20. Februar 2018
VdK-Zeitung Archiv

Ziel: Allgemeiner Arbeitsmarkt

Budget für Arbeit soll Schwerbehinderten Alternative zur Werkstatt bieten

Vielen Menschen mit Behinderung ist es bisher schwer gefallen, von einer Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln. Mit dem neu eingeführten Budget für Arbeit soll dieser Schritt erleichtert werden. Die Arbeitsagentur ist optimistisch.

Wer beispielsweise einen Koch mit Behinderung anstellt, bekommt bis zu 75 Prozent des Gehalts ersetzt. Dies ermöglicht das Budget für Arbeit. | © Andi Weiland/www.gesellschaftsbilder.de

Eine der wichtigsten Neuerungen des Bundesteilhabegesetzes ist das Budget für Arbeit. Dieses ist zum Jahresbeginn in Kraft getreten und soll mehr Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringen. Arbeitgeber erhalten einen Ausgleich für die dauerhafte Minderleistung des schwerbehinderten Beschäftigten. Darüber hinaus werden notwendige Assistenzleistungen finanziert. Das Budget für Arbeit ermöglicht damit eine Alternative zur Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Anspruchsberechtigt sind diejenigen Menschen mit Behinderung, die in einer Behindertenwerkstatt arbeiten könnten.

Der Bund stellt dafür jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Der unbefristete Lohnkostenzuschuss an Arbeitgeber beträgt bis zu 75 Prozent des vom Arbeitgeber regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts, jedoch höchstens 40 Prozent der monatlichen Bezugsgröße. Diese lag 2017 bei 1190 Euro. Das bedeutet, dass vor allem Menschen in geringer bezahlten Berufen dadurch leichter zu vermitteln sind. Ein Ingenieur, der durch einen Unfall schwerbehindert wurde, wird dagegen allein mit diesem Zuschuss nicht auf das Gehalt kommen, was er früher verdiente.

Von dem Budget für Arbeit sollen nicht nur Beschäftigte von Werkstätten für Menschen mit Behinderung profitieren, sondern auch schwerbehinderte Jugendliche im Rahmen einer beruflichen Orientierung für die Zeit nach ihrer beruflichen Bildung sowie Menschen mit einer psychischen Behinderung, die nicht in einer Werkstatt arbeiten wollen. Diejenigen, die durch das Budget für Arbeit im allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden, haben ein Rückkehrrecht in eine Behindertenwerkstatt.

Der Sozialverband VdK begrüßt die bundesweite Einführung des Budgets für Arbeit, nachdem es bereits in einzelnen Bundesländern erfolgreich praktiziert wurde. Wichtig ist auch, dass die Länder den finanziellen Ausgleich für die Minderleistung nicht herab-, sondern nur heraufsetzen können. Die Bundesagentur für Arbeit gibt sich laut eines Sprechers zuversichtlich, durch das Budget für Arbeit mehr Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringen zu können. Von rund 150.000 Arbeitgebern haben etwa 40.000 keine schwerbehinderten Menschen beschäftigt und zur Strafe eine Ausgleichsabgabe gezahlt. Durch das Budget für Arbeit soll die Bereitschaft der Unternehmen, Menschen mit Behinderung einzustellen, deutlich steigen.

Sebastian Heise

Schlagworte Menschen mit Behinderung | Arbeitsmarkt | Behindertenwerkstatt | Budget für Arbeit | Bundesteilhabegesetz

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