24. Mai 2016
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Verbände wie der VdK bringen sich ein

Gut leben im Ostallgäu – Aktionsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderung verabschiedet

Der Landkreis Ostallgäu will in allen Lebensbereichen die Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbessern. Und dies nicht nur in Zusammenarbeit mit Verwaltungsfachleuten, sondern auch mit externen Experten und ganz besonders mit den Betroffenen selber. Vor kurzem wurde der Aktionsplan in einer gemeinsamen Sitzung des Kreistags und der Bürgermeister verabschiedet. Der VdK im Ostallgäu hat auch daran mitgewirkt.


Knapp 9500 Menschen im Landkreis Ostallgäu haben einen Schwerbehindertenausweis. Darüber hinaus gibt es Menschen, die eine Behinderung haben, aber keinen Ausweis beantragen. „Inklusion heißt für uns: Menschen mit und ohne Behinderung leben zusammen. Niemand wird ausgeschlossen. Alle haben gleiche Rechte und Chancen. Für alle wird das Leben leichter“, sagt Landrätin Maria Rita Zinnecker. „In dem Aktionsplan werden alle gesellschaftlichen Bereiche in den Blick genommen: Bildung, Arbeit, Mobilität, barrierefreies Bauen und Wohnen, selbstbestimmtes Leben, Freizeit und Kommunikation.“ Während der Erarbeitung des Aktionsplans konnten viele wichtige Erkenntnisse gesammelt werden, wie Menschen mit Behinderung den Alltag im Landkreis erleben und welche Barrieren ihnen immer wieder Schwierigkeiten machen: einen Arbeitsplatz oder eine bezahlbare und barrierefreie Wohnung zu finden, eigenständig unterwegs zu sein und von anderen akzeptiert zu werden.

Das Rathaus in Kaufbeuren ist barrierefrei. | © Kaufbeuren Marketing


Der Aktionsplan enthält 63 Maßnahmenvorschläge. Mathias Hochmuth, Geschäftsführer vom VdK-Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu, der von Beginn an in den Gremien des Aktionsplans mitwirkte, betont: „Das Augenmerk wurde auf einfache, niedrigschwellige Angebote gerichtet, die vor Ort in den Kommunen umgesetzt werden können.“ Als Mitarbeiter eines starken Sozialverbands, der die Probleme seiner Mitglieder kenne, habe er gezielt auf die vielen Missstände und Alltagshürden sowie deren Möglichkeit zur Beseitigung hinweisen können. Insbesondere die tagtägliche Rechtsberatung sei ein Fundus für Denkanstöße.

Schnupperpraktika


Hochmuth sah etwa „erhebliche Hürden bei der Erlangung oder dem Erhalt eines Arbeitsplatzes auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“. So ist nun die Schaffung von Angeboten zur beruflichen Umorientierung und Weiterbildung für Erwachsene mit Behinderung ein wichtiger Punkt im Aktionsplan. Schnupperpraktika für Menschen mit Behinderung im allgemeinen Arbeitsmarkt sind ebenfalls im Aktionsplan vorgesehen. Auch inklusive Angebote der schulbezogenen und außerschulischen Jugendarbeit sollen verbessert werden. Und die meisten Gemeinden im Ostallgäu gaben bei einer Befragung an, dass sie als größte Herausforderung für die Zukunft die Bereitstellung von „barrierefreiem Wohnraum“ betrachten. Ebenso sollen neue Wohnkonzepte, wie Wohngemeinschaften mit Betreuung, gefördert werden. Diese helfen gegen soziale Vereinsamung und sind auch in kleinen, ländlichen Kommunen umsetzbar.
Damit dieser Aktionsplan, der ein Musterbeispiel für Inklusion werden soll, in die Realität umgesetzt werden kann, ist noch viel Arbeit notwendig. Doch die einzelnen Kommunen sind schon länger umtriebig – wie die Stadt Kaufbeuren. Dort hat das Rathaus schon einen Aufzug, Bordsteine wurden abgesenkt, im mittelalterlichen Pflaster gibt es Querungshilfen, man hat Pieper-Ampeln aufgestellt, Umbauten in Wohnungen und auch Fortschritte beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gemacht.

Auch in Kaufbeuren ist der VdK vor Ort beteiligt. H. Juergen Rohner, Kreisvorsitzender beim VdK in Kaufbeuren-Ostallgäu, weiß, dass der VdK seit 2006 im Behindertenbeirat der Stadt eine feste Größe ist. Er selbst sitzt in vielen Gremien. Der Sozialverband VdK sei immer auch mit einem Vertreter im Aufsichtsrat der gemeinnützigen Baugenossenschaft Kaufbeuren und nehme hier entsprechend Einfluss. Neu sei seit 2015 der Arbeitskreis „Inklusion“. Dieser Arbeitskreis, ebenfalls besetzt mit einem ehrenamtlichen VdK-Mitglied, soll die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 in eine für den Stadtrat bindende Form bringen. Dabei behilflich ist auch die aktuelle VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“

Petra J. Huschke

Schlagworte barrierefreie Stadt | Kaufbeuren | Öffentlichen Personennahverkehr | Landkreis Ostallgäu | Menschen mit Behinderung

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