28. Juli 2016
VdK-Zeitung Archiv

Damit es nach dem Urlaub keine böse Überraschung gibt

Gute Nachbarschaftshilfe, aufmerksame Anwohner und eine hochwertige Sicherheitstechnik machen Einbrechern das Leben schwer

Ferienzeit ist Einbruchszeit. Wenn Haus oder Wohnung leer stehen, haben Langfinger ein leichtes Spiel. Um nach dem Urlaub keine böse Überraschung zu erleben, rät Carolin Hackemack, Geschäftsführerin des Netzwerks „Zuhause sicher“, die eigenen vier Wände gut zu schützen und die Nachbarn um Hilfe zu bitten.

Gekippte Fenster und Türen sind für professionelle Einbrecher leicht zu öffnen. | © Polizeiliche Kriminalprävention

Die gute Nachricht zuerst: Während der Urlaubszeit geschehen nicht mehr Einbrüche als während des restlichen Jahres. „Allerdings schauen Einbrecher danach, ob jemand zuhause ist“, erklärt Hackemack. Weist nichts auf die Anwesenheit der Bewohner hin, nutzen sie die Gelegenheit. Hackemack rät, Fenster und Türen grundsätzlich mechanisch zu sichern: „Die Technik sollte auf ihre Einbruchhemmung nach DIN geprüft worden sein und am besten von einem Fachbetrieb eingebaut werden“, empfiehlt die Expertin.

Dazu gehören beispielsweise Aufschraubsicherungen für Fenster und Türen, Sicherheitsbeschläge für Fenster mit abschließbarem Fenstergriff oder die Mehrfachverriegelung von Türen. Wer Fenster und Türen ohnehin austauschen will, sollte darauf achten, dass die neuen mindestens der Widerstandsklasse RC 2 entsprechen.

Nachbarschaftshilfe

Aber es gibt auch Schutzmaßnahmen, die wenig kosten und viel bewirken. Dazu gehört eine gute Nachbarschaftshilfe. Denn eine wirksame Vorbeugung ist, wenn potenzielle Einbrecher gar nicht erst bemerken, dass jemand längere Zeit nicht zuhause ist. „Man kann einen Nachbarn bitten, die Rollläden morgens hochzuziehen und abends herunterzulassen“, schlägt Hackemack vor. Ebenso könne der Nachbar gebeten werden, die Blumen zu gießen und den Briefkasten zu leeren. Damit Letzterer nicht überquillt, sollte die Zeitung abbestellt werden: „Sowohl vertrocknete Blumen als auch ein voller Briefkasten zeigen, dass niemand zuhause ist.“

Eine aufmerksame Nachbarschaft ist auch hilfreich, wenn die potenziellen Täter im Viertel nach leerstehenden Wohnungen und Häusern suchen. Fühlen sie sich dabei beobachtet oder werden angesprochen, überlegen sie es sich lieber noch einmal, ob sie den Einbruch tatsächlich riskieren sollen. Ebenso sind wachsame Anwohner eine große Hilfe, weil sie oft schon früh einen Einbruch bemerken und die Polizei alarmieren.

Schutz per Zeitschaltuhr

Nicht nur mit Unterstützung von Nachbarn und Freunden, sondern auch mit Hilfe von Smart-Home-Systemen oder einer Zeitschaltuhr kann man Anwesenheit vortäuschen. Beispielsweise ist es möglich, in verschiedenen Räumen immer wieder mal ein Licht an- und ausschalten zu lassen. Mit einem Fake TV kann man das Flackern eines Fernsehbildschirms simulieren. Schuhe vor der Eingangstür weisen auf einen Bewohner hin, ebenso das Auto, das direkt vor dem Haus oder in der Einfahrt parkt. „Auf keinen Fall sollte man seinen Urlaub zuvor in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter ankündigen“, warnt Hackemack. Ratsam ist auch, auf dem Anrufbeantworter keinen Hinweis auf eine längere Abwesenheit zu hinterlassen.

Doch all das nützt nichts, wenn das Haus oder die Wohnung leicht zugänglich ist. „Gelegenheit macht Diebe“, heißt es im Volksmund. Deshalb sollten Gegenstände wie umherstehende Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel, die als Kletterhilfe dienen könnten, vor der Abreise weggeschlossen werden. Bevor man das Haus verlässt, empfiehlt es sich, zu prüfen, ob alle Fenster gut verschlossen sind. Auch ein gekipptes Fenster ist leicht aufzubrechen. „Und schließlich noch an die Haustür denken und diese nicht nur ins Schloss ziehen, sondern – am besten zweimal – richtig abschließen“, rät Hackemack.

Entscheidet sich der Täter dennoch für einen Einbruchsversuch, kann ihn letztlich nur die Technik aufhalten. „Dann wird fachgerecht montierte und geprüfte mechanische Sicherheitstechnik benötigt“, betont die Fachfrau. Vier von fünf Tätern würden versuchen, ein Fenster oder eine Tür aufzuhebeln, um so ins Haus oder die Wohnung zu gelangen. „Mit einer hochwertigen Sicherheitstechnik können sie von ihrer Tat abgehalten werden.“

Einbrecher suchen im Vorfeld nach Anzeichen, ob sie unbemerkt und ohne Aufwand ins Haus gelangen können oder nicht. Das Netzwerk „Zuhause sicher“ bietet allen, die ihr Haus oder ihre Wohnung fachgerecht haben sichern lassen, eine Plakette an, die dem Täter signalisiert: Alle Fenster und Türen dieses Objekts sind nach den Empfehlungen der Polizei geschützt. „Damit kann auch die Präventionsplakette abschreckende Wirkung entfalten“, sagt Geschäftsführerin Hackemack.

Annette Liebmann

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