24. September 2019
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VdK fordert mehr Verteilungsgerechtigkeit

Welttag zur Überwindung der Armut am 17. Oktober macht auf drängende Probleme aufmerksam

Armut ist auf der ganzen Welt zu Hause und hat viele Gesichter. Deutschland ist ein reiches Land. Die Konjunktur brummt. Doch auch hierzulande gibt es Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind.
Am 17. Oktober, dem Welttag zur Bekämpfung der Armut, wird vor allem an die Menschen erinnert, die sich nicht selbst aus ihrer Not befreien können: Rentnerinnen und Rentner sowie Kinder. „Wer politisch etwas gegen Armut tun will, der muss für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen“, betont Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK.

Geld umverteilen

Um Armut wirksam und nachhaltig zu bekämpfen, müssen deutlich mehr Steuermittel in den Haushalt fließen. Jährlich entgehen dem Staat beispielsweise 125 Milliarden Euro wegen Steuerhinterziehung. „Könnten wir dieses Geld in soziale Leistungen stecken, müsste kein Rentner mehr Flaschen sammeln, keine Mutter an der Tafel anstehen und kein Kind auf den Schulausflug verzichten“, ist Bentele überzeugt. Die neuesten Zahlen zur Entwicklung der Armutssituation in Deutschland lassen keine wirklichen Verbesserungen erkennen.

Wenn das Einkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts liegt, spricht man von „Armutsgefährdung“. In Deutschland fallen laut Statistischem Bundesamt je nach Region rund zwölf bis 18 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unter diese Schwelle. Deutlich sichtbar ist der Strukturwandel in einigen deutschen Regionen. In Großstädten ehemaliger Industriehochburgen bewegen sich die Armutsquoten teils deutlich über 20 Prozent, zum Beispiel in Dortmund, Duisburg oder Nürnberg. „Wir dürfen uns an diese Zahlen nicht gewöhnen“,
sagt Verena Bentele.

Die Statistiken belegen die Hilf- und Tatenlosigkeit der Politik, das flächendeckende Armutsproblem endlich in den Griff zu bekommen. Jede zweite gesetzliche Rente – und die ist für viele die Haupteinnahmequelle im Alter – liegt unter 900 Euro. „Kein Wunder, dass die Menschen die Angst vor Altersarmut umtreibt“, sagt Bentele. Die soziale Spaltung werde sich für künftige Rentnergenerationen dramatisch fortsetzen. Mehr als zehn Millionen Arbeitnehmer verdienen so wenig, dass die Rente im Alter nicht reichen wird.

Für Ältere ist es deshalb besonders bitter, dass sie nach einem langen Arbeitsleben oft nur eine geringe Rente bekommen. Mit dieser Rente können sie die steigenden Kosten für Miete oder Strom kaum bezahlen. Der VdK fordert eine Anhebung des Mindestlohns auf über zwölf Euro und eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 50 Prozent. Mehr Gerechtigkeit könnte auch erreicht werden, wenn die vor Jahren ausgesetzte Vermögensteuer verfassungskonform eingeführt würde. Ein Steuersatz von ein bis zwei Prozent für Vermögen würde Reiche nicht übermäßig belasten, und der Staat würde Einnahmen erzielen.

Gute Bildung

Deutschland ist eines der Länder, in denen die soziale Herkunft am stärksten über den Berufs- und Lebensweg entscheidet. „Das darf nicht sein! Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf Bildung und auf ein erfolgreiches Leben, unabhängig von seiner Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten seiner Familie“, fordert Verena Bentele und ergänzt: „Die Armut von Kindern und Jugendlichen ist ein Skandal und sollte uns alarmieren. Gute Bildung ist eine der Voraussetzungen für Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz und damit langfristig für eine gute Rente.“

Ines Klut

Schlagworte Armut | Verteilungsgerechtigkeit | Armutsgefährdung | Bildungsgerechtigkeit

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