1. Juni 2018
VdK-Zeitung Archiv

Sozialpolitik ist ihre Leidenschaft

VdK-Ehrenpräsidentin Ulrike Mascher hat dem Sozialverband VdK viel Erfolg und Aufmerksamkeit verschafft

Nach fast zehn Jahren hat Ulrike Mascher beim VdK-Bundesverbandstag das Amt der Präsidentin in jüngere Hände gegeben. Der VdK hat ihr enorm viel zu verdanken, an Image wie an Einfluss.

Ulrike Mascher (links) gratuliert ihrer Nachfolgerin Verena Bentele (rechts) zum hervorragenden Wahlergebnis. | © Thomas Rosenthal

Diese Frau lässt sich nicht entmutigen: „Dicke Bretter sind dazu da, gebohrt zu werden“, sagt Ulrike Mascher. Mit ihrer Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft konnte sie sehr viel für den Sozialverband VdK erreichen – indem sie viele dicke Bretter gebohrt hat.

Sie weiß, dass sozialpolitische Forderungen oft auch teure Forderungen sind. „Bei Verbesserungen in der Rente geht es immer gleich um ein paar Milliarden Euro. Das zahlt man nicht aus der Portokasse“, so die erfahrene Sozialpolitikerin. Dennoch konnte Ulrike Mascher als versierte Expertin in den vergangenen zehn Jahren den Regierungspolitikern oft klarmachen: Es darf nicht immer nur ums Geld gehen. „Soziale Gerechtigkeit ist keine Haushaltsfrage, wir reden ja nicht über Almosen oder Geschenke“, sagt sie. Deshalb hat sie für die Anhebung der Mütterrente gekämpft, für Verbesserungen in der Erwerbsminderungsrente oder für die Rentengarantie, die sicherstellt, dass Rentnerinnen und Rentner auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten nicht mit Minusrunden rechnen müssen.

Als sie im Jahr 2008 als Nachfolgerin von Walter Hirrlinger VdK- Präsidentin wurde, zog die Finanzkrise am Horizont auf. Die Kassen waren leer und die Politik reagierte mit einigen schmerzhaften Sozialkürzungen.

Was Ulrike Mascher damals am meisten empörte, war die Ignoranz der Politik gegenüber Kinder- und Altersarmut. Deshalb, so sagt sie, habe sie gleich am Anfang ihrer Amtszeit eine wichtige Lektion gelernt: „Nur wer öffentlich präsent ist, wird gehört.“ Viel stärker als in den Jahren zuvor ist der Sozialverband VdK mit ihr nach außen getreten. Am auffälligsten mit seinen Kampagnen, die soziale Missstände anprangern. Auf Großplakaten hieß es „Endstation Armenküche“ oder „Die Kluft wächst!“. Medienvertreter schätzen sie als kompetente Gesprächspartnerin. Von Ulrike Mascher und dem VdK war viel zu sehen, zu hören und zu lesen.

VdK setzt Themen

Diese Öffentlichkeitsarbeit ist kein Selbstzweck. Der VdK setzte damit wichtige Themen, denen in der Politik keiner mehr ausweichen kann. Kein Politiker würde heute mehr leugnen, dass es in Deutschland Altersarmut gibt.

Ähnlich verhält es sich in Sachen Pflege. Der Sozialverband VdK war die erste Sozialorganisation, die sich zum Fürsprecher von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen gemacht hat. „Pflege geht jeden an“ hieß es 2011 beim VdK – und im selben Jahr begannen dann die ersten ernsthaften Diskussionen um eine Reform der Pflegegesetze. Unterdessen sind drei Pflegestärkungsgesetze in Kraft getreten, die deutlich die Handschrift des VdK tragen. Zurücklehnen gilt aber nicht: „Da ist zwar viel vorangekommen, gerade für Demenzpatienten, aber noch lange nicht genug“, sagt Mascher.

Auch in der Behindertenpolitik hat der VdK sich kräftig eingemischt, insbesondere mit seiner Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ 2016. Parallel wurde in der Bundesregierung an zwei wichtigen Gesetzen gearbeitet: am Bundesteilhabegesetz und am Behindertengleichstellungsgesetz. Mit Verena Bentele, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung war, hatte Ulrike Mascher eine gute Verbündete gefunden.
„Wenn sie aktiv wird, dann immer zum Wohle anderer“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele über ihre Vorgängerin. Als „couragiert und engagiert“ bezeichnete sie Mascher bei deren feierlichen Verabschiedung in Berlin. Durch sie sei der VdK „öffentlich sichtbar“ geworden und werde in der Politik auf Augenhöhe wahrgenommen. Das stetige Mitgliederwachstum sei auch ihrer Person zu verdanken.

Ulrike Mascher sieht den VdK als starke solidarische Gemeinschaft. „Wir haben zusammen viel erreicht. Wichtig war für mich immer, den VdK voranzubringen“, sagte sie. Der VdK muss auch künftig nicht auf sie verzichten. Sie bleibt Landesvorsitzende im VdK Bayern.

Dr. Bettina Schubarth

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