27. März 2019
VdK-Zeitung Archiv

Diskussion zur Rente und viel Gesprächsstoff

VdK Bayern mit Messestand und Experten auf der 50plus-Messe inviva stark vertreten

Die Messen inviva und Freizeit fanden in Nürnberg gemeinsam statt. Knapp 105.000 Besucher wurden vom 27. Februar bis 3. März gezählt. An drei von fünf Messetagen konnten VdK-Mitglieder kostenlos die Messen besuchen. VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher trat bei einer rentenpolitischen Diskussion auf.

Rentenpolitisches Podium auf der inviva (von links): Moderatorin Ulrike Nikola, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, Carla Krolage, Expertin für Sozial- und Finanzpolitik beim ifo Institut München, und Gerd Baumer, Sprecher der Grünen Alten Baden-Württemberg. | © Petra Wolny


Die inviva spricht das Ü50-Publikum an, allen voran mit Gesundheitsthemen, aber auch mit Antworten auf Fragen der finanziellen und rechtlichen Vorsorge, die alle Generationen betreffen. Der VdK Bayern war nicht nur mit einem großen Messestand vertreten und konzentrierte sich dabei auf rechtliche und politische Themen, sondern bereicherte auch das Programm der inviva auf der Messebühne. In Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg waren dort an den ersten beiden Tagen VdK-Expertinnen und -Experten bei Vorträgen zu den Themen „Demenz“, „Schlaganfall“, „Inkontinenz“ und „Depression“ mit dabei. Es informierten Yvonne Knobloch, Ressortleiterin „Leben im Alter“ beim VdK Bayern, Michaela Heyne, Wohnraumberaterin beim VdK Bayern, und Hans Kübber, Bezirksgeschäftsführer beim VdK Mittelfranken, der gleich zwei Gesprächsrunden absolvierte.

Am Freitag fand dann in Kooperation mit dem Seniorenamt Nürnberg eine rentenpolitische Podiumsdiskussion mit VdK-Landesvorsitzender Ulrike Mascher statt. Das Thema war: „Rente: Welches Konzept hat Zukunft?“ Carla Krolage, Expertin für Sozial- und Finanzpolitik beim ifo Institut München, zeigte sich bei der derzeit viel diskutierten Grundrente skeptisch. Diese ist ihrer Meinung nach populistisch. „Wir sollten auf andere Vorschläge eingehen“, sagte sie. Man müsse sich das Ziel setzen, Altersarmut zu vermeiden. Und das insbesondere bei alleinstehenden Frauen, Langzeitarbeitslosen, unterbrochenen Erwerbsbiografien und Soloselbstständigen.

Selbstständige, die Angestellte haben, seien häufig gut abgesichert, Soloselbstständige meistens nicht. Dass künftig Selbstständige ins Rentensystem einzahlen sollten, stand bei der Diskussion immer wieder im Raum. Ebenso die Einbeziehung von Beamten. Dies käme dem österreichischen Modell der Erwerbstätigenversicherung gleich. „Bei jüngeren Beamten den Übergang vom Staatssicherungssystem in die normale Rente zu schaffen, ist eine Möglichkeit, die man erwägen sollte“, sagte Krolage.

Letzteres sahen VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Gerd Baumer, Sprecher der Grünen Alten Baden-Württemberg, genauso. „Es gibt Lehrer, die verbeamtet oder angestellt sind“, nannte Mascher als Beispiele. „Unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten muss man mit dem schrittweisen Übergang von der Beamtenversorgung zur Rentenversicherung anfangen“, meinte sie. Baumer fügte hinzu: „Das Modell wie in Österreich, dass alle in eine Rentenkasse einzahlen, ist die einzige Lösung, die ich erkennen kann. Sonst bekommen wir Probleme, die wir nicht mehr lösen können.“

Stunden reduzieren

Krolage regte zudem an, dass Beschäftigte Gebrauch davon machen sollten, ihre Arbeitsstunden zu reduzieren. „Das ist eine Möglichkeit, dass Leute länger arbeiten können.“ Und sie sagte auch: „Wer nicht mehr arbeiten kann, hat Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.“ Und diese müsse noch verbessert werden. Mascher plädierte dafür, für bestimmte Berufe, wie etwa in der Krankenpflege oder auf dem Bau, bessere Übergänge für die Rente zu finden. Ihr größtes Anliegen war: „Dass man nach langer Erwerbstätigkeit nicht auf Grundsicherung angewiesen ist.“ Mascher sagte, die gesetzliche Rentenversicherung sei immer noch das beste System für die Mehrheit der Bevölkerung, doch man müsse Korrekturen anbringen, um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Petra J. Huschke

Schlagworte inviva | 50plus-Messe

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