12. Juli 2016
VdK-Zeitung Archiv

Informativ, unterhaltsam und nicht immer bierernst

Die Bayerische Landesausstellung zur Geschichte des Bieres lockte bereits viele tausend Besucher an

Das Reinheitsgebot ist der Stolz vieler bayerischer Brauer. Es gilt als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt, und sein 500. Geburtstag wird heuer groß gefeiert. Die Bayerische Landesausstellung dreht sich in diesem Jahr daher um den beliebten Gerstensaft.

Modell einer altdeutschen Brauerei des späten 17. Jahrhunderts. | © Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg/ Philipp Mansmann

Wer die Landesausstellung „Bier in Bayern“ im ehemaligen niederbayerischen Kloster Aldersbach betritt, erlebt gleich eine Überraschung: Als Erstes stößt der Besucher auf den Heiligen Urban, den Patron des Weinbaus. Die Holzskulptur von 1470/80 steht dafür, dass Bayern bis ins 16. Jahrhundert ein Weinland war. Direkt daneben sieht man dann aber „Gambrinus“, den „König der Bierbrauer“, auf einem Bierfass hockend und mit einem Krug in der Hand. Die Sagengestalt, die es nie gegeben hat, begrüßt einen gewissermaßen im „Bierland Bayern“ – wie die erste der insgesamt acht Abteilungen der Ausstellung überschrieben ist.

Für den Besucher beginnt eine abwechslungsreiche, informative und nicht immer bierernste Reise durch die Geschichte des bayerischen Bieres. Das Reinheitsgebot spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Es wurde am 23. April 1516 erlassen. Doch es war keine Bulle und nicht einmal eine Urkunde, sondern nur ein paar Zeilen der damals beschlossenen „Bayerischen Landesordnung“. Darin wurde für die Herstellung von Bier nur Gerste, Hopfen und Wasser zugelassen. Die für die Gärung notwendige Hefe wurde gar nicht erwähnt, da sie als Grundbestandteil vorausgesetzt wurde.

Eine der wenigen Originaldrucke der entsprechenden Seite ist im Kloster Aldersbach zu sehen. Erst 1909 wurde erstmals offiziell der Begriff „Reinheitsgebot“ verwendet. Doch nicht nur Urkunden und altes Werkzeug bringen einem die Geschichte des Bieres nahe, sondern auch die alten Räume der ehemaligen Klosterbrauerei Aldersbach wie das Sudhaus und die Zwei-Horden-Darre, die in den Rundgang integriert sind.

