12. Juli 2017
VdK-Zeitung Archiv

Eine Sache des Geldbeutels

Lebenserwartung hängt vom sozialen Status ab

„Auf ein langes und gesundes Leben!“: So heißt es oft in Glückwunschkarten. Und tatsächlich steigt die Lebenserwartung in Deutschland weiter an – aber leider nicht für alle.

Medizinischer Fortschritt und seit Ende des Zweiten Weltkriegs Friedenszeiten haben die Lebenserwartung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich steigen lassen. Ein Junge, der heute zur Welt kommt, wird statistisch gesehen 78 Jahre und zwei Monate leben, ein Mädchen sogar 83 Jahre und einen Monat. Doch das sind Durchschnittswerte.

Wie hoch die Lebenserwartung tatsächlich für den Einzelnen ist, hängt deutlich vom sozialen Status ab. Arme Herkunft, schlechte Ausbildung, eine Arbeit ohne Wertschätzung oder Arbeitslosigkeit verkürzen das Leben. Der Direktor des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz, fasst diese Faktoren als „Lebensstress“ zusammen, und dieser fördere schwere Erkrankungen. Sozial abgehängte Menschen sterben in Deutschland bis zu acht Jahre früher als Altersgenossen mit gutem Einkommen und hoher Bildung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Hohes Alter, aber nicht für alle“ des Berlin-Instituts.

Noch deutlicher wird der Zusammenhang von Herkunft und Gesundheit in den USA. Hier liegen sogar rund 20 Jahre zwischen den Regionen mit der durchschnittlich höchsten und niedrigsten Lebenserwartung. Auch Deutschlands Ärzte sind alarmiert. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, beklagt eine „Gerechtigkeitslücke“, die zunehmend in den Krankenhäusern und Arztpraxen sichtbar werde, insbesondere bei Kindern. Dies sei „eine Schande für den Sozialstaat“ und „kaum erträglich“, sagte er auf dem Deutschen Ärztetag.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher kann dem nur beipflichten: „Die Gesundheit von Kindern und die Lebenserwartung dürfen nicht von der Herkunft abhängen.“ Solange aber viele medizinische Leistungen, die eine gesunde Lebensweise unterstützen, aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, werde diese Ungleichheit noch weiter wachsen, warnte sie.

bsc

Schlagworte Gesundheit | Lebenserwartung | sozialer Status

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