25. Juni 2018
VdK-Zeitung Archiv

Große Nachfrage nach Flexi-Rente

Erste Abrechnung der Rentenversicherung steht im Juli an

Die Flexi-Rente ist jetzt schon ein Jahr alt, und sie erfreut sich laut Deutscher Rentenversicherung großer Beliebtheit. In den Geschäftsstellen des Sozialverbands VdK Bayern fällt in Beratungsgesprächen oft das Stichwort „Flexi-Rente“. Ab Juli stehen nun die ersten Abrechnungen der Rentenversicherung an.

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Am 1. Juli 2017 trat die Flexi-Rente komplett in Kraft. Seitdem gelten für die vorgezogene Altersrente und die Erwerbsminderungsrente neue Hinzuverdienstregelungen. Bei Bezug einer Regelaltersrente darf man ohne Rentenkürzung unbegrenzt hinzuverdienen. Bei den vorgezogenen Renten, also für Schwerbehinderte, für langjährig Versicherte, für besonders langjährig Versicherte und für Erwerbsgeminderte, gibt es dagegen Beschränkungen, die durch das neue Gesetz anders geregelt sind, wie Daniel Overdiek, stellvertretender VdK-Bezirksgeschäftsführer Oberbayern, erläutert.

Flexibel statt starr

Bis zum 30. Juni 2017 galten noch starre Hinzuverdienstgrenzen. Bezogen aufs Kalenderjahr durfte der monatliche Hinzuverdienst maximal zwei Monate im Jahr 450 Euro bis zum Doppelten übersteigen, ohne dass die Rente gekürzt wurde. Ab dem dritten Mal im selben Kalenderjahr wurde für jeden Monat, in dem der Hinzuverdienst überschritten wurde, die Rente stufenweise gekürzt, auch wenn der Verdienst nur knapp über der Hinzuverdienstgrenze lag. So wurden zum Beispiel bei einer vorgezogenen Altersrente in Höhe von 1200 Euro nur noch 800 Euro gezahlt. Diese starren Hinzuverdienstgrenzen waren in der Rentenauskunft oder – falls schon Rente bezogen worden ist – im Rentenbescheid zu finden.

Seit Juli 2017 gibt es statt dieser starren monatlichen Hinzuverdienstgrenze eine jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro. Übersteigt das zusätzliche Einkommen innerhalb eines Kalenderjahres diese Höchstsumme, wird die Rente zunächst nur um 40 Prozent des übersteigenden Betrags gekürzt. Das wirkt sich besonders in den Fällen günstiger aus, in denen die Hinzuverdienstgrenze nur um einen geringen Betrag überschritten wird.

Daniel Overdiek führt dazu folgendes Beispiel an: Eine Rentnerin verdient zusätzlich 500 Euro pro Monat. Das ergibt im Jahr 6000 Euro. Nach altem Recht wurden wegen Überschreitens der Hinzuverdienstgrenze bei einer Rente von 1200 Euro nur noch zwei Drittel, also 800 Euro monatlich, gezahlt. Das ergab aufs Jahr gerechnet eine Einbuße bei der Rente von 4800 Euro. Nach neuem Recht erfolgt in diesem Beispiel keine Rentenkürzung mehr, weil die 6300 Euro nicht überschritten werden.

Aber Achtung: In manchen Fällen kann das neue Flexi-RentenRecht auch dazu führen, dass aufs Jahr gerechnet eine geringere Rente gezahlt wird als nach dem alten Hinzuverdienstrecht. Wenn man zum Beispiel nur zwei Monate im Jahr arbeitet, aber jeweils einen sehr hohen Hinzuverdienst hat, der deutlich über 6300 Euro liegt, dann kann die Neuregelung ungünstiger sein.

Der VdK berät


Da die Rentenversicherung im Voraus nur aufgrund einer Prognose die Rente auszahlen konnte und noch nicht wusste, wie viel tatsächlich hinzuverdient wurde, folgt nun erstmals ab Juli 2018 für die im Kalenderjahr 2017 gezahlten Renten die nachträgliche endgültige Abrechnung (Spitzabrechnung). Basierend darauf wird entweder bei höherem Hinzuverdienst als in der Prognose erwartet ein Teil der Rente zurückgefordert oder bei niedrigerem Hinzuverdienst Rente nachgezahlt.

Nähere Infos geben die Fachleute des Sozialverbands VdK Bayern. VdK-Mitglieder können sich in ihrer zuständigen Kreisgeschäftsstelle beraten lassen. Eine Geschäftsstellensuche finden Sie hier:

hei

Schlagworte Rente | Flexi-Rente

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
In unseren Pressemitteilungen und Pressekonferenzen informieren wir Journalistinnen und Journalisten regelmäßig über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Titelbild der VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Symbolfoto: Eine Kamera filmt die VdK-Präsidentin
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
Mit seinen Aktionen und Veranstaltungen gelingt es dem VdK Bayern immer wieder hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzielen. Dazu gehört auch die Präsenz auf wichtigen Fach- und Publikumsmessen.