6. Juni 2018
VdK-Zeitung Archiv

„Teilzeit bringt für die Altersversorgung fast nichts“

Ulrike Mascher und Helma Sick diskutieren auf der Messe „Die 66“ über Frauen in der Armutsfalle

Trotz Rekordtemperaturen hat Deutschlands größte 50plus-Messe „Die 66“ vom 20. bis 22. April mehr als 16 000 Besucher auf das Münchner Messegelände gelockt. Rund 400 Aussteller, darunter der Sozialverband VdK Bayern, präsentierten sich und ihre Angebote. Dazu gab es wieder ein interessantes Rahmenprogramm mit VdK-Beteiligung.


Auf der Hauptbühne in Halle A5 diskutierte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher am Sonntag vor gut besuchten Reihen eine Stunde mit Kolumnistin und Finanzexpertin Helma Sick über Frauen in der Armutsfalle. Während es für jeden Mann normal sei, eine Berufsausbildung zu absolvieren und ein Leben lang erwerbstätig zu sein, gebe es für Frauen immer auch den Weg, ein Kind zu bekommen und sich der Familie zu widmen, sagte Mascher.

„Wer aber gut im Alter leben, also eine gute Rente bekommen möchte, erreicht dies nur mit kontinuierlicher Erwerbstätigkeit.“ Zwar arbeiteten heute im Vergleich zu früher deutlich mehr Frauen, doch 70 Prozent aller erwerbstätigen Frauen seien in Teilzeit beschäftigt, erklärte Sick. „Oft auch dann noch, wenn die Kinder schon älter oder aus dem Haus sind.“ Beide Frauen waren sich einig: Teilzeit bringe mit Blick auf die Altersversorgung so gut wie nichts.

Darüber hinaus würden viele gut ausgebildete, moderne Frauen heute freiwillig ein Leben wählen wie das ihrer Großmütter – zurück ins alte Rollenbild der Hausfrau. „Liebe Frauen, seid lieber jetzt unromantisch als später arm“, mahnte Sick. Bundesweit scheitere jede dritte Ehe, in Großstädten sogar jede zweite. Zudem könne der Lebenspartner frühzeitig sterben oder dessen Firma pleitegehen. Frauen sollten sich daher nicht in eine finanzielle Abhängigkeit begeben, sondern auf eigenen Beinen stehen, so der Appell von Mascher und Sick.

Am VdK-Stand war an den drei Messetagen eine Menge los. „Wir waren als Aussteller wieder sehr zufrieden und haben dieses Jahr sogar unser Standpersonal aufgestockt, da so viele Anfragen kamen“, freute sich Marian Indlekofer, Kreisgeschäftsführer des VdK-Kreisverbands München. „Die Besucherinnen und Besucher kamen mit Lob, Anregungen und sozialrechtlichen Fragen an unseren Stand. Besonders hat uns gefreut, dass so viele Ehrenamtliche des VdK aus ganz Bayern angereist sind. Nun werden wir die Rückmeldungen und Anliegen auswerten und in unsere nächsten VdK-Veranstaltungen einbringen.“

Ebenfalls gut besucht waren am Freitag die beiden VdK-Vorträge von Yvonne Knobloch, Leiterin des VdK-Ressorts „Leben im Alter“. Sie referierte über sinnvolle Wohnformen im Alter sowie über das Thema „Pflegefall – und wie geht’s weiter?“. Der VdK-Vortrag von Dr. Winfried Teschauer am Sonntag zum Thema „Alzheimer“ stieß auch auf reges Interesse. Es gebe unterschiedliche Ursachen für Demenz, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Ingenium-Stiftung. Alzheimer sei einfach die bekannteste. Für den Umgang mit Betroffenen gebe es zwei goldene Regeln: Erstens sei es wichtig, ihnen Recht zu geben. Und zweitens, sie wertschätzend und liebevoll zu behandeln.

Die Themen der Messe waren vielseitig und bunt – wie die Zielgruppe selbst. Denn diese umfasst mittlerweile mehrere Generationen: Eltern, Kinder und Enkelkinder. „Auf der ‚Die 66‘ finden mehrere Generationen praktische Informationen, die den Alltag erleichtern und mehr Lebensqualität bescheren“, sagt Projektleiterin Ursula Friedsam. Wer die Messe (auch) im nächsten Jahr besuchen möchte, kann sich schon mal den Termin vormerken: Sie findet von 3. bis 5. Mai 2019 statt.

Mirko Besch

Schlagworte Messe | Die 66

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