5. April 2017
VdK-Zeitung Archiv

„Das Fahrrad hat die besten Zeiten noch vor sich“

Innovative Städte weltweit setzen auf den Radverkehr, sagt ADFC-Sprecherin Stephanie Krone

Die Städte von morgen werden anders funktionieren als die heutigen, glaubt Stephanie Krone, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): Es wird weniger, dafür effizientere Autos geben, einen hochleistungsfähigen Nahverkehr – und deutlich mehr Fuß- und Radverkehr.

VdK-Zeitung: Warum ist das Fahrradfahren so beliebt?

Stephanie Krone: Immer mehr Menschen merken, dass das Auto als Statussymbol nicht mehr funktioniert, sondern extrem viele Nachteile mit sich bringt: schlechte Luft, Lärm, Stau, zerschnittene Städte, Probleme mit Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Löcher im Geldbeutel – um nur ein paar zu nennen. Das Fahrrad ist das Gegenteil von alledem: Es ist günstig, flexibel, kann erhebliche Lasten transportieren und macht außerdem noch ziemlich viel Spaß. Im Unterschied zum Auto hat das Fahrrad die besten Zeiten noch vor sich.

VdK-Zeitung: Welche Bedeutung spielt das Rad derzeit im Straßenverkehr?

Krone: In Deutschland leider eine noch viel zu geringe. Etwa zehn Prozent der Wege legen die Bundesbürger mit dem Rad zurück – bei den Niederländern sind es knapp 30 Prozent. Das liegt daran, dass der Staat ihnen ein eigenständiges, gut ausgebautes und durchgängiges Radverkehrsnetz zur Verfügung stellt. Davon muss Deutschland noch viel lernen. Was hilft, ist der Pedelec-Boom, der neuen Schwung in die Debatte um mehr Straßenraum für das Rad bringt. Immer mehr Menschen wollen Fahrrad und Pedelec fahren und lassen Politik und Verwaltung spüren, dass sie dafür auch eine gute Infrastruktur brauchen.

VdK-Zeitung: Bemerken Sie ein Umdenken bei der Verkehrsplanung?

Krone: Ja. Das Fahrrad wird stärker berücksichtigt, aber oft mit den falschen Methoden. Viele Kommunen ziehen sich mit „Straßenmalereien“, also auf die Fahrbahn gepinselten Schutz- oder Radfahrstreifen, aus der Affäre. Auf stark befahrenen Straßen ist das aber eine rein kosmetische Lösung. Niemand will an einer Hauptverkehrsachse auf Tuchfühlung mit Bussen, Lkw und Autoverkehr gehen.

VdK-Zeitung: Wie müsste Ihrer Meinung nach eine ideale Fahrradstadt aussehen?

Krone: Sie hat ein durchgängiges, gut ausgebautes, eigenständiges Radverkehrsnetz, auf dem man alle Ziele zügig und komfortabel erreicht. Die Radwege und -spuren sind so gestaltet, dass sich jedes Kind traut, dort zu fahren, und dass es sofort erkennt, wo es hingehört. Radwege müssen so breit sein, dass sich Radfahrer gegenseitig überholen können – auch beispielsweise mit Kinderanhängern. Wenn Radwege an Straßen verlaufen, bleibt der Radverkehr im Sichtbereich des Autoverkehrs. Ideal ist es, wenn es darüber hinaus beispielsweise Radschnellwege für Pendler oder ruhigere Radboulevards entlang von Flüssen, Grünzügen oder Ähnlichem gibt. Alle Verkehrsteilnehmer nehmen Rücksicht aufeinander. Es gibt viele verkehrsberuhigte Zonen, Tempo 30 und das Verständnis, dass Radfahrer ein selbstverständlicher Teil des Verkehrs sind.

Interview: Annette Liebmann

Schlagworte Fahrrad | Radfahren

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