30. November 2015
VdK-Zeitung Archiv

Plädoyer für Solidarität

Soziales Netz Bayern zur Flüchtlingsdebatte

Auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Sozialen Netz Bayern, einem Zusammenschluss von 16 bayerischen Sozialorganisationen und Verbänden, darunter der VdK Bayern, haben sich in München die Vertreter des Bündnisses für eine sachliche und zukunftsorientierte Debatte beim aktuellen Flüchtlingsthema ausgesprochen.

Positionierten sich zur Flüchtlingsdebatte (von links): Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Prälat Bernhard Piendl, Landes-Caritasdirektor. | © Dr. Bettina Schubarth

VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, DGB-Bayern-Vorsitzender Matthias Jena und Prälat Bernhard Piendl, Landes-Caritasdirektor und Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, stellten gemeinsam das Forderungspapier des Sozialen Netz Bayern „Mit Flüchtlingen für Flüchtlinge“ vor. „Wir plädieren ohne Wenn und Aber für Mitmenschlichkeit und Solidarität. Wir erteilen Gewalt, Fremdenhass und Ausgrenzung eine klare Absage“, erklärte Ulrike Mascher. Sie warnte die Politik ausdrücklich davor, Ängste zu schüren und arme Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen.

„Die angespannte soziale Lage auch hier in Bayern hat nichts mit der Flüchtlingssituation zu tun. Aktuell zeigt sich nur deutlicher, wie groß die Versäumnisse der Sozialpolitik in den letzten Jahren waren.“ Als Beispiele nannte sie die Wohnungs- und die Rentenpolitik. Dabei sei genug Geld da: „Bund, Länder, Kommunen und Sozialkassen nahmen bereits im ersten Halbjahr 2015 schon 21,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben.“ Allein damit ließen sich die für 2015 prognostizierten Mehrausgaben für Flüchtlinge finanzieren. Deshalb erteilte sie auch den schon geäußerten Vorschlägen zur Kürzung des Mindestlohns oder Hartz-IV-Leistungen für Flüchtlinge eine deutliche Absage.

Zudem sei Integration auf Dauer gut investiertes Geld: „Flüchtlinge sind eine große Zukunftschance angesichts der demografischen Herausforderungen einer älter werdenden Bevölkerung.“ Auch Matthias Jena forderte von der Bayerischen Staatsregierung statt „reflexhafter Abwehr“ die Suche nach „partnerschaftlichen Lösungen“. Er verwies darauf, dass ein Großteil der Flüchtlinge sehr jung ist: „Hier müssen wir mit Bildung, Bildung und nochmals Bildung ansetzen.“ Er forderte ein Bleiberecht für jugendliche Flüchtlinge für die Dauer ihrer Ausbildung und für weitere zwei Jahre nach ihrem Abschluss, um auch Arbeitgebern mehr Sicherheit zu geben. Arbeit sei der zentrale Integrationsfaktor. Er verwies auf den großen Erfahrungsschatz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Betrieben in den letzten Jahrzehnten, „als aus Gastarbeitern langsam Kollegen wurden“, wie er es formulierte.

Flucht-Ursachen bekämpfen

Bernhard Piendl vermisst in den aktuellen Debatten den Aspekt, die Flucht-Ursachen zu bekämpfen: „Gewalt, Krieg, Vertreibung und nicht zuletzt die Auswirkungen des Klimawandels stehen am Anfang zahlreicher Flucht-Biografien.“ Die Verantwortung dafür läge nicht zuletzt in Europa. Er schlug die Schaffung eines „Kompetenzzentrums“ im Entwicklungshilfeministerium vor. Hier könnten globale Zusammenhänge für Flucht analysiert und Lösungswege gefunden werden, um die Menschen vor Ort zu unterstützen, damit sie sich in ihrer Heimat eine Zukunft aufbauen können.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Flüchtlingskrise | demographische Entwicklung | Bildung | Integration | Soziales Netz

Mediadaten

Hier finden Sie die aktuellen Preise (bayernweit) für gewerbliche Anzeigen für die VdK-Zeitung als Download:

Impressum

Hier finden Sie das Impressum der VdK-Zeitung:

Archiv


Hier finden Sie Artikel aus älteren Ausgaben der VdK-Zeitung:


Weitere Artikel aus der VdK-Zeitung finden Sie auf den Seiten des VdK Deutschland: VdK-Zeitung

Presse
Symbolfoto: Unterlagen, eine davon mit dem Vermerk "Wichtig"
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden: Unsere Abteilung "Presse, PR, neue Medien" versorgt Journalistinnen und Journalisten mit aktuellen Pressemeldungen und Statements des Sozialverbands VdK Bayern.
VdK-Zeitung
Eine Frau und ein Mann lesen die VdK-Zeitung
Mit einer Druckauflage von 600.000 Exemplaren zählt die VdK-Zeitung zu den auflagenstärksten Printmedien in ganz Bayern. Alle VdK-Mitglieder bekommen sie zehnmal pro Jahr kostenlos per Post zugestellt.
VdK-TV
Die Videoprogramme des Sozialverbands VdK bieten spannende Interviews, aktuelle Reportagen und anschauliche Berichte. Sie sind über das Video-Portal VdK-TV jederzeit im Internet abrufbar.
Presse
Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
Wir bieten Ihnen zwei Newsletter an, die Sie kostenfrei abonnieren können: unseren Presse-Newsletter mit den aktuellen Pressemitteilungen des VdK Bayern und den monatlichen Newsletter.
Tipps und Termine
Symbolfoto: Ausgeschnittene Papiermännchen bilden einen Kreis
In unserer Rubrik "Tipps und Termine" stellen wir Ihnen aktuelle Neuigkeiten aus dem Verbandsleben, Aktionen, Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie Links zu interessanten Beiträgen vor.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.