24. Oktober 2018
VdK-Zeitung Archiv

Frühe Hilfe bei Demenz

Konzept „Demenzfreundliche Apotheke“ soll auf ganz Bayern ausgeweitet werden

Eine Demenz wird meist erst spät diagnostiziert. Die „Demenzfreundliche Apotheke“ will das ändern. Das Konzept soll bayernweit umgesetzt werden.

© Marco Petig/pixelio.de

Rund 230.000 Menschen in Bayern sind an Demenz erkrankt, in den nächsten Jahren wird die Zahl weiter ansteigen. Oft fällt es den Angehörigen oder Freunden kaum auf, wenn jemand vergesslich wird oder sich zurückzieht. „Kognitive Einschränkungen können viele Ursachen haben. Nicht immer steckt eine Demenz dahinter, aber fast immer besteht Handlungsbedarf“, sagt Dr. Jens Schneider, Erster Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Augsburg, und fügt hinzu: „Viele Erkrankungen wären heilbar, wenn sie rechtzeitig entdeckt würden.“

Um helfen zu können, hat der ehemalige Apotheker in der Fuggerstadt das Netzwerk „Demenzfreundliche Apotheke“ ins Leben gerufen. Der Grundgedanke: Ältere Menschen holen meist regelmäßig in ihrer Apotheke vor Ort Rezepte ab und lassen sich dort auch gerne beraten. Die Mitarbeiter kennen die Kunden meist schon lange und nehmen Verhaltensänderungen wahr. Sie werden speziell geschult, das Thema sensibel anzusprechen – beim Betroffenen selbst oder bei einem Angehörigen. Und sie kennen das Hilfsangebot in der Nähe, können die passende Unterstützung vermitteln und Info-Material bereitstellen.

„Die Beratung bei einer Demenzerkrankung oder kognitiven Einschränkung ist eine Kernkompetenz, mit der die Apotheken ihr Interesse am Patienten signalisieren“, bekräftigt Schneider. Als er seine demenzkranke Schwiegermutter gepflegt hat, hätte er eine solche Hilfe gut gebrauchen können. „Es gibt ein gutes Netzwerk und viele Angebote, aber oft wissen die Betroffenen und deren Angehörige nichts davon“, bedauert er.

In Augsburg und den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg funktioniert das Zusammenspiel zwischen Pharmazeuten und Helfern gut: Insgesamt über 50 Apotheken beteiligen sich an dem Projekt, das ist etwa jede fünfte. Die Mitarbeiter haben zu Beginn eine Schulung erhalten und frischen ihr Wissen regelmäßig auf. Wie oft bereits geholfen werden konnte, ist schwer nachvollziehbar. Dennoch: „Bei der Alzheimer Gesellschaft stellen wir regelmäßig fest, dass viele Menschen mit Beratungsbedarf von den Apotheken an uns vermittelt worden sind“, so Schneider.

2015 wurde das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ mit dem Deutschen Apotheken-Award in der Kategorie „Soziales Engagement“ ausgezeichnet. Nun soll es auf ganz Bayern ausgeweitet werden. Die Koordination übernimmt dabei das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) der Bayerischen Landesapothekerkammer, ebenso die Schulung der Moderatoren, die die Gründung der Netzwerke vor Ort vorantreiben.

Erste regionale Gruppen haben bereits ihr Interesse bekundet. Das WIPIG will sie bei der Umsetzung unterstützen. „Unser Wunsch ist es, innerhalb von ein bis zwei Jahren drei Regionen zu haben, in denen es losgehen kann“, sagt Helmut Schlager, Geschäftsführer des WIPIG.

Das Beratungstelefon „Pflege und Wohnen“ des VdK Bayern informiert Pflegebedürftige und deren Angehörige über Hilfsangebote und vieles mehr – Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr.

Telefon 089/2117­112

E­-Mail lebenimalter.bayern@vdk.de

Annette Liebmann

Schlagworte Demenzfreundliche Apotheke | Demenz | Kognitive Einschränkungen

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