sie beträgt für Männer durchschnittlich 79,1 Jahre und für Frauen 83,6 Jahre. Ältere sind heute zudem körperlich und geistig gesünder und aktiver als die Senioren früherer Generationen.

In mehreren Bereichen der Prävention gibt es bereits Erfolge, so etwa beim Rückgang der Säuglingssterblichkeit, bei der Verbesserung der Zahngesundheit und beim Rückgang des Rauchens. Erfreulich ist, dass sich die Impfquoten verbessert haben. In Bayern sind weniger Menschen übergewichtig als in der Gesamtbevölkerung. Auch die Zahl der stark übergewichtigen Kinder ist gesunken. Dennoch sieht Huml große Herausforderungen insbesondere bei Erkrankungen, die mit dem Lebensstil zusammenhängen, wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Adipositas.

Mehr als die Hälfte aller Erkrankungen im Freistaat werden durch wenige Risikofaktoren verursacht. Dazu zählen Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung. Hier müsse die Gesundheitsförderung ansetzen, forderte sie.

Zielgruppen identifiziert

Der Präventionsbericht nimmt mehrere Lebensspannen in den Blick: Kindheit und Jugend, Erwachsenenalter und Arbeitsleben sowie das Alter. Das ist sinnvoll, da jede Phase spezielle Anforderungen hat. Allerdings bleibt der 155 Seiten dicke Bericht in einigen Punkten vage, und wichtige Aspekte finden keine Berücksichtigung.

So spielen die Unterschiede in der Versorgung zwischen Stadt und Land keine Rolle. Dass sich der sozioökonomische Status auf das körperliche Wohlbefinden auswirkt, wird zwar erwähnt. Auch die Kinder von Alleinerziehenden und von psychisch belasteten Eltern werden als Zielgruppe erkannt. Der Bericht zeigt aber nicht auf, wie man diese Menschen mit dem Thema Vorsorge erreichen will.

Der Präventionsbericht zählt viele gute Beispiele für Gesundheitsförderung auf. Meist handelt es sich jedoch nicht um flächendeckende Angebote. In manchen Bereichen lässt der Bericht zudem den Bezug zur Wirklichkeit vermissen: So wird zwar betont, warum die geriatrische Reha wichtig ist. Dass es aber immer weniger Plätze gibt, weil die Finanzierung nicht gesichert ist, wird nicht angesprochen.

Bei der Prävention für pflegebedürftige Ältere wird der Fokus vor allem auf die Heimpflege gelegt und die Pflege zu Hause ausgespart. Zur Entlastung pflegender Angehöriger wird auf Unterstützungsangebote verwiesen, die jedoch vielerorts nicht abrufbar sind.

Fazit: Im Präventionsbericht werden wichtige Themen identifiziert. Was in diesen Bereichen allerdings gemacht werden soll, bleibt im Dunkeln. Das Thema Prävention ist zwar die Aufgabe vieler Akteure. Dennoch wäre es nach Auffassung des VdK Bayern sinnvoll, wenn es einen Impulsgeber gäbe, der die Richtung vorgibt – und das könnte der Freistaat sein.

Annette Liebmann

Schlagworte Präventionsbericht | Gesundheitsvorsorge

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