27. April 2017
VdK-Zeitung Archiv

Betrüger rufen mit Notrufnummer 110 an

Kriminalhauptkommissar Arno Helfrich gab beim Sozialverband VdK Tipps zum Schutz vor Kriminalität

Moderne Techniken wie die Rufnummernanzeige nutzen auch Betrüger aus. So rufen sie mit der Notrufnummer 110 vor allem bei älteren Mitbürgern an und geben sich als Polizisten aus. Kriminalhauptkommissar Arno Helfrich informierte in der VdK-Landesgeschäftsstelle über neue kriminelle Methoden und wie man sich schützen kann.

Das Telefon klingelt, und auf der Rufnummernanzeige erscheint die „110“. Der Anrufer stellt sich als Polizist vor und erzählt der ahnungslosen Seniorin, dass die Polizei Einbrecher festgenommen habe, die über Notizen mit Name und Adresse der Angerufenen verfügten. Der Mann gaukelt weiterhin vor, dass aufgrund dieser Tatsachen die Wohnung der Angerufenen stark einbruchsgefährdet sei. Er sagt, zur Sicherheit solle die Seniorin ihr Bargeld und ihren Schmuck zusammenstellen und einem Polizisten übergeben, der in Kürze kommen werde. Kurz danach klingeln wirklich Männer in Polizeiuniform.

180 Fälle gemeldet

Wie Arno Helfrich, Leiter der Münchner Kommissariats Prävention und Opferschutz, bei seinem Vortrag beim VdK Bayern weiter ausführte, sind leider einige der Angerufen auf diese Betrugsmasche hereingefallen und haben Bargeld und Schmuck verloren. Die kriminellen Banden nutzten dabei die Möglichkeit, die Telefonnummer, die auf der Anzeige erscheint, zu manipulieren. Helfrich machte jedoch deutlich, dass die Polizei niemals mit der 110 anruft.

Wer einen solchen Anruf bekommt, sollte selbst die 110 wählen und der Polizei von dem Betrugsversuch berichten. Außerdem sollte man dem falschen Polizisten auf keinen Fall die Türe aufmachen und erst recht nicht in die Wohnung lassen oder gar Wertsachen übergeben. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres seien bei der Münchner Polizei 180 solcher Fälle gemeldet worden. Viermal fielen leider die Menschen auf die Betrüger rein. Schaden: rund 60.000 Euro.

Helfrich warnte vor weiteren Tricks von Kriminellen. So würde auch mit dem Mittel der Hilfsbereitschaft perfide gearbeitet. In einem Fall bot ein Mann einem 80-jährigen Rentner mit Rollator an, dass er ihn mit dem Auto gerne nach Hause bringen könne. Das tat er auch. Als Dankeschön wollte der Rentner ihm Geld geben. Doch dieser lehnte ab und sagte, dass er das gerne gemacht habe und es auch kein Umweg gewesen sei. Der ältere Mann bot dem Fahrer einen Kaffee an. Dieser zögerte zunächst, fragte aber schließlich, ob er mal auf Toilette gehen dürfte. Diesen Wunsch erfüllte ihm der Rentner, und während er in der Küche einen Kaffee kochen wollte, nutzte der Mann die Zeit, um Schmuck und Wertgegenstände zu klauen.

Kriminalhauptkommissar Helfrich warnt dringend davor, fremde Menschen in die Wohnung zu lassen, auch wenn diese hilfsbereit waren. Neben den falschen Polizisten haben laut Helfrich in der jüngsten Zeit auch immer wieder falsche Handwerker Wohnungen ausgeraubt. Diese klingeln in Mehrfamilienhäusern an der Tür, geben vor, dass es in einem unteren Stockwerk einen Wasserschaden gäbe und sie dringend in die Wohnung müssten, um die Leitungen zu kontrollieren. Einer lenkt den Wohnungsbesitzer ab, und ein Komplize sucht nach Geld und Schmuck.

Kriminalhauptkommissar Helfrich betonte, dass man vorsichtig sein sollte, sich aber keine übertriebenen Sorgen machen müsse. Gesundes Misstrauen und bestimmte Grundregeln, wie die Tür niemals zu öffnen und keine Bankdaten herauszugeben, schützen vor solchen Betrügern, betont der Münchner Polizist.

Sebastian Heise

Schlagworte betrügerische Anrufe | Betrüger | Trickbetrüger | Einbrecher | falsche Handwerker

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