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Fahrtkosten können die Steuerlast senken

Den einfachen Weg zur Arbeit kann jeder Steuerpflichtige geltend machen. Menschen mit Behinderung können unter bestimmten Umständen zusätzlich auch Kosten für private Fahrten absetzen.

© imago/Paul von Stroheim


Das Finanzamt erkennt bei Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 80 oder aber einem GdB von 70 plus Merkzeichen G (erheblich gehbehindert) pauschal 3000 Kilometer im Jahr an Fahrtkosten an, wie Tobias Gerauer, Leiter der Rechtsabteilung der Lohnsteuerhilfe Bayern, erläutert. Auf Seite 3 des Mantelbogens der Steuererklärung können Betroffene "3000 Kilometer mal 30 Cent = 900 Euro" eintragen.

Die Lohnsteuerhilfe Bayern weist darauf hin, dass auch Fahrten zum Arzt, zum Therapeuten oder zur Reha, die auf die Behinderung zurückzuführen sind, zusätzlich zu den 3000 Kilometern als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden können, und zwar in unbegrenzter Höhe.

Bei Personen, bei denen ein Merkzeichen „aG“ (außergewöhnlich gehbehindert), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) vorliegt, berücksichtigt das Finanzamt sogar bis zu 15.000 Kilometer im Jahr. Dies entspricht einem Abzugsbetrag in Höhe von 4500 Euro.

„Diese Fahrtkosten können neben den Behindertenpauschbeträgen abgesetzt werden“, wie Steuer­experte Gerauer unter Hinweis auf die BFH-Rechtsprechung weiter ausführt (vgl. z.B. Bundesfinanzhof-Urteil BFH III R 31/03 und III R 16/02). Diese sorgen jedoch nur dann für eine Steuerentlastung, wenn die außergewöhnlichen Belastungen insgesamt die zumutbare Belastung übersteigt. Diese zumutbare Belastung hängt von verschiedenen Faktoren wie Familienstand, Kinderzahl und Einkommen ab.

Fahrten mit dem Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln können Menschen mit Behinderung ebenfalls absetzen. Allerdings kürzt das Finanzamt dann die Kilometerpauschalen um diese Fahrten.

Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern empfiehlt, wenn das Finanzamt den Abzug der pauschalen Fahrtkosten neben den Pauschbeträgen ablehnt und die Fahrtkosten sich nach Abzug der zumutbaren Belastung noch auswirken, dass man im Rahmen des Einspruchs auf die BFH-Urteile hierzu hinweist.

Menschen mit Behinderung haben außerdem bei den Fahrten zur Arbeit einen Steuervorteil. „Grundsätzlich ist der Werbungskostenabzug auf die Entfernungspauschale, das heißt auf die einfache Wegstrecke begrenzt“, sagt Gerauer. "Liegt aber ein Grad der Behinderung von mindestens 70 oder ein Grad der Behinderung zwischen 50 und 70 sowie eine erhebliche Beeinträch­tigung der Bewegungsfreiheit im Straßenverkehr vor, sind die Hin- und Rückfahrten von und zur Arbeit als Werbungskosten mit pauschal 30 Cent je Kilometer absetzbar."

Wer dem Sozialverband VdK Bayern angehört und bei der Lohnsteuerhilfe Bayern Mitglied werden möchte, spart sich 15 Euro Aufnahmegebühr. Dafür muss lediglich der VdK-Mitgliedsausweis beim ersten Beratungstermin bei der Lohi vorgelegt werden. Der Mitgliedsbeitrag richtet sich nach der Höhe der jährlichen Einnahmen und ist sozial gestaffelt. Damit sind alle Leistungen abgegolten.
Mehr Infos gibt es bei der Lohnsteuerhilfe Bayern: Lohnsteuerhilfe Bayern

Sebastian Heise

Schlagworte Steuern | Schwerbehinderung | Steuererklärung | Lohi | Lohnsteuerhilfe Bayern | Lohnsteuerhilfe | Außergewöhnliche Belastungen | Abschreibung | Steuerentlastung

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