Impressionen aus der Landesausstellung

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  • Plakat der Bayerischen Landesausstellung.
    Plakat der Bayerischen Landesausstellung.
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  • Das Kloster Aldersbach, Schauplatz der Bayerischen Landesausstellung.
    Das Kloster Aldersbach, Schauplatz der Bayerischen Landesausstellung
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  • Einer im 19. Jahrhundert aufgekommenen Volkssage nach gilt Gambrinus als Erfinder des Bierbrauens.
    Einer im 19. Jahrhundert aufgekommenen Volkssage nach gilt Gambrinus als Erfinder des Bierbrauens
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  • Zwei-Horden-Darre der alten Brauerei Aldersbach. Diese war von 1903 bis 1974 in Betrieb.
    Zwei-Horden-Darre der alten Brauerei Aldersbach. Diese war von 1903 bis 1974 in Betrieb
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  • Modell einer altdeutschen Brauerei des späten 17. Jahrhunderts.
    Modell einer altdeutschen Brauerei des späten 17. Jahrhunderts
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  • Das moderne Sudhaus der Brauerei Aldersbach.
    Das moderne Sudhaus der Brauerei Aldersbach
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  • Das Reinheitsgebot geht auf die Landesordnung von 1516 zurück. Damals wurden die Zutaten festgelegt, mit denen Bier gebraut werden durften. Die "Reinheitsgebot" wurde erst im Jahr 1909 nachweislich so genannt.
    Das Reinheitsgebot geht auf die Landesordnung von 1516 zurück. Damals wurden die Zutaten festgelegt, mit denen Bier gebraut werden durften. Die "Reinheitsgebot" wurde erst im Jahr 1909 nachweislich so genannt.
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  • Die Kabarettistin Luise Kinseher schlüpft für „Bier in Bayern“ in die Rolle einer bayerischen Kellnerin aus der Zeit um 1900. Die vier Filmsequenzen spielen in einer typisch bayerischen Wirtsstube, wie sie seinerzeit auch als Papiertheater populär war.
    Die Kabarettistin Luise Kinseher schlüpft für „Bier in Bayern“ in die Rolle einer bayerischen Kellnerin aus der Zeit um 1900. Die vier Filmsequenzen spielen in einer typisch bayerischen Wirtsstube, wie sie seinerzeit auch als Papiertheat
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  • Werbeschild des Kochelbräu München
    Werbeschild des Kochelbräu München
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  • Erinnerungsscheibe an das VII. Deutsche Bundesschießen mit Darstellung der „Schützenliesl“.
    Erinnerungsscheibe an das VII. Deutsche Bundesschießen mit Darstellung der „Schützenliesl“.
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  • Tischkegelbahn aus der Zeit um 1870.
    Tischkegelbahn aus der Zeit um 1870.
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  • Braumeister Bruder Elisäus beim Bierzapfen im Kloster Kreuzberg/Rhön.
    Braumeister Bruder Elisäus beim Bierzapfen im Kloster Kreuzberg/Rhön
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  • Plastinat eines stark vergrößerten menschlichen Herzens. Das „Münchner Bierherz“, eine massive Vergrößerung des menschlichen Herzens, wurde nach den Erkenntnissen der Pathologie im 19. Jahrhundert auf übermäßigen Alkoholkonsum, hohe Kohlenhydrat- und übermäßige Flüssigkeitszufuhr zurückgeführt.
    Plastinat eines stark vergrößerten menschlichen Herzens. Das „Münchner Bierherz“, eine massive Vergrößerung des menschlichen Herzens, wurde nach den Erkenntnissen der Pathologie im 19. Jahrhundert auf übermäßigen Alkoho
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  • Nachguss des vorderen Glieds des kleinen Fingers der Bavaria. Bei dem Trinkgefäß, das die Sänger von König Ludwig für einen Toast auf das Wohl Bayerns reichten, handelte es sich angeblich um die mit „drei gutbayerischen Maß“ Bier gefüllte Spitze des kleinen Fingers der Bavaria.
    Nachguss des vorderen Glieds des kleinen Fingers der Bavaria
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  • Messzylinder mit der Aufschrift „BAIER. MAAS 1809“
    Messzylinder mit der Aufschrift „BAIER. MAAS 1809“
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  • 1500 Jahre alter „Urmaßkrug“.
    1500 Jahre alter "Urmaßkrug".
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  • Der Straßenverkauf von offenem Bier an so einer "Gassenschänke" war noch bis in die 1960er-Jahre üblich, wurde aber zunehmend durch das Flaschenbier verdrängt, das Brauereien nun frei Haus an Privatkunden lieferten.
    Gassenschänke
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  • Der Bierkonsum in Bayern erreichte bis Anfang des 20. Jahrhundert mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von annähernd 250 Litern seinen historischen Höchststand. Mit allerlei Karikaturen wurde damals die rauschhafte Wirkung übermäßigen Biergenusses thematisiert.
    Karikatur mit Maßkrug
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In einer lebensgroßen Videoanimation berichtet Kabarettistin Luise Kinseher aus dem harten Leben einer Wirtshauskellnerin. Die Ausstellung, die bereits in den ersten drei Monaten mehr als 50.000 Besucher zählte, gewährt auch Einblicke in die Wirtshauskultur, zu denen beispielsweise Gassenschänke und Tischkegelbahn gehören. Die negativen Seiten des Bierkonsums werden ebenfalls nicht ausgespart. So stehen im „Rauschraum“ die gesundheitlichen Gefahren des Alkoholkonsums im Vordergrund.

Zu sehen ist das „Münchner Bierherz“, ein Plastinat eines menschliches Herzens, das aufgrund übermäßigen Bierkonsums zu überdurchschnittlicher Größe anwuchs. Außerdem ist eine Ausnüchterungszelle einer Polizeistation in Originalgröße installiert worden. Vorbei an kunstvollen Bierkrügen, alten Werbeplakaten und historischen Fotos gelangen die Besucher zum Schluss in einen hohen Raum, geschmückt wie ein Festzelt. Auf Abbildungen, in Videos und Tonaufnahmen geht es um das besondere Verhältnis der Bayern zu ihrem Bier.

Info


Die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern“ findet noch bis zum 30. Oktober 2016 im Kloster Aldersbach im Passauer Land statt und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittspreise: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt: 8 Euro, Kinder/ Jugendliche von 6 bis 18 Jahren: 2 Euro, Familienkarten: 20 Euro.

Die Landesausstellung ist weitgehend barrierefrei zugänglich. Für Menschen mit einer Hörbehinderung stehen Induktionsschleifen für den Audioguide zur Verfügung. Begleittexte in Leichter Sprache liegen vor. Das Kloster Aldersbach befindet sich am Freiherr-von-Arentin-Platz in Aldersbach. Sowohl gebührenpflichtige als auch kostenfreie Parkplätze sind vorhanden, darunter auch Behindertenparkplätze. Wer öffentlich anreist, kann mit der Bahn bis Vilshofen fahren und von dort weiter mit den Buslinien 6111 oder 6470 bis zum Kloster Aldersbach.

Infos und Kartenvorverkauf: Telefon (0821) 3295-0 oder (089) 21 01-40 50. Internet: www.landesausstellung-bier.de Das Münchner Stadtmuseum zeigt noch bis 8. Januar 2017 die Ausstellung „Bier.Macht.München“. Das Stadtmuseum befindet sich in der Altstadt am Sankt-Jakobs-Platz 1 und ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr, geöffnet. Infos: Telefon (089) 2 33-2 23 70; Internet: www.muenchner-stadtmuseum.de

Sebastian Heise

Schlagworte Landesausstellung | Bier | Reinheitsgebot | Kloster Aldersbach | Brauer | Brauerei

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