12. Juli 2017
VdK-Zeitung Archiv

Die schönsten Wochen des Jahres sollen möglichst perfekt werden

Mehrere Wochen am Stück sind nicht die Regel – Prof. Dr. Ulrich Reinhardt über das Reiseverhalten der Deutschen

Zukunftswissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Reinhardt. | © privat

Urlaub – das sind die schönsten Wochen des Jahres. Während die einen am Strand faulenzen, erobern andere die Berge oder erkunden fremde Städte. Auch wenn der Sommerurlaub für viele schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist er nach wie vor sehr beliebt. Das bestätigt auch Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen.

Früher sind viele Deutsche einmal im Jahr für mehrere Wochen in den Sommerurlaub gefahren – gerne an den immer gleichen Ort. Warum?
Prof. Dr. Ulrich Reinhardt: Immer wieder an den gleichen Ort zu reisen, bedeutet für Urlauber, die dieses tun, Verlässlichkeit. Sie wissen, was sie erwartet, und gehen so kein Risiko ein, enttäuscht zu werden.

Wie hat sich das Reiseverhalten geändert?
Prof. Dr. Reinhardt: Die Beliebtheit des Urlaubs ist ungebrochen hoch. In puncto Reisedauer sind mehrere Wochen an einem Stück nicht die Regel. 2016 verreisten die Deutschen im Durchschnitt 12,9 Tage. Etwa jeder Dritte blieb länger als zwei Wochen am Urlaubsort. Die Gleichung „Je weiter, desto länger“ hat hierbei weiterhin Bestand. So verweilten die Gäste durchschnittlich 10,7 Tage in den innerdeutschen Feriengebieten, im europäischen Ausland 13,1 Tage und außerhalb Europas verbrachten sie im Durchschnitt 18,6 Tage. Innerhalb Deutschlands Urlaub zu machen, ist sehr beliebt. Jedoch zeigt sich der Trend zum Zweiturlaub – ganz nach dem Motto: kurz, nah und spontan.

Warum haben die Menschen so viel Freude am Verreisen?
Prof. Dr. Reinhardt: Die Grundmotive des Reisens waren immer dieselben und werden es auch in vielen Jahren noch sein: Erholung von und für die Arbeit und der Kontrast zum Alltag. Aber natürlich spielen auch die Lust auf etwas Neues, Kultur, Natur, gutes Essen, Sport und Sonne eine große Rolle. Bei der Wahl des Urlaubsziels ist die Sicherheit vor Ort das entscheidende Kriterium. Darüber hinaus muss aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen und die Erholung garantiert sein. Da der Anspruch an den Urlaub hoch ist, entscheiden sich einige Bundesbürger dafür, immer wieder an den gleichen Ort zu reisen, um so eine Art Garantie für die schönsten Wochen des Jahres zu haben. Denn diese sollen so perfekt wie möglich werden.

Vieles von dem, was man früher nur im Urlaub gemacht hat, ist nun Bestandteil des Alltags geworden, zum Beispiel Essen zu gehen. Hat der Urlaub seinen Zauber verloren?
Prof. Dr. Reinhardt: Urlaub hat nach wie vor seinen Reiz und stellt für viele Bundesbürger den Höhepunkt des Jahres dar. Lange wird darauf hingearbeitet, gespart und gefiebert. Auch wenn man viele klassische Urlaubsaktivitäten ebenso im Alltag erleben kann, so tun dies doch nur die wenigsten, da sie oftmals zwischen beruflichen und privaten Verpflichtungen gefangen sind. Im Urlaub nimmt man sich dann die Zeit, um mit der Familie oder den Freunden etwas zu erleben, sich zu erholen und zu entspannen oder einfach den Moment zu genießen.


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Schlagworte Urlaub | Ferien | Interview | Reisen | Reiseverhalten

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