28. September 2017
VdK-Zeitung Archiv

Not ist im reichen Bayern oft nicht sichtbar

Aktion mit VdK-Landesvorsitzender Ulrike Mascher und Dr. Ulrich Schneider vom Paritätischen

„Reichtum umverteilen – jetzt!“ forderten rund 80 Teilnehmer des Bündnisses „München Sozial“. Im Vorfeld der Bundestagswahl wies der Zusammenschluss der sozialen Organisationen Münchens, dem auch der VdK-Kreisverband angehört, auf die wachsende soziale Spaltung der Gesellschaft hin.

Rund 80 Mitglieder von sozialen Organisationen in München, darunter auch der Sozialverband VdK Bayern, forderten: „Reichtum umverteilen“. | © Annette Liebmann

„Deutschland ist ein reiches Land. Die Möglichkeiten zu einer Umverteilung sind da“, sagte VdK-Präsidentin und -Landesvorsitzende Ulrike Mascher in ihrer Rede. Viele Menschen, vor allem Rentner und Alleinerziehende, seien auf die Tafel angewiesen. Auch in der Gesundheitsversorgung gebe es beträchtliche Missstände. Patienten würden immer stärker finanziell belastet.

Mascher bezeichnete es als „bitter“, dass sich die Politik auf die Hilfe der Wohlfahrtsverbände verlasse, statt selbst dafür zu sorgen, dass die Menschen ausreichend zum Leben haben. „Wir brauchen endlich eine Politik, die den Menschen nach einem arbeitsreichen Leben eine gute Rente ermöglicht, ebenso wie eine bezahlbare und barrierefreie Wohnung“, forderte Mascher.

Erwin Helmer, Leiter der Betriebsseelsorge und Präses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in der Diözese Augsburg, wies darauf hin, dass es im reichen Bayern eine Million Beschäftigte im Niedriglohnbereich gibt. „Das ist eine Abwertung der Arbeit“, kritisierte er. Diese Arbeitnehmer seien vom Mittelstand abgeschnitten. Viele fühlten sich als Menschen zweiter Klasse und verdienten so wenig, dass sie einen Zweitjob annehmen müssten. „Seinen eigenen Reichtum auf der Ausbeutung anderer aufzubauen, ist Blutsaugertum und Todsünde“, zitierte er Papst Franziskus.

Armut bedeutet Ausgrenzung Im reichen Deutschland sollte es möglich sein, den Reichtum so umzuverteilen, ohne dass jemand auf etwas verzichten muss, betonte Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Viele versuchen, die Armut auf Elend zu reduzieren. Doch Armut in Deutschland beginnt da, wo Menschen dauerhaft ausgegrenzt sind.“ Die Not von Menschen sei auch ein Appell an alle, die viel besitzen, etwas von ihrem Reichtum abzugeben. Es sei bequemer, abzustreiten, dass es Armut gibt. Besonders hart wirke sich Altersarmut aus, „weil sie lebenslänglich ist“.

Nur weil Bayern im bundesweiten Vergleich gut dastehe, bedeute das nicht, dass es keine Armut gibt, sagte Margit Berndl vom Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands/ Landesverband Bayern. Die Not der Menschen in München sei meist nicht sichtbar. „Sie wird aus dem Stadtbild verdrängt.“ Viele müssten sparen, sich einen Zweitjob suchen oder lebten in zu kleinen Wohnungen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten die Bundestagsabgeordneten und -kandidaten Dr. Bernhard Goodwin (SPD), Peter Heilrath (Bündnis 90/Die Grünen), Brigitte Wolf (Die Linke) und Fritz Haugg (FDP), wie sich Reichtum gerechter verteilen lässt. Besonders im Blickpunkt standen die steigenden Mieten in Ballungszentren, die auch für Normalverdiener immer weniger bezahlbar sind. Hier waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Politik dringend Maßnahmen ergreifen muss.

Annette Liebmann

Schlagworte Podiumsdiskussion | Bündnis „München Sozial“ | Reichtum umverteilen | Armut

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.