27. März 2019
VdK-Zeitung Archiv

„Viel Potenzial bleibt ungenutzt“

VdK Bayern lädt Inklusionsbeauftragte aus den Betrieben zu einem Tagesseminar ein

Etwa 60 Inklusionsbeauftragte für Menschen mit Behinderung und Personalverantwortliche sind zu einem Tagesseminar des VdK Bayern nach München gereist. Zu Gast war auch Holger Kiesel, der neue Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Vorne, von links: Holger Kiesel, bayerischer Behindertenbeauftragter, und Seminarleiter Ibo Harraz. Hinten, von links: Johannes Magin, LAG ifd Bayern, Carina Holdgrün, Büro Behindertenbeauftragter, Erich Bierler, Mitglied im VdK-Beirat, Herbert Lochbrunner, stellvertretender VdK-Landesgeschäftsführer, und Helmut Krauß, ZBFS Regionalstelle Oberbayern. | © Mirko Besch

Seminarleiter Ibo Harraz, Referent „Ehrenamt und soziale Praxis – Arbeit und Handikap“ beim Sozialverband VdK Bayern, freute sich, dass Holger Kiesel einen seiner ersten Termine als Behindertenbeauftragter beim VdK Bayern absolvierte. Kiesel stellte in seinem Impulsvortrag fest: „Arbeit ist zentral für Inklusion. Viel Potenzial von Menschen mit Behinderung bleibt ungenutzt.“

Er zeigte aber auch Verständnis, denn selbst gutwillige Arbeitgeber scheitern oft an zu viel Bürokratie. Sie können die richtigen Fördermittel und zuständigen Kostenträger nicht finden und verzichten deshalb oft darauf, einen Menschen mit Behinderung einzustellen. „Mut zur Inklusion muss aber belohnt und nicht behindert werden“, stellte er klar. Als wichtige Projekte nannte er weiterhin die vereinfachte Inanspruchnahme des Budgets für Arbeit, die Förderung der schulischen Inklusion, um die Startchancen von Jugendlichen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, und eine Neuaufstellung der Werkstätten für Menschen mit Behinderung, um mehr Durchlässigkeit für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Der VdK Bayern sieht es als wichtige Aufgabe an, Arbeitgeber zu sensibilisieren und Arbeitnehmer zu unterstützen, die sich in den betrieblichen Interessenvertretungen oder im Personalbereich um die Inklusion von Menschen mit Behinderung kümmern. Landesgeschäftsführer Michael Pausder hob hier die Verdienste von Ibo Harraz besonders hervor, der schon als früherer Schwerbehindertenvertreter der Firma Agfa „ein Netzwerker war, als es dieses Wort noch gar nicht gegeben hat“.

Helmut Krauß, Leiter des Inklusionsamts beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), Regionalstelle Oberbayern, wies darauf hin, wie wichtig der „VdK Blick“, also die Sicht einer großen Interessenvertretung, auf das Thema berufliche Inklusion sei und damit auch die vom VdK angebotenen Fortbildungen. Johannes Magin, Vorsitzender der LAG ifd Bayern, stellte die Arbeit des Integrationsfachdienstes vor. Dieser kümmert sich darum, den Arbeitsplatz zu erhalten, anzupassen oder Alternativen im Betrieb aufzuzeigen, wenn ein Mitarbeiter durch Unfall oder Erkrankung schwerbehindert wird.

Darüber hinaus berät er Unternehmen, die Menschen mit Behinderung eine berufliche Chance geben wollen. Angeboten wird zum Beispiel eine arbeitsbegleitende Betreuung. Besondere, aber lohnende Herausforderungen seien die Begleitung vom Übergang aus der Werkstatt auf den Arbeitsmarkt oder die Vermittlung von schwerbehinderten Schulabgängern. Ergänzend dazu stellte Erich Bierler, Mitglied im VdK-Beirat und ehemaliger Leiter des ZBFS-Integrationsamts Oberpfalz, das Instrument der Inklusionsvereinbarung vor. Hier werden zwischen der Schwerbehindertenvertretung und dem Arbeitgeber Regelungen zur Eingliederung schwerbehinderter Menschen im Unternehmen getroffen.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Inklusionsbeauftragte | Tagesseminar

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