24. Januar 2018
VdK-Zeitung Archiv

Steuern nicht vergessen!

Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben – Lohnsteuerhilfevereine bieten Unterstützung an

Die gute Nachricht: Die Renten sollen am 1. Juli steigen. Die schlechte Nachricht: Immer mehr Menschen müssen ihre Altersbezüge versteuern. Doch viele können diese Abgaben vermeiden, indem sie Ausgaben wie Spenden und Gesundheitsausgaben geltend machen. Preiswerten Rat gibt es bei Lohnsteuerhilfevereinen.

Symbolfoto: Ein älterer Mann arbeitet an seinem Notebook

Die meisten Rentnerinnen und Rentner in Deutschland müssen nach wie vor keine Steuern zahlen. Doch jedes Jahr steigt die Zahl derjenigen, die in die Steuerpflicht rutschen. Gründe sind weniger die steigenden Rentenbezüge als vielmehr die sinkenden Steuerfreibeträge für neue Ruheständler. Grundsätzlich waren und sind alle Einnahmen, also auch Renten, zu versteuern.

Doch lange Zeit sorgten hohe Freibeträge dafür, dass nur ganz wenige Rentnerinnen und Rentner von der Steuerpflicht betroffen waren. So lag bei Renteneintritt mit 65 Jahren der steuerpflichtige Anteil an der Bruttorente vor 2005 bei 50 Prozent. Das heißt, bei einer Rente von zum Beispiel 12.000 Euro im Jahr waren nur 6000 Euro steuerrelevant. Dieser Betrag lag wiederum unter dem für die Steuer gültigen Jahresfreibetrag und musste daher nicht versteuert werden.

Renteneintritt zählt

Seit 2005 steigt für die jeweiligen Neurentner jedes Jahr der steuerpflichtige Anteil um zwei Prozentpunkte. Bei denjenigen, die im vergangenen Jahr in Rente gegangen sind, liegt der zu versteuernde Anteil schon bei 74 Prozent. Ab 2018 sind es 76 Prozent. Ab 2020 wird die jährliche Steigerung ein Prozentpunkt betragen, sodass ab 2040 Neurentner ihre volle Rente versteuern müssen. Für die Berechnung der steuerrelevanten Grenze zählt also der jeweilige Rentenbeginn. Danach bleibt der individuelle Prozentsatz immer gleich. Für die 2017 in Ruhestand gegangenen Rentner gelten also bis ans Lebensende die 74 Prozent.

Außerdem werden nur dann Steuern fällig, wenn man mit seinen anzurechnenden Einkommen über den Jahresfreibetrag kommt. 2017 lag dieser für alleinstehende beziehungsweise allein veranlagte Rentner bei 8820 Euro und für zusammen veranlagte Paare bei 17.640 Euro. Ein allein veranlagter Neurentner, der höchstens 11.918 Euro im Jahr Rente bekommt und keine sonstigen Einnahmen (Betriebsrente, Mieteinnahmen) hat, muss entsprechend keine Steuern bezahlen. Derjenige, der bereits vor 2005 in Rente gegangen ist, braucht sogar bei Altersbezügen bis zu 17.640 Euro im Jahr nichts zu versteuern, sofern er keine weiteren Einnahmen erzielt.

Wer mit seiner anzurechnenden Rente oder zusätzlichen Einnahmen dagegen über den Jahresfreibetrag kommt, ist steuerpflichtig. Senioren sollten dies im Zweifelsfall überprüfen lassen. Zum einen ist es die gesetzliche Pflicht, zum anderen wissen die Finanzämter sowieso über die Rentenhöhe jedes Einzelnen Bescheid. Die gesetzlichen und privaten Rentenversicherungsträger sind verpflichtet, automatisch die Daten über die jährlichen Zahlungen an die Finanzämter zu übermitteln. Wenn eine Steuererklärung gar nicht oder zu spät erfolgt, drohen Verspätungszuschläge.

Es gibt auch einen Vorteil, wenn man sich gegenüber dem Finanzamt erklärt: Ruheständler können wie Arbeitnehmer das zu versteuernde Einkommen, das neben den Renten zum Beispiel aus Betriebsrenten und Nebeneinkünften bestehen kann, auf diese Weise verringern und im Idealfall unter den Freibetrag drücken, so dass keine Steuern fällig werden. Zu den Ausgaben, die geltend gemacht werden können, zählen beispielsweise Spenden, Mitgliedsbeiträge wie der VdK-Beitrag, haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzhilfen oder Handwerksleistungen und je nach Höhe auch Gesundheitsausgaben.

Hilfsangebote

In Servicezentren oder bei Sprechstunden der Finanzämter können Unklarheiten bei der Steuererklärung direkt angesprochen werden. Professionelle Hilfe bei der Erstellung bieten Lohnsteuerhilfevereine an, wie der Steuerring oder die Lohi Bayern. Mitglieder einiger VdK-Landesverbände bekommen dort vergünstigte Konditionen.

Sebastian Heise

Schlagworte Steuern | Rente

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
In unseren Pressemitteilungen und Pressekonferenzen informieren wir Journalistinnen und Journalisten regelmäßig über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Symbolfoto: Eine Kamera filmt die VdK-Präsidentin
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
Mit seinen Aktionen und Veranstaltungen gelingt es dem VdK Bayern immer wieder hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzielen. Dazu gehört auch die Präsenz auf wichtigen Fach- und Publikumsmessen.