4. Juli 2018
VdK-Zeitung Archiv

Wer sich fit hält, bleibt länger mobil

Autofahren im Alter: Viele Senioren wollen ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben – Angehörige sollten Warnhinweise beachten

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit nach. Man kann sich nicht mehr so gut und schnell bewegen, hört und sieht schlechter und auch die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab. Da diese Prozesse jedoch schleichend verlaufen, ist es für ältere Autofahrer nicht einfach, die eigene Fahrtauglichkeit realistisch einzuschätzen. Zudem wollen viele mobil und unabhängig bleiben und tun sich daher schwer, freiwillig auf ihren fahrbaren Untersatz zu verzichten.

Wann sollte man nicht mehr selbst Auto fahren? Das Alter allein reicht für eine fundierte Beurteilung nicht aus. | © AOK-Mediendienst

Irgendwann ist es sicher besser, sein Fahrzeug stehen zu lassen, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. Doch die Frage, wann der „richtige“ Zeitpunkt dafür ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn das ist nicht generell vom Alter abhängig, sondern von mehreren Faktoren, wie beispielsweise von der geistigen Fitness, der Fahrpraxis und vom allgemeinen Gesundheitszustand, der regelmäßig von einem Arzt untersucht werden sollte. Hinsichtlich der Fahrtauglichkeit sind dabei besonders das Sehvermögen sowie die Hör- und Bewegungsfähigkeit zu überprüfen. Auch ist abzuklären, ob Herz-, Gefäß- oder psychische Erkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen des Nervensystems vorliegen, und welche Medikamente eingenommen werden. Diese können ebenfalls Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben.

Senioren, die trotz ihres Alters das Lenkrad noch nicht aus der Hand geben wollen, sollten zum einen ihr Fahrvermögen selbstkritisch hinterfragen und zum anderen aktiv sein. Regelmäßige Bewegung erhöht beziehungsweise erhält die körperliche Fitness. Für die geistige bietet sich ein tägliches Gedächtnistraining an. Neben gedruckten Magazinen mit Sudokus oder Kreuzworträtseln gibt es dafür auch zahlreiche Apps (siehe Artikel unten), mit denen sich die Gehirnleistung verbessern lässt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei einem Auffrischungskurs für Senioren oder einem Fahrsicherheitstraining das richtige Verhalten in Problemsituationen zu trainieren.

Behutsame Ansprache

Wer glaubt, dass ein Auto fahrender Familienangehöriger nicht mehr fahrtüchtig ist, sollte ihn zunächst während einer oder mehrerer Autofahrten beobachten. Macht der Fahrer selbst auf vertrauten Strecken einen unsicheren Eindruck? Fährt er auffallend langsam? Benötigt er lange, um Verkehrszeichen zu erfassen? Hat er Probleme beim Abbiegen und Parken oder Schwierigkeiten mit dem Schulterblick? Bremst er zu oft und wirkt er in komplexen Situationen häufig überfordert? Hat das Auto vermehrt Kratzer? All das sind Warnhinweise, denen Beachtung geschenkt werden sollte.

Fühlt man sich in seiner Einschätzung bestätigt, ist es sinnvoll, die Bedenken zwar offen, aber behutsam und sachlich anzusprechen. Kritik am Fahrstil gilt es zu vermeiden. Besser ist es, dem Angehörigen zu vermitteln, dass man ihn nicht bevormunden will, sondern sich Sorgen um ihn macht und gemeinsam mit ihm eine Lösung finden möchte – zu seiner eigenen Sicherheit.

Tipps

Senioren sind trotz ihrer altersbedingten Einschränkungen nicht so häufig in Unfälle verwickelt wie jüngere Menschen. Das liegt in der Regel daran, dass sie mögliche Probleme mithilfe ihrer langjährigen Fahrpraxis und Erfahrung ausgleichen können und auf Beeinträchtigungen meist mit einem angepassten und vorausschauenden Fahrverhalten reagieren. Für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr sollten ältere Autofahrer dennoch folgende Empfehlungen der Deutsche Seniorenliga beherzigen:

  • Strecke rechtzeitig planen
  • frühzeitig losfahren
  • Fahrten auf kurze und bekannte Strecken beschränken
  • für weiter weg gelegene Ziele andere Verkehrsmittel nutzen oder zumindest häufigere und längere Pausen einlegen
  • Autobahnen meiden, auf Landstraßen ausweichen
  • Hauptverkehrszeiten meiden
  • das Auto nachts, bei Schnee, Nebel oder heftigem Regen besser stehen lassen
  • defensiv und nicht zu schnell fahren
  • ausreichend Abstand zum Vordermann halten
  • Ablenkungen während der Fahrt vermeiden

Mirko Besch

Schlagworte Autofahren im Alter | Auto | Fahrtüchtigkeit

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