10. Mai 2016
VdK-Zeitung Archiv

Immer mehr Kinder werden abgehängt

Trotz guter Wirtschaftslage steigt die Kinderarmut in Deutschland

Abgestempelt und abgehängt: Gegen den allgemeinen Trend und trotz der guten Wirtschaftslage müssen immer mehr Kinder von Grundsicherungsleistungen leben. Das hat eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ergeben.

15,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren lebten im Jahr 2015 in Familien, die Grundsicherungsleistungen („Hartz IV“) beziehen. Gegenüber 2014 ist das ein Plus von 0,2 Prozent. Der Bevölkerungsanteil der Hartz-IV-Bezieher in der Gruppe der 15- bis 64-Jährigen hat sich mit 8,2 Prozent stabilisiert. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern steigt dagegen kontinuierlich an.

Dass es immer mehr bedürftige Kinder gibt, sei auch deshalb bemerkenswert, so die Studienautoren, weil die Zahl der Kinder in Deutschland insgesamt abnimmt. 1,92 Millionen Kinder leben von Sozialleistungen, fast 40 Prozent bereits vier Jahre oder länger. In Berlin und Bremen gilt jedes dritte Kind als arm, ähnliche Zahlen liegen für Städte im Ruhrgebiet wie Gelsenkirchen vor. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher zeigt sich alarmiert von dieser Entwicklung: „Die Herkunft entscheidet wesentlich über den späteren gesellschaftlichen Status. Wir müssen vermeiden, dass sich Armut verfestigt. Jedes Kind hat eine Zukunft verdient.“

Sie begrüßte deshalb ausdrücklich die gemeinsame Initiative des DGB und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände für eine engere Vernetzung der Jobcenter mit örtlichen Akteuren wie Jugendhilfe oder Schulverwaltungen, um diese Kinder gezielt zu fördern.

Kinder-Regelsätze neu berechnen

Vor fünf Jahren wurde unter der damaligen Bundessozialministerin Ursula von der Leyen das Bildungs- und Teilhabepaket für bedürftige Kinder und Jugendliche beschlossen. Vorausgegangen war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. 26 Prozent der zur Verfügung stehenden Gelder werden wegen des bürokratischen Aufwands von den Eltern nicht abgerufen, kritisieren der Deutsche Kinderschutzbund und der Paritätische Gesamtverband. Ohnehin seien zehn Euro, die etwa für Sport oder Musikunterricht pro Monat beantragt werden können, viel zu wenig. Für die Einmalleistung der Schulausstattung wären 200 statt der vorgesehenen 100 Euro nötig. Auch der Sozialverband VdK sieht das Teilhabepaket als gescheitert an und fordert eine Neuberechnung der Kinder-Regelsätze.

bsc

Schlagworte Kinderarmut | Hartz IV | Kinder-Regelsätze | Bildungs- und Teilhabepaket

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