25. Oktober 2017
VdK-Zeitung Archiv

„Der Sozialverband VdK ist eine Quelle des Glücks“

Das Ehrenamt spielt für Glücksforscher Professor Dr. Karlheinz Ruckriegel eine wichtige Rolle für ein erfülltes Leben

Professor Dr. Karlheinz Ruckriegel | © privat

Es ist meist kein Zufall, wie man sich fühlt. Bereits Johann Wolfgang von Goethe wusste, dass Glück auch mit der eigenen inneren Einstellung zu tun hat. Die VdK-Zeitung sprach mit dem Glücksforscher Professor Dr. Karlheinz Ruckriegel.

Lässt sich Glück erlernen?
Professor Dr. Karlheinz Ruckriegel: Ja! Zu einem glücklichen Leben gehört, dass die positiven Gefühle die negativen überwiegen. Wir wissen aus der Forschung, dass die Menschen schlechte Ereignisse stärker wahrnehmen als gute. Das mag biologisch einen Sinn gehabt haben, als die Menschheit noch ums Überleben kämpfen und lernen musste, wie man Gefahrensituationen überwindet. Heute ist das nicht mehr notwendig.

Was kann man tun, um glücklicher zu werden?
Ruckriegel: Ich empfehle, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Darin trägt man zwei- bis dreimal pro Woche seine positiven Erlebnisse ein. Es braucht ein bisschen Geduld, aber nach einigen Monaten ändern sich die Sichtweise auf das Leben und die Wahrnehmung der Ereignisse. Und wenn man mal einen schlechten Tag erwischt, kann man mithilfe des Tagebuchs diese Sichtweise wieder aktivieren. Es ist nur wenig sinnvoll, sich zu ärgern, weil man mit dem Auto im Stau steht. Besser ist es, man trainiert sich den Ärger ab oder fährt künftig mit dem Zug. Wer glücklich ist, hat ein besseres Immunsystem. Wenn Sie sich ständig aufregen, ist Ihr Leben kurz und unangenehm.

Was trägt noch zu einem erfüllten Leben bei?
Ruckriegel: Wichtig ist es, Ziele zu haben. Diese können ruhig ehrgeizig, sollten aber realistisch sein. Und das Leben braucht einen höheren Sinn. Den hat früher die Religion gestiftet. Mit dem Glaubensverlust sind die Menschen darauf angewiesen, sich selbst einen Sinn zu suchen. Persönliches Wachstum, die Vertiefung und Verbesserung von sozialen Beziehungen und das Mitwirken an der Gesellschaft sind besonders geeignet, um unser Wohlbefinden zu stärken. Für ein gelingendes Leben ist ein Ehrenamt ein ganz wichtiger Faktor. Insofern ist der Sozialverband VdK eine Quelle des Glücks, weil er den Menschen die Möglichkeit gibt, etwas Wertvolles für andere zu tun. Damit ein Ehrenamt zu einer erfüllenden Aufgabe wird, sollte man es rechtzeitig beginnen. Das heißt, bevor ein Schicksalsschlag eintritt, damit es der Person dann auch einen Halt gibt.

Wie soll man mit Zeiten umgehen, in denen es nicht so gut läuft – zum Beispiel bei schwerer Krankheit oder dem Verlust des Partners?
Ruckriegel: Man sollte bereits zuvor tragfähige Strukturen geschaffen haben, damit man nicht in ein tiefes Loch fällt. Das kann zum Beispiel ein Freundeskreis sein, der einen auffängt, oder ein Ehrenamt. Wer sich ganz auf seinen Partner fixiert und zurückgezogen hat, hat es schwer. Trauer braucht ihre Zeit und sollte nicht unterdrückt werden. Doch sie geht eines Tages vorbei, und andere Dinge rücken in den Vordergrund. Wenn das nicht passiert und man merkt, dass man aus dem Tief nicht mehr herauskommt, sollte man sich nicht scheuen und ärztliche sowie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie wichtig ist Geld, um glücklich zu sein?
Ruckriegel: Geld ist wichtig, aber nur im Sinne einer Basisversorgung. Studien aus Japan und den USA haben gezeigt, dass Menschen, die ausreichend zum Leben haben, durch ein höheres Gehalt nicht zufriedener werden. Wer viel Geld zur Verfügung hat, aber nur wenig Zeit, um sich um Familie und Freunde zu kümmern, ist oft unzufrieden.


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Interview: Annette Liebmann

Schlagworte Interview | Glück | Gücksforschung | Glücksforscher

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