25. November 2017
VdK-Zeitung Archiv

Pflegende am Rande der Erschöpfung

Angehörige von Demenzkranken wünschen sich mehr Unterstützung und Entlastung

Knapp 60 Prozent aller Angehörigen, die einen Demenzkranken pflegen, sind am Ende ihrer Kräfte. Das geht aus einer Befragung der DAK hervor. Fast alle Angehörigen wünschen sich eine bessere Unterstützung.

© Rainer Sturm/pixelio.de

Zwei Drittel aller an Demenz erkrankten Menschen in Deutschland werden von Angehörigen versorgt. Nicht nur die Pflegenden fühlen sich erschöpft, sondern auch die Menschen im erweiterten Umfeld: Jeder Dritte gibt an, oft erholungsbedürftig zu sein. Neun von zehn Befragten sagen, sie bräuchten bessere Unterstützung.

Am meisten mangelt es den betroffenen Familien an Geld. 86 Prozent wünschen sich mehr finanzielle Hilfe, 66 Prozent Entlastung durch professionelle Dienste, 60 Prozent zusätzliche Selbsthilfe und 42 Prozent Informationsangebote. Bei der Versorgung Demenzkranker spielt das Ehrenamt kaum eine Rolle. Professionelle Pflege genießt zwar hohe Akzeptanz, die Nachfrage ist aber niedrig. Die meisten Demenzkranken werden von der Familie versorgt.

Angebote, die auf Entlastung, Aktivierung und Beratung ausgerichtet sind, erreichen die Haushalte jedoch kaum. Jeder dritte pflegende Angehörige würde sich Hilfe durch Freiwillige wünschen sowie günstigere Möglichkeiten, um sich von privaten Pflegekräften unterstützen zu lassen. Bei der Frage, wo Demenzkranke am besten leben sollten, herrscht große Unsicherheit. Nur 26 Prozent der Befragten halten den Haushalt des Pflegebedürftigen für den besten Ort. Etwa jeder Fünfte glaubt, ambulant betreute Wohngruppen wären die bessere Alternative. Andere nennen gute Pflegeheime (16 Prozent) oder den Haushalt von Angehörigen (13 Prozent).

Die Realität sieht anders aus: Die Nachfrage nach Demenz-WGs ist größer als die Anzahl der verfügbaren Plätze. Etwa ein Drittel aller Betroffenen lebt in Pflegeheimen, nur knapp zwei Prozent werden in einer Wohngruppe versorgt.

ali

Schlagworte Pflege | Demenz

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