29. Oktober 2015
VdK-Zeitung Archiv

Bezahlbarer Wohnraum ohne Barrieren

Gemeinsame Pressekonferenz von VdK Bayern und Mieterbund Bayern

Der Wohnungsmarkt in Bayerns Städten wird immer enger. Auf der Strecke bleiben dabei immer mehr Ältere, deren Renten nicht mit den steigenden Mieten Schritt halten können. Zudem fehlt es an barrierefreien Wohnungen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz forderten VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und Mieterbund-Vorsitzende Beatrix Zurek eine Kursänderung der Wohnungspolitik.

Ziehen in der sozialen Wohnungspolitik an einem Strang (von links): VdK-Pressesprecherin Dr. Bettina Schubarth, VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, Mieterbund-Vorsitzende Beatrix Zurek, Mieterbund-Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert und VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder. | © Caroline Meyer

Die Hälfte der älteren Menschen lebt in Bayern zur Miete, in München sind es sogar 66 Prozent. Nach Auffassung des VdK und des Mieterbunds ist der Wohnungsmarkt aber weder auf die Bedürfnisse dieser Älteren eingestellt noch für die Zukunft gerüstet. Die Renten können bei vielen die Wohnkosten kaum abdecken, berichtete VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher. „Da sich an der Miete nicht sparen lässt, schränken sich viele – vor allem alleinstehende Frauen – anderswo ein: beim Heizen, Kochen und Licht, bei Kleidung und Gesundheit.“

Hinzu komme, dass nur fünf Prozent der Senioren in einer barrierefreien Umgebung leben. Nach VdK-Hochrechnungen fehlen in Bayern bis 2030 etwa 354.000 barrierefreie Wohnungen. Dabei wäre für 15 Prozent der pflegebedürftigen Menschen ein Umzug ins Pflegeheim vermeidbar, wenn sie in einer geeigneten Wohnung leben könnten. „Die Überhitzung des Mietmarkts trifft Menschen besonders hart, die aus eigener Kraft ihre finanzielle Situation nicht mehr verbessern können, also Rentnerinnen und Rentner, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung“, führte die Mieterbund-Vorsitzende Beatrix Zurek weiter aus. Die Kosten für einen barrierefreien Umbau werden zumeist auf den Mieter umgeschlagen, was zu Mieterhöhungen von mindestens 200 Euro führen kann.

Zu wenig Sozialwohnungen

Ohnehin werde günstiger Wohnraum durch sozialen Wohnungsbau in Bayern zur Seltenheit. Der Bestand hat sich in 15 Jahren auf heute 130.000 Wohnungen halbiert. In den nächsten fünf Jahren werden weitere 25.000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, während die Zahl der Anspruchsberechtigten ansteigt. Hier habe sich der Freistaat Bayern komplett aus seiner Verantwortung gezogen, kritisierten Zurek und Mascher. Sie forderten den Neubau von mindestens 80.000 Mietwohnungen, finanziert von der Staatsregierung.

Abschließend stellten die beiden Vorsitzenden einen gemeinsamen Forderungskatalog des VdK Bayern und des Mieterbunds Bayern vor: Vor allem muss nach Auffassung des VdK und des Mieterbunds der soziale Wohnungsbau energisch vorangetrieben werden: „In jeder Kommune muss es einen verbindlich festgelegten Anteil an Sozialwohnungen innerhalb des Mietwohnbestands geben. Fallen Wohnungen aus der Sozialbindung, muss deren Zahl wieder an anderer Stelle aufgefüllt werden.“ Zweitens soll das staatliche KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ deutlich aufgestockt werden.

Außerdem sollen drittens eine verbindliche Quote für barrierefreies und altersgerechtes Bauen bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen von Mietshäusern eingeführt und viertens gemeinschaftliche Wohnformen wie Genossenschaften stärker gefördert werden. Als fünften Punkt fordern VdK und Mieterbund, Mittel aus der Städtebauförderung des Bundes für die Länder für Barrierefreiheit und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie älteren Menschen zu knüpfen. Bei der Quartiersentwicklung müssten Betroffenenverbände in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.



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Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Pressekonferenz | Wohnungsmarkt | Mieterbund Bayern | Kooperation | Wohnungspolitik | Wohnungsbau | Forderungskatalog | Barrierefreiheit | Sozialwohnungen

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