25. Oktober 2017
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Bühne frei für jedermann

Neue Spielzeit, neue Barrierefreiheit: Das Theater an der Rott in Eggenfelden ist für alle da

Das Theater an der Rott erzählt Geschichte – ohne verstaubt zu wirken. Die besten Zeiten des 1963 erbauten Hauses sind nicht vorbei, sie sind jetzt. Intendant Dr. Uwe Lohr kombiniert den Charme von einst mit Ideen von heute. Sein Ideal: ein Theater für alle – sowohl inhaltlich als auch baulich. Mithilfe des VdK ist es ihm gelungen, das Gebäude im niederbayerischen Eggenfelden vollständig barrierefrei umbauen zu lassen und dessen Charakter dennoch zu erhalten.

Nach dem Umbau ist das Theater an der Rott barrierefrei und hat eine weitere Bühne im Untergeschoss gewonnen. Dank eines neuen Aufzugs gelangen endlich auch Menschen mit Gehbehinderung dorthin. Intendant Dr. Uwe Lohr (Mitte), Sigi Thoma, VdK-Berater für Barrierefreiheit, und Georgine Wiesmeier, Vorsitzende des VdK-Kreisverbands Rottal-Inn, freuen sich über die gelungene Renovierung. | © Caroline Meyer

Sigi Thoma schaut sich im großzügigen Foyer um. Am modernen Aufzug, der sich zurückhaltend ins Treppenhaus einfügt, bleibt sein Blick hängen. „Weil die finanzielle Situation anfangs nicht so rosig aussah, suchten wir zuerst nach einer günstigen Aufzug-Variante“, erzählt der Berater für Barrierefreiheit, als Architekt prädestiniert für das VdK-Ehrenamt.

Im Januar dieses Jahres kam er mit einem technischen Berater, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Bei Intendant Dr. Uwe Lohr liefen sie offene Türen ein. Er hatte sich bereits für den Einbau eines Aufzugs stark gemacht, was aber aus Kostengründen abgelehnt wurde. Mit dem VdK im Rücken machte der Freistaat Bayern dann doch einen großzügigen Zuschuss locker. Deshalb befördert nun keine Notlösung, sondern ein Topgerät die Besucher vom Erd- ins Ober- und Untergeschoss.

Für Ältere und Menschen mit Behinderung ist dies eine große Erleichterung und einzige Möglichkeit, ins Theatercafé zu gelangen. „Der Aufzug ist ein großer Gewinn“, sagt Lohr. „Dessen Nutzung ist für alle komfortabel und für manche dringend notwendig.“ Im Zuge des Umbaus ist anstelle der Garderobe im Untergeschoss eine weitere Bühne entstanden. Hier bietet das Theater in dieser Saison unter anderem ein neues Format für Senioren an, das „Sonntagnachmittags-Kränzchen“ mit Literatur, Musik, Kaffee und Kuchen.

„Wir verstehen uns als Grundversorger in der Region“, erklärt der Intendant. „Deshalb setzen wir auf Vielfalt und machen Programm für alle Interessen und alle Altersgruppen.“ Schauspiel, Musical, Lesungen, Konzerte, Bürger- und Schülertheater, Schlagerreise oder Requisiten-Flohmarkt: Im Programmheft 2017/2018 dürfte jeder fündig werden.

Und können ältere oder kranke Menschen nicht ins Theater an der Rott kommen, kommt das Theater eben zu ihnen. Genauer: in verschiedene Einrichtungen im Landkreis. Die Öffnung für ein breites Publikum tut dem Theater unter der Trägerschaft des Landkreises Rottal-Inn gut. Lohr hat das Potenzial der Spielstätte sofort erkannt, als er vor zwei Jahren die Intendanz übernahm. „Das Haus wurde in all den Jahren immer gut in Schuss gehalten.“

Umso mehr freut es den Österreicher, dass durch die Renovierung noch mehr Bürger in den Genuss eines Theaterbesuchs kommen können. Denn die Barrierefreiheit zieht sich nun wie ein roter Faden durch das komplette Gebäude. Außer des Aufzugeinbaus wurden die Treppengeländer erneuert, hellere Lichter installiert, gut sichtbare Piktogramme angebracht und der Behindertenparkplatz direkt vors Haus verlegt. Für Rollstuhlfahrer und deren Begleitpersonen gibt es im Großen Haus in der ersten Reihe sechs Plätze.

Vorzeigebeispiel

Auch Sigi Thoma, VdK-Berater für Barrierefreiheit, ist begeistert über das Resultat. Dass das Theater an der Rott ein Vorzeigebeispiel für barrierefreien Umbau werden und all seine Vorschläge umgesetzt würden, freut Thomas sehr. Denn wie wichtig Barrierefreiheit ist, hat der 76-jährige VdKler selbst erleben müssen. Nach einer verschleppten Grippe hatte er Lähmungserscheinungen und saß fünf Monate im Rollstuhl.

„Diese Erfahrung schärft den Blick für bauliche Barrieren“, sagt er. Auch im VdK-Kreisverband gebe es viele Mitglieder, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Fest steht: Beim nächsten VdK-Theaterbesuch können alle uneingeschränkt teilnehmen.



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Die VdK-Berater/innen für Barrierefreiheit setzen sich aktiv für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft ein. In Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Gemeinde können sie einen wichtigen Beitrag zum Abbau mancher Barrieren leisten. | weiter

Caroline Meyer

Schlagworte Theater | VdK-Berater für Barrierefreiheit | Barrierefreiheit

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