24. Januar 2019
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Für Rentner wird es eng

Bezahlbare Senioren-Wohnungen werden Mangelware – Laut Experten droht eine „graue Wohnungsnot“

Steigende Mieten und niedrige Renten – Senioren könnten laut einer Studie des Pestel­-Instituts auf dem Wohnungsmarkt bald im Abseits stehen. Der Sozialverband VdK, der Deutsche Mieterbund und die Bauwirtschaft fordern mehr öffentliche Förderung von altersgerechten Wohnungen.

© geralt/pixabay

Die Studie wurde vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel in Auftrag gegeben. In den nächsten Jahren kommen die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er-Jahre ins Rentenalter. Bis 2040 wird die Zahl der Senioren von derzeit rund 18 Millionen auf 24 Millionen steigen. Die künftigen Rentner werden deutlich niedrigere Altersbezüge erhalten. Der Anteil der Senioren, die Grundsicherung beziehen, wird sich deshalb erhöhen: Sind es derzeit nur drei Prozent, so rechnen die Experten künftig mit bis zu 25 Prozent. Jedem vierten Rentner droht also Altersarmut.

Deutlich niedrigere Renten

Das wird sich auch auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machen: „Eine ganze Generation mit deutlich niedrigeren Renten trifft auf steigende Wohnkosten. Deutschland steuert sehenden Auges auf die ,graue Wohnungsnot‘ zu“, kommentiert Matthias Günther vom Pestel-Institut das Ergebnis der Studie.

„Bereits jetzt ist es für viele Rentner schwierig, die stetig steigenden Mieten zu zahlen“, betont die Präsidentin des VdK Deutschland, Verena Bentele. Sie weist darauf hin, dass die Hälfte der 592.000 Wohngeldbezieher älter als 65 Jahre ist. „Ältere Menschen hängen oft an der Wohnung, in der sie Jahrzehnte gelebt haben, und an der Umgebung, in der sie verankert sind“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Sie bleiben selbst dann dort wohnen, wenn die Kinder ausgezogen sind und der Partner verstorben ist.

Ein Umzug in eine kleinere Wohnung scheitert aber oft auch an den gestiegenen Mietpreisen. Meist ist ein Appartement nicht günstiger als die vertraute Wohnung mit altem Mietvertrag. Teure Städte und Ballungsräume wie Hamburg oder München sind für Rentner schon jetzt kaum mehr bezahlbar. Dort werden sich viele ältere Menschen künftig das Wohnen nicht mehr leisten können. Sie werden gezwungen sein, dort hinzuziehen, wo die Mieten noch erschwinglich sind.

Kein Geld für den Umbau

Nicht nur die Mieten, auch den altersgerechten Umbau werden sich die meisten Rentner nicht leisten können. Im Schnitt kostet es 16.000 Euro, um eine Wohnung barrierearm umzugestalten. Zahlt der Vermieter, kann er die Kosten als Modernisierung auf die Miete umlegen. Bereits jetzt gibt es einen massiven Mangel an passendem Wohnraum. Nur fünf Prozent aller Rentner leben in einer altersgerechten Wohnung. Bis 2030 müssten bundesweit zusätzlich drei Millionen Wohnungen neu oder umgebaut werden, so Günther. Dafür seien staatliche Zuschüsse notwendig.

VdK-Präsidentin Bentele fordert von der Bundesregierung, die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau drastisch zu erhöhen und mit Auflagen zum Um- und Neubau von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum zu verbinden. Auch Mieterbund und Bauwirtschaft sprechen sich für eine stärkere öffentliche Förderung aus. Schließlich sei die Schaffung von altersgerechten Wohnungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Annette Liebmann

Schlagworte Senioren | Seniorenwohnungen | Rentner | Altersarmut | Mieten

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