25. Juni 2018
VdK-Zeitung Archiv

51.000 Euro Nachzahlung

VdK-Berater findet Fehler in Rentenbescheid einer Witwe

Patricia Müller* wollte in der VdK-Kreisgeschäftsstelle München eigentlich nur ihren Rentenbescheid anschauen lassen. Dabei stellte der Sozialrechtsberater fest, dass sie noch Witwenrente bekommen müsste – und das für 18 Jahre rückwirkend.

Es kann sich lohnen, den Rentenbescheid nochmal einem Experten vorzulegen. Mithilfe des VdK München wurden einer Frau 51.000 Euro Witwenrente nachgezahlt. | © VdK Bayern

Sie konnte es nicht glauben, als sie den geänderten Rentenbescheid in den Händen hielt: 51.279,11 Euro werden ihr als „große Witwenrente“ nachgezahlt, und monatlich bekommt sie zusätzlich zur Altersrente 340,64 Euro. Dies verdankt sie Rainer Ansorge, Rentenberater in der VdK-Kreisgeschäftsstelle München. Er hatte den vorherigen Rentenbescheid durchgesehen und ist auf einen Fehler der Deutschen Rentenversicherung gestoßen, der äußerst selten vorkommt.

Tipp eines Bekannten


Patricia Müller hat mehr als 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt. Als sie nun mit knapp 64 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen wollte, ist sie aufgrund eines persönlichen Tipps zum Sozialverband VdK gegangen. Sie hatte selbst schlechte Erfahrungen mit der Rentenversicherung gemacht und ein Bekannter empfahl ihr: „Lass dich lieber vom VdK unterstützen!“ Das tat sie und wurde Mitglied. Sie machte einen Beratungstermin aus, und dies hat sich gelohnt.

Rainer Ansorge schaute sich ihre Rentenunterlagen genau an. Er erfuhr, dass ihr Ehemann bereits im Jahr 1990 gestorben war, sie aber all die Jahre seitdem keine Witwenrente bekommen hat. Grund war offensichtlich ein Versäumnis der Rentenversicherung. Beim Tod ihres Mannes war sie erst 36 Jahre. Da sie selbst berufstätig war und gut verdiente, bekam sie damals keine „kleine Witwenrente“. Allerdings hätte sie ab ihrem 45. Geburtstag eine „große Witwenrente“ bekommen müssen. Dies hat die Rentenversicherung jedoch vergessen.

Patricia Müller selbst wusste auch nichts davon, da ihr die Berater der Deutschen Rentenversicherung dies nicht gesagt hatten. Auf Nachfrage des Sozialverbands VdK stellte die Rentenversicherung einen neuen Bescheid aus, der zusätzlich zu ihrer Altersrente die „große Witwenrente“ enthielt. Für Patricia Müller kam dies so überraschend wie ein Lottogewinn. Entsprechend aufgeregt war sie. Sie habe in ihrem Leben noch nie so eine hohe Summe auf einmal ausgezahlt bekommen, erzählte sie. Patricia Müller beließ das Geld auch erst einmal auf dem Konto, und hat es bisher noch nicht angerührt. Schließlich muss sie auf diesen Betrag noch Steuern nachzahlen. Aber der Großteil davon wird ihr bleiben. Außerdem freut sie sich natürlich über die monatlich höhere Rentenauszahlung.

Der erfahrene Rentenberater Rainer Ansorge betont, dass so ein Fall eine große Ausnahme sei. Nur bei jemandem, der vor dem 45. Geburtstag den Ehepartner verloren hat, könnte ein ähnlicher Fehler passiert sein. Betroffene sollten in dem Fall prüfen, ob sie die große Witwen- beziehungsweise Witwer-Rente bekommen. Falls nicht, lohnt sich möglicherweise eine Beratung beim Sozialverband VdK.

Spende an den VdK


Patricia Müller war dem VdK jedenfalls so dankbar, dass sie dem Sozialverband einen Betrag spendete und sich nun überlegt, in Zukunft ehrenamtlich für den VdK tätig zu sein. Vorerst will sie aber keine Verpflichtungen eingehen. Sie will die Rente erst einmal genießen, nachdem sie seit ihrem 16. Lebensjahr immer gearbeitet hat.
* Name von der Redaktion geändert

Sebastian Heise

Schlagworte Witwenrente | Sozialrecht | sozialrechtliche Beratung | Rentenversicherung | Hinterbliebenenrente | Nachzahlung

